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Mehr Torhorstschüler als erwartet

Oranienburg Mehr Torhorstschüler als erwartet

Die gymnasiale Oberstufe der Torhorstschule muss in diesem Jahr ihre Zügigkeit von drei auf vier erhöhen. Grund sind die hohen Schülerzahlen. Entspannung ist in Sicht: Der Umbau der Schule für 15,8 Millionen Euro beginnt 2017. Zur Bauzeit kommen Schüler in einer Gemeinschaftsunterkunft in Lehnitz unter, in der aktuell noch Geflüchtete leben.

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Noch leben hier Geflüchtete, im kommenden Jahr werden Schüler ihren Unterricht in Haus 16 haben.

Quelle: Marco Winkler

Oranienburg. Die gymnasiale Oberstufe der Torhorst Gesamtschule muss in diesem Jahr vier- statt dreizügig fahren. Darüber informierte der Bildungsausschuss. Alle angemeldeten Schüler waren am ersten Schultag dort. „In den letzten Jahren war das nie der Fall“, so Bildungsdezernent Dieter Starke. Deshalb konnte die Dreizügigkeit erhalten bleiben. „Zum ersten Schultag sind immer weniger gekommen, weil sie sich doch noch anders, beispielsweise für eine Ausbildung, entschieden haben.“ Auf den Sonderfall jetzt hätte das Schulamt aber schnell reagiert mit zusätzlichen Lehrern.

Torhorst-Schulleiterin Manuela Brüssow ist darüber erfreut. „Wir sind stolz, dass alle 97 Schüler die Berechtigung zur gymnasialen Oberstufen erreicht haben“, sagt sie über den „starken 10. Jahrgang“. Trotzdem sei es eine Sonderregelung und könne kein Dauerzustand sein.

Kapazitätsgrenze ist erreicht

Elke Bär (Linke) kritisierte im Ausschuss, dass nicht gleich das vierzügige System eingeführt wurde. „Das war absehbar bei 97 Anmeldungen“, sagte sie. Sie, Kathrin Gehring und Nicole Walter-Mundt (beide CDU) sehen den Torhorst-Fall als Beispiel für den nicht weitreichend genug gedachten Schulentwicklungsplan. Laut Entwurf sind im Schnitt pro Jahr 75 Schüler an der Torhorst, die dreizügig beschult werden. Das aktuelle Beispiel stellt die Prognose in Frage.

Bestätigen kann das Gabriele Schiebe, Leiterin des Louise-Henriette-Gymnasium. Auch ihre Schule muss seit Jahren fünfzügig fahren. „Die Kapazitätsgrenze ist erreicht“, sagt sie. Teils müssten Klassenräume mit Bänken aufgestockt werden oder Deutsch-Unterricht im Chemieraum stattfinden. „Das darf eigentlich nicht sein.“

Torhorst-Schüler ziehen in sanierte Asylunterkunft

In der Torhorst-Schule könnte in ein paar Jahren etwas Entspannung eintreten. Für 15,8 Millionen soll sie saniert werden samt Anbau und Dreifeld-Sporthalle. Baubeginn könnte 2017 sein. Als Zwischenstation für die Schüler ist Haus 16 in Lehnitz gedacht. Eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber, die vom Netzt gehen und saniert werden soll.

Noch leben dort Geflüchtete. Bis Ende des Jahres soll die Unterkunft allerdings leer sein. „Die Sanierungsarbeiten des Gebäudes für die Zwischennutzung der Torhorst-Gesamtschule beginnen im ersten Quartal 2017“, teilt Kreissprecherin Constanze Gatzke mit. Das Gebäude könnte eine Zukunft haben: „Es ist diskussionswürdig, ob wir den Standort als Schulgebäude beibehalten“, so Dieter Starke.

Von Marco Winkler

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