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Medizinstudenten zeigen Schülern Erste-Hilfe

Sachsenhausen Medizinstudenten zeigen Schülern Erste-Hilfe

Mit dem Projekt „Jeder kann ein Held sein“ sind derzeit Berliner Charité-Studenten in der Grundschule Sachsenhausen. Sie vermitteln Erste-Hilfe-Wissen – ehrenamtlich und in ihrer Freizeit. Dafür sind die Studenten für einen Förderpreis des Innenministeriums nominiert worden.

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Sicherheit durch Selbstschutz-Waffen

Medizinstudentin Anne Nasert zeigt den Erstklässlern die stabile Seitenlage.

Quelle: Marco Winkler

Sachsenhausen. Erste Hilfe, Reanimation, Verbandslehre, stabile Seitenlage, Selbstschutz. Themen, die 180 Grundschüler in Sachsenhausen aktuell beschäftigen. Medizinstudenten aus Berlin sind mit ihrem Projekt „Jeder kann ein Held sein“ vor Ort und zeigen den Kindern, was im Notfall zu unternehmen ist.

Schulleiterin Andrea Schild war vom Angebot der Studenten sofort begeistert. Erste-Hilfe-Themen bekommen die Schüler zwar im Rahmen des Sachkunde- und Biologieunterrichts vermittelt. Aber selten so intensiv wie das jetzt der Fall ist. „Das passt einfach und ist eine echte Bereicherung des Unterrichts“, so Andrea Schild.

Ehrenamtlich und kostenfrei

„Lehrer und Eltern unterstützen uns, indem sie beispielsweise Verbandskästen zur Verfügung stellen“, so Anne Nasert. Die 23-Jährige ist im achten Semester an der Medizinischen Fakultät der Charité. Wie neun weitere Studenten und Rettungssanitäter ist sie im Verein „Pépinière“. Er wurde extra für das Projekt ins Leben gerufen. „Es ist meine Kopfgeburt“, sagt Philipp Humbsch aus Frankfurt/Oder. Der 25-Jährige hat festgestellt, dass Kinder motivierter als Erwachsene sind, wenn es um Erste Hilfe geht. „Sie wollen lernen.“

Deshalb gründete er einen Verein. Ziel: Möglichst viele Schüler ausbilden und sie fürs Ehrenamt begeistern. Denn da gebe es in Brandenburg Nachholbedarf, besonders im Gebiet des Katastrophenschutzes.

Die Studenten arbeiten ehrenamtlich, in ihrer Freizeit. Die Schule muss für das Ausbildungsangebot nichts zahlen. „Es ist alles kostenlos“, erklärt Philipp Humbsch. Der Verein finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge und Sponsoren. „Wir streben aber momentan die Gemeinnützigkeit an“, so Humbsch. Im Oktober dürfte es so weit und das Anliegen durch alle offizielle Instanzen gegangen sein.

Nominiert für Förderpreis des Innenministeriums

Seit Anfang 2016 existiert der Verein „Pépinière“, was so viel heißt wie „Pflanzschule“. „Der Gedanke hinter dem Namen ist, dass etwas von klein auf heranwächst“, erklärt Anne Nasert das Konzept. Zusammen mit der Unfallkasse Brandenburg und einigen privaten Spendern konnte der Verein aufgebaut, die ersten 50 Erste-Hilfe-Puppen angeschafft werden. Um die 600 Kindern wurden in diesem Jahr schon geschult. 1000 sollen es werden. Das Besondere: Ganze Schulen werden ausgebildet, nicht nur einzelne Klassen. Der Erfolg ist enorm. Das Projekt „Jeder kann ein Held sein“ wurde sogar für den Förderpreis„Helfende Hand“, ausgeschrieben vom Bundesministerium des Innern, nominiert.

Stimme abgeben : Bis zum 28. November kann unter www.helfende-hand-foerderpreis.de abgestimmt werden.

Von Marco Winkler

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