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Oranienburg Mehr Busse für Gedenkstätten-Besucher
Lokales Oberhavel Oranienburg Mehr Busse für Gedenkstätten-Besucher
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12:53 19.05.2016
Erste offizielle Unterstützer setzen ihre Unterschrift für eine engere Taktung der Busabfahrten in die Gedenkstätte. Quelle: Marco Winkler
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Oranienburg

Vertrautes Bild: Wanderungen zur Gedenkstätte Sachsenhausen. Meist jüngere Menschen in internationaler Besetzung nehmen den 20-minütigen Fußweg vom Bahnhof zur Gedenkstätte in Kauf. Ein weiteres gewohntes Bild: Verwirrte Blicke am Bahnhof. Wo lang geht’s denn zur Gedenkstätte? Wann fährt der nächste Bus dorthin? Und die Sicherheit: Auch dieser wird überfüllt sein.

Es ist ein Thema, das die Stadt seit Jahren bewegt. Jetzt machen Gedenkstätte, Sachsenhausen Komitee, Förderverein und weitere Unterstützern erneut auf den „Missstand, der uns seit Jahren ärgert“, so Dr. Horst Seferens, Pressesprecher der Gedenkstättenstiftung, aufmerksam – mit einer Unterschriftenkampagne.

Erreichbarkeit. Darum geht es. Steuerten 1992 noch 168 000 Besucher die Gedenkstätte an, waren es 2015 schon 660 000. Sie kommen über Berlin, nutzen Regional- und S-Bahn. „Das Problem ist, dass der Bus 804 nur einmal in der Stunde vom Bahnhof zur Gedenkstätte fährt“, so Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch. Am Wochenende fährt die Linie sogar nur im Zweistundentakt. Seit Jahren will die Gedenkstätte das ändern. Einen ganzen DIN A4-Ordner füllt die Korrespondenz von Günter Morsch mit dem Landkreis über diesen „unzumutbaren Zustand.“ Die Reaktion sei laut Morsch „vage“. „Bisher gab es keine Argumente, die gegen eine engere Taktung des Busverkehrs sprechen.“

Besucher der Gedenkstätte unterzeichnen die Unterschriftenkampagne. Quelle: Marco Winkler

Gerade für Oranienburger Senioren wären mehr Busse gut, wissen sie teils nicht, wie sie zum Bahnhof oder vom Bahnhof nach Sachsenhausen kommen, sind doch die Busse ständig überfüllt. „Der Situation muss Rechnung getragen werden“, sagt Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke. Er betont, dass die Stadt nicht in der Verantwortung sei. Verantwortlich für den Personennahverkehr sind die Oberhavel Verkehrsgesellschaft. Träger ist der Landkreis. „Wir müssen reagieren“, so Laesicke. „Gerade weil Oranienburg der größte Kreisumlagenzahler ist, erwarte ich, dass auch ein Stückchen zurück kommt.“ Dabei wolle er nicht gegen den Kreis arbeiten, sondern mit ihm zusammen.

Die Worte des Landkreises sind deutlich: „Die gewünschte Taktverdichtung der Linie 804 wird im Moment keine Berücksichtigung in der Fahrplangestaltung finden“, so Kreissprecherin Constanze Gatzke. Das Angebot sei „verhältnismäßig“. Nur zu Spitzenzeiten werde eine Auslastung der Busse durch Gedenkstättenbesucher wirklich erreicht.

Einige Überlebende können Gedenkstätte nicht mehr besuchen

Rainer Klemke, Vorstandsmitglied des Fördervereins der Gedenkstätte, verweist auf Berlin. „Dort sind die Gedenkstätten alle in fünf bis zehn Minuten zu erreichen. Wenn Touristen hier her kommen, erwarten sie das auch.“ Er prophezeit mehr Besucher, sollte sich der Nahverkehr und die Anbindung an Sachsenhausen verbessern. Der Landtagsabgeordneter Björn Lüttmann (SPD) spricht von einer „antiquierten Situation“, während Andreas Meyer, Vize-Präsident Internationalen Sachsenhausen Komitees (ISK), auf die Opferverbände aufmerksam macht . „Überlebende können den Ort nicht mehr besuchen, weil er so schlecht zu erreichen ist. Öffentlicher Nahverkehr sollte kein Luxusgut sein“, so Meyer.

Der Landkreis verweist derweil auf das neue Verkehrskonzept Oranienburgs und die mögliche Errichtung eines Stadtbussystems. „Ob in diesem Zusammenhang auch das Anliegen einer Taktverdichtung auf der Linie 804 seine Beachtung findet, bleibt abzuwarten“, so Constanze Gatzke.

Besucher

der Gedenkstätte Sachsenhausen setzten am Mittwoch ganz selbstverständlich ihre Unterschrift für eine bessere Anbindung der Gedenkstätte an das Liniennetz der OVG. Zu den Erstunterzeichnern gehörten der Präsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees (ISK), der französische Überlebende Roger Bordage, der ISK-Generalsekretär Dik de Boef, Karl-Heinz Grollmisch vom Seniorenbeirat und Prof. Dr. Hajo Funke.

Die Zettel liegen in drei Sprachen im Besucherzentrum der Gedenkstätte aus. Ferner sollen sie bald in der Oranienburger Stadtverwaltung einen Platz finden. Unterstützer müssen Vor- und Nachnahmen, Adresse sowie ihre Unterschrift hinterlassen.

ist ebenfalls möglich. Informationen gibt es hier. Link

Von Marco Winkler

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