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Oranienburg Mendheim-Oberstufenzentrum: Angehende Erzieher kämpfen für ihren Musikraum
Lokales Oberhavel Oranienburg Mendheim-Oberstufenzentrum: Angehende Erzieher kämpfen für ihren Musikraum
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01:15 02.03.2019
Die angehenden Erzieher des Oranienburger Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums kämpfen um ihren Musikraum. Quelle: dpa
Oranienburg

„Wir streiken!“ Das kündigen die Schüler des Oranienburger Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums (OSZ), am Standort in der Willy-Brandt-Straße, für Donnerstagmorgen zum Schulbeginn an.

Raum soll an die Agus-Akademie abgegeben werden

Kämpfen wollen die angehenden Erzieher, die an der Schule in drei Jahren ausgebildet werden, um ihren Musikraum in der zweiten Etage des alten Gebäudes des ehemaligen Runge-Gymnasiums. „Wir haben soeben kurzfristig erfahren, dass man uns unseren Musikraum wegnehmen wird“, schreiben die Schüler, die um Unterstützung bei ihrer Aktion bitten. Hintergrund sei, dass der Raum von der im selben Gebäude untergebrachten Agus-Akademie benötigt werde, sagen die Schüler.

Ab 1. April werden auch Gesundheits- und Krankenpfleger ausgebildet

Das bestätigt auch Constanze Gatzke, Sprecherin des Landkreises Oberhavel, in dessen Kooperation 2014 die Agus-Altenpflegeschule Oranienburg gegründet wurde. Ab 1. April können auch Gesundheits-und Krankenpfleger an der neugegründeten Schule für Gesundheits- und Krankenpflege ausgebildet werden. Beide Schulen befinden sich seit August 2018 in Trägerschaft der Oberhavel Kliniken GmbH. Für die zunehmende Zahl an Schülern – über die man überaus froh sei – benötige man die entsprechenden Räumlichkeiten, so Gatzke. Und für die Ausbildung mit Pflegepuppen und Betten brauche man Räume mit mindestens 60 Quadratmetern – wie eben den Musikraum.

Im alten Gebäude des Runge-Gymnasiums ist das OSZ untergebracht Quelle: Enrico Kugler

Über diesen Umstand sei die Schulleitung bereits im Oktober informiert worden, erklärt die Pressesprecherin. Verbunden mit der Bitte, eine Rückmeldung zu geben, welchen Raumbedarf es für das OSZ gebe. Erst dann könne man sich auf die Suche nach einem Ersatzraum machen. Genügend Alternativräume seien in dem Gebäude, das früher für ein dreizügiges Gymnasium mit sieben Jahrgangsstufen genutzt wurde, vorhanden. „Den Schülern soll der Raum nicht weggenommen werden. Der Musikunterricht ist nicht gefährdet. Die Schule muss sagen, was sie braucht. Wir warten auf die Schulleitung“, stellt Constanze Gatzke klar. Doch eine Rückmeldung seitens der Schule sei bis heute nicht eingetroffen, so Gatzke.

Drei Stunden Musikunterricht

„Das sind unsere Räume“, erklärt Michelle Hartwig, die im ersten Ausbildungsjahr zur Erzieherin ist. „Wir fühlen uns von der Agus verdrängt.“ Über Mitschüler habe sie erfahren, dass am heutigen Donnerstag der Musikraum ausgeräumt werden soll, berichtet die 19-Jährige aus Zernikow. Das wollen sich die angehenden Erzieher im ersten Jahr, die donnerstags immer drei Stunden Musikunterricht haben, nicht gefallen lassen. Und so entstand die Idee eines Streiks. Doch ein möglicher Umzug sei nicht Sache der Schüler, stellt Constanze Gatzke klar. Dafür gebe es entsprechendes Personal.

Klassenräume für 30 Musikschüler zu klein

Es sei unüberlegt, den Erziehern den Raum wegzunehmen, findet Michelle Hartwig. Sie fragt sich, wo man in Zukunft Gitarre oder Keyboard lernen soll. Wichtige pädagogische Fähigkeiten, die sie später für ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen benötigen würden, so die 19-Jährige. „Mit 30 Leuten ist dafür ein Klassenraum zu klein! So kann man nicht ordentlich lernen.“ Besonders ärgert sie der Vorgang, weil das OSZ bereits den Kunstraum und auch den großzügigen Pflegeraum an die Agus-Akademie abgeben musste.

Dieter Starke ist der Schulleiter des Oberstufenzentrums Quelle: Irina Schmidt

Doch Constanze Gatzke relativiert: Für den Kunstraum habe sich die Schule selber größeren Ersatz gesucht und für einen alternativen Pflegeraum habe Schulleiter Dieter Starke sein Büro geräumt. Dieser will sich zum Thema Musikraum nicht wirklich äußern. „Das ist ein Prozess, wird sind mit dem Schulträger im Gespräch. Wir haben uns bisher immer mit dem Landkreis geeinigt. Es ist noch nicht final abgestimmt. Aber ich kann die Schüler verstehen, dass es für sie ein Thema ist“, erklärt der Pädagoge. Landkreissprecherin Gatzke ist überzeugt, dass sich ein Raum finden lässt, der sich qualitativ genauso gut als Musikraum einrichten lasse.

Von Ulrike Gawande

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