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Modellbahnbauer im Fachsimpel-Rausch

Lehnitz Modellbahnbauer im Fachsimpel-Rausch

Es ist mittlerweile eine feste Tradition: Der Modelleisenbahnclub Oranienburg 1964 stellt jedes Jahr zum ersten und zweiten Advent seine großen Anlagen mit den kleinen Zug-Welten im Lehnitzer Kulturhaus Friedrich Wolf aus. Dass Modellbahnbauen kein „Alte-Männer-Hobby“ ist, bewies die Jugend des Vereins.

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Jung und Alt staunt, ob der liebevoll gestalteten Anlage von Paul-Heinz Friedrich (links).

Quelle: Robert Roeske

Lehnitz. Faszination Eisenbahn. Sie hat trotz zynischer Unkenrufe, das zeitintensive „Keller-Hobby“ sei nur etwas für ältere Herren und sterbe mit ihnen aus, nichts von ihrem Reiz verloren. Das bewies am Wochenende erneut die Traditionsausstellung des Modelleisenbahnclubs (MEC) Oranienburg 1964. An zwei Tagen – wie immer zum ersten Advent – öffneten die 43 Mitglieder die Türen des Kulturhauses Friedrich Wolf in Lehnitz. Zusammen mit Gastvereinen und privaten Zugfans präsentierten die Modellbauer ihre eigenen Schienenwelten.

Volker und Angelika Schlömp waren schon früh vor Ort, kurz nach der Eröffnung. Eine weise Entscheidung, füllte sich der Raum doch in Windeseile mit Bahn-Enthusiasten. „Wir sind jedes Jahr hier“, so das Ehepaar aus Hennigsdorf. Eine Premiere war es für sie dennoch. Enkel Jiyan hatten sie erstmals mit dabei. Wie gebannt stand der Fünfjährige mit staunenden Augen vor den Miniaturlandschaften und teilweise Rauch spuckenden Modellzügen. „Zu Hause haben wir noch eine Bahn, die wir nachher mit ihm aufbauen wollen“, verriet Angelika Schlömpf. Ihr Mann fügte fachmännisch hinzu: „Spur TT.“

Jiyan staunte nicht schlecht über die kleinen Züge

Jiyan staunte nicht schlecht über die kleinen Züge.

Quelle: Robert Roeske

Ja, die Männer – Schmalspurfans, keine Schmalspurganoven – kennen sich aus, machten den Ausstellungsraum zur Heimstätte der Fachsimpelei. „Es ist schon ein Männerhobby, das kann man nicht abstreiten“, sagte MEC-Chef Detlef Wilhelm. Seit drei Jahren ist er an der Spitze des Vereins, der die Ortsgruppen Oranienburg und Nauen zusammenführt - und in die Welt trägt. Sie besuchten schon Messen in Österreich, Holland, Dänemark. „Wir kommen rum.“

Das ist jedes Mal eine logistische Herausforderung. Zwei Lkw mieten sie immer für ihre großen Miniaturanlagen. Zehn an der Zahl besitzt der Oranienburger Verein. Die neuste Clubanlage - H0-Schmalspur - soll einen Teil des Erzgebirges darstellen. „Die Gestaltung planen wir alle am PC, dort erstellen wir die Anlage“, so Detlef Wilhelm. Ein paar Jahre Aufbau sind aber noch nötig, treffen sich die Mitglieder zum Basteln „nur“ einmal die Woche vier bis fünf Stunden. „Wir haben aber immer etwas zu tun.“

Hier fährt die DB immer pünktlich

Hier fährt die DB immer pünktlich!

Quelle: Robert Roeske

Mit dabei im Verein: Finn Hockauf (14) und Jim Sauer (13) aus Oranienburg. Sie schrauben den Altersdurchschnitt etwas nach unten. Die beiden Jugendlichen sind begeisterte Eisenbahner, haben eigene Anlagen zu Hause, schrauben im Club mit den „Alten“. „Der Club verbindet uns alle“, so Jim. „Wir lernen hier viel“, ergänzte Finn.

Unter anderem von Paul-Heinz Friedrich, auch wenn der Senior aus Leverkusen nicht so oft da ist. Der 77-Jährige ist seit fünf Jahren Ehrenmitglied im Verein. Zu den Ausstellungen reist er immer an und übernachten bei einem Modellbauer-Freund. Sein Schatz: Ein Nachbau des Circus Sarrasani aus den 1950ern - mit unglaublichen 2000 einzelnen Figuren, einer Beerdigungsszene, einem Jahrmarkt, einer Hochzeitszeremonie und vielem mehr. Zweieinhalb Jahre hat er an der Anlage gebaut. „Ich habe dafür alte Wochenschauberichte studiert“, berichtete er.

Daumen hoch für die Veranstaltung

Daumen hoch für die Veranstaltung!

Quelle: Robert Roeske

Er brauchte für den Bau aber die Genehmigung von Familie Sarrasani. Die hat er bekommen. „Wir sind mittlerweile per Du“, so der Rentner, der erst vor 20 Jahren mit seinem Hobby anfing. Es halte ihn jung, so der ehemalige Krankenpfleger. „Mein Sohn, ein Diplom-Psychologe, hat sogar ein Buch über mich geschrieben, das ‚Positiv altern’ heißt. Aktuell sucht er noch um die 500 sitzende Figuren. Er will seine imposante grüne Manege öffnen und für alle, die schon immer nachhakten, sichtbar machen.

Der MEC präsentiert sich auch am 2. Advent im Kulturhaus Lehnitz und zwar am Sonnabend, 3. Dezember, von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag, 4. Dezember, von 10 bis 17 Uhr. Vorbeischauen lohnt sich!

Von Marco Winkler

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