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Oranienburg Mit Seitenscheitel aus dem Uterus
Lokales Oberhavel Oranienburg Mit Seitenscheitel aus dem Uterus
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13:20 20.11.2016
In Rot und in Aktion auf der Bühne der Orangerie: Tatjana Meissner. Quelle: F. H. Koeser
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Oranienburg

Die Rentner haben Schuld, mal wieder. Tragen sie doch enorm zur Klimaerwärmung bei. Das zumindest findet Tatjana Meissner. Viele von ihnen haben einfach den Darm nicht mehr so ganz unter Kontrolle, erklärt die Kabarettistin, und setzen daher jede Menge Methan-Gase frei. Steht doch alles in der Rentner Bravo – der Apotheken-Umschau.

Loswerden kann man sie nur schwer, die blöden Alten passen nicht einmal durch die Baby-Klappe. Aber sie warnt auch vor Facebook, der „selbst angelegten Stasi-Akte“. Jeder Shitstorm bestehe eben auch aus lauter kleinen Blähungen.

Die Gags und Pointen zünden in der ausverkauften Orangerie in Oranienburg. Ihre Comedy-Show „Sexuelle Evolution“, frivol und selbstironisch, kam vergangenen Freitag bestens an. Selbst bei dem Publikum, das in der ersten Reihe sitzt. Mit reichlich Lob belohnt sie deren Mut. Etwa Christa, die so schöne lange Beine hat. Oder Micha, dieses Prachtstück, mit seinem süßen kleinen Bauch. Ihr Kumpel Ronny, leider abwesend, kommt weniger gut weg. Der liebe Gott hatte Humor, als er ihn geschaffen hatte, befindet sie. Oder er wusste einfach nicht mehr, wohin mit den Resten.

Tatjana Meissner, kurze blonde Haare, langes, feuerrotes Kleid, gibt augenzwinkernd die Femme fatale. Sie witzelt, singt, hebt die Arme zum „Gruß an die Sonne“ und macht zwischendurch auch mal einen auf Madonna.

Ob die auch schon Oma werden will? Tatjana Meissner kann es jedenfalls nicht abwarten. Die Tochter ist 32, lebt mit einem Holländer in Amsterdam, nur passiert ist bisher nichts. Was ist da los? „Ich bin nicht bereit, einen weiteren Umweltverschmutzer in die Welt setzen“, hatte der Niederländer ihr mal nach einem Vier-Augen-Gespräch beschieden. Der Mann ist ökologisch fast so korrekt wie ihre Nachbarschaft. In Potsdam-West wohnt die Kabarettistin, in ihrem Haus, auf dem Hof, überall herrscht der Terror der Bio-Mütter und ihrer Kinder. Erbarmungslos. Batik-Röcke, Filzkäppchen.

Um den Klimawandel aufzuhalten, muss man doch nicht gleich aussehen wie eine Vogelscheuche, findet Tatjana Meissner. Fliegen die gefiederten Freunde doch vor Schreck in die Windräder, wo sie dann gehäckselt werden. Sitzt die Kabarettistin gemütlich auf ihrem Balkon, währt die Ruhe nicht lange. Eigentlich muss ein Kinderabwehr-Graben her, findet sie.

Marie-Johanna, essen kommen, ruft etwa eine Mutter laut und häufig. Es klingt wie Marihuana. Oder der kleine Lars Maria Finn, die Familie stammt aus Schwaben. Der ist schon mit Seitenscheitel aus dem Uterus geschnellt, ätzt die Kabarettistin. Mit einem Vertrag für Querflötenunterricht in der Hand. Der Kleine sitzt meist in einem Designer-Kinderwagen, tiefergelegt, mit Pirelli-Reifen.

Und die Mama hat sich passend dazu die Lippen aufgespritzt. Der Schlauchboot-Mund schwimmt bei der kommenden Klimaerwärmung bestimmt oben.

Von Fritz Hermann Köser

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