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Oranienburg Mit dem Rollstuhl aufgeschmissen
Lokales Oberhavel Oranienburg Mit dem Rollstuhl aufgeschmissen
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00:36 26.05.2018
Detlef Neumann schildert, wie er im Ärztehaus in der Berliner Straße vor dem kaputten Fahrstuhl stand. Quelle: Andrea Kathert
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Oranienburg

Ein geschlagenes Vierteljahr hatte Detlef Neumann auf einen Termin beim Lungenarzt gewartet. Vor kurzem, an einem Freitag, machte er sich auf den Weg zum Ärztehaus in der Berliner Straße.

Detlef Neumann ist auf den Rollstuhl angewiesen. Wenn er sonst einen Termin im Ärztehaus wahrnehmen musste, konnte er über die Schräge, die eigens hinter dem Haus gebaut wurde, in das Gebäude gelangen. Die Schwestern der gynäkologischen Praxis waren in solchen Fällen so nett, ihm weiterzuhelfen. Doch dieses Mal hatte diese Praxis geschlossen.

Der Fahrstuhl, den Detlef Neumann gern benutzt hätte, ist schon seit Herbst letzten Jahres außer Betrieb. So begab er sich also zum Haupteingang, wo etliche Stufen zu überwinden sind, um ins Haus zu gelangen.

„Wie bekommen wir sie bloß nach oben“, hatte auch seine Lungenärztin ratlos gefragt. Mit dem Rollstuhl gar nicht. 150 Kilo und dazu der Rolli, das sei unmöglich gewesen. „Ich musste also allen Ernstes auf dem Hintern die Treppen hochrutschen“, schildert Neumann.

Eine traurige Angelegenheit

„Das ist doch einfach nur traurig“, findet der 65-Jährige. „Dort, wo wirklich Probleme bestehen, passiert nichts.“ Er würde auch öfter zu seinem Lungenarzt gehen, meint Neumann. Er habe es mit den Bronchien. „Aber nicht, wenn ich jedes Mal auf dem Hintern rutschen muss.“

Schon ein halbes Jahr ist der Fahrstuhl im Ärztehaus außer Betrieb.

An dieser Aussicht wird sich so bald nichts ändern, wie Heike Wittstock, Pressesprecherin der Oberhavel Kliniken GmbH informierte. Die Kliniken als Pächter des landkreiseigenen Gebäudes liegen seit Ende vorigen Jahres im Rechtsstreit mit der Aufzugsfirma. „Das Verfahren läuft zurzeit noch“, so Heike Wittstock. Bevor das Verfahren nicht abgeschlossen sei, könne eine Reparatur bedauerlicherweise nicht erfolgen.

Die gesetzlich gesetzten Bedingungen ließen das nicht zu, so dass die Anlage auch weiterhin nicht genutzt werden kann. „Uns ist gegenwärtig, dass für Patienten, die auf den Aufzug angewiesen sind, eine unglückliche Situation entstanden ist, aber leider sind uns in diesem Fall die Hände gebunden.“

Das Dilemma des Fahrstuhls ist aber eigentlich sogar noch größer. Selbst, wenn er funktionieren würde, halten ihn Rollstuhlfahrer gelinde gesagt für eine Lachnummer. E-Rollstühle passen gar nicht in den engen Fahrstuhl hinein. Die Patienten müssen in einen einfachen Kinderrollstuhl umsteigen. Für viele ist das gar nicht machbar, auch nicht für Detlef Neumann.

Selbst mit dem Rollator ist es zu eng

Selbst Rollatorbenutzer haben es schwer, weil sie sich in der engen Kabine gar nicht umdrehen können. Die Ärzte und andere Mieter im Haus sind natürlich über diese Situation auch nicht erfreut.

Weil der Zustand mit dem defekten Fahrstuhl schon seit vielen Monaten anhält, wurde vor dem Fahrstuhl eine Tafel angebracht, auf der steht: „Sollten Sie Hilfe benötigen, benutzen Sie die Klingel“. Jede Praxis hat ihre eigene Klingel angebracht. Allerdings ist fraglich, ob alle Rollstuhlfahrer auch selbstständig heranreichen.

Zum Hintergrund

Die Oberhavel Kliniken GmbH ist der Verwalter des Ärztehauses, Eigentümer der Immobilie ist der Landkreis Oberhavel. Beide hätten größtes Interesse daran, dass die Aufzugsanlage im Gebäude so schnell wie möglich wieder funktionstüchtig ist, informiert die Pressesprecherin der Kliniken Heike Wittstock.

Um das schnellstmöglich gewährleisten zu können, war es nötig, umfassende Maßnahmen, insbesondere rechtlicher Natur, auf den Weg zu bringen.

Zur Sachlage: Ende des Jahres 2015 wurde durch die Firma Kone in diesem Gebäude eine Aufzugsanlage eingebaut, die über einen längeren Zeitraum jedoch nur mangelhaft funktionierte.

Infolge dessen musste sie stillgelegt werden.

Die intensiven Bemühungen der Oberhavel Kliniken GmbH, mit dieser Firma eine Einigung zu finden, schlugen fehl.

Vor diesem Hintergrund sind bereits Ende vergangenen Jahres rechtliche Schritte eingeleitet worden. Das entsprechende Verfahren läuft zurzeit noch.

Die gesetzlich gesetzten Bedingungen lassen eine Reparatur vor Abschluss des Verfahrens bedauerlicherweise nicht zu, so dass die Anlage derzeit auch weiterhin nicht genutzt werden kann.

Den Kliniken und dem Landkreis sei gegenwärtig, dass für Patienten, die auf den Aufzug angewiesen sind, eine unglückliche Situation entstanden ist, aber leider sind uns in diesem Fall die Hände gebunden, so Heike Wittstock.

Von Andrea Kathert

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