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Oranienburg Man muss Menschen mögen
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14:34 31.08.2018
Seit 2014 ist der Hennigsdorfer André Buhlan Leiter der drei Rettungswachen. Quelle: Heike Bergt
Oranienburg

Das Handy klingelt. Immer mal wieder. „Da muss ich ran“, sagt André Buhlan. Schließlich umfasst sein Team 60 Leute, da will so einiges koordiniert, besprochen und abgestimmt sein. Notfallsanitäter sind eh immer auf dem Sprung. André Buhlan nimmt es gelassen. Seit vier Jahren ist er Leiter der Rettungswachen, ein Tochterunternehmen der Oberhavel Kliniken. Jede Schicht ist hier zwölf Stunden lang.

Der 44-Jährige ist Quereinsteiger in diesem anspruchsvollen Metier. In Hennigsdorf hat er einst seine Berufsaubildung mit Abi gemacht und 1994 den Abschluss als Elektroniker. Damit sei damals schon kein Blumentopf mehr zu gewinnen gewesen. Er ging in den Straßenbau und leistete ab 1997 beim DRK seinen Zivildienst. Hier sprang der Funke über: Er begann eine Ausbildung zum Rettungssanitäter. Ab 1998 war er zwar weiter auf dem Bau unterwegs, jobbte aber schon als Springer an den Wochenenden auf Rettungsfahrzeugen. „Am 1. Oktober 1999 habe ich dann hier in Vollzeit begonnen, 2001 den Rettungsassistenten als Zusatzqualifizierung gemacht.“ Seit 2014 ist er Notfallsanitäter und übernahm im selben Jahr die Leitung der Rettungswachen an den drei Standorten als Bereichsleiter. Den Neubau an der Picanstraße hat er mit wachsen sehen.

Jobs in der Rettungswache sind begehrt: „Für die vier bis fünf Ausbildungsplätze jedes Jahr haben mehr als 100 Bewerber“, so Buhlan. Wer hier arbeiten möchte, muss eine dreijährige Ausbildung absolvieren. „Wir haben aber auch schon 58-Jährige eingestellt. Menschen eben, mit einer guten Portion Lebenserfahrung. „Wer hier arbeiten will muss aber vor allem eines: Man muss Menschen mögen. Und Mitgefühl haben“, sagt der Hennigsdorfer. „Und man muss Schicht arbeiten wollen und auch an den Wochenenden.“

Wenn der Pieper ruft, dann geht es um Sekunden. „Wenn jemand mit einem Schlaganfall, der nicht mehr sprechen konnte, nach anderthalb Stunden wieder im Bett sitzt und sich bewegen kann, dann hat sich unserer Arbeit gelohnt“, findet Andre Buhlan. Oder „wir nach einer eiligen Geburt zu Hause Mutter und Kind wohlbehalten in der Klinik abliefern können – das ist einfach schön.“ Aber immer öfter ginge es nicht um Leben und Tod, sondern auch um Wehwehchen und Zuspruch. „Nur fünf Prozent unserer Einsätze gehen zu schweren Unfällen, die meisten Notfälle sind im häuslichen Bereich. Oft sind wir auch ein Stück Sozialarbeiter. Auf dem Land funktioniert der Genrationenvertrag noch, aber in so mancher Wohnung im Plattenbau sitzen Menschen ganz allein.“

André Buhlan schwört auf seine „tolle Truppe. Jeder ist anders, das macht es so interessant“. In jedem Wagen sitzt beim Einsatz ein Rettungs- und ein Notfallsanitäter. Bei Bedarf wird der Arzt nachgeholt. „In diesem Sommer gab es vor allem viele Menschen mit Kreislaufproblemen und Hitzeerschöpfung.“ Sagt auch mal jemand danke? „Aber ja!“, sagt André Buhlan. Mancher bringe einen Präsentkorb, andere schicken eine Karte. „Das gibt es viel und es tut unseren Leuten gut.“

Die Rettungswache ist eine Tochter des Landkreises Oberhavel. Sie beschäftigt an den Standorten Oranienburg, Schönfließ und Germendorf insgesamt 60 Mitarbeiter, darunter sind neun Frauen.

Zum Fuhrpark in Oranienburg in der André-Pican-Straße gehören vier Rettungswagen, davon sind zwei im 24-Stunden-Dienst, die anderen beiden zwischen 8 und 20 Uhr im Einsatz. Dazu kommt ein Notarztwagen.

Jedes Fahrzeug rückt im Durchschnitt zu sechs Einsätzen pro Zwölf-Stunden-Schicht aus. Nur fünf Prozent der Einsätze sind schwere Unfälle, zumeist rufen Menschen privat um Hilfe.

Die Leitstelle in Eberswalde koordiniert alle Rettungseinsätze.

Von Heike Bergt

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