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Na wo beißen sie denn?

Oranienburg Na wo beißen sie denn?

Kreisanglerverband: Angeln ist weit mehr, als dicke Fische aus dem Wasser zu ziehen. Ob Pflege des Uferbereichs, Müllentsorgung, Einsatz von jungen Karpfen und Aalen oder die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen – es gibt viel zu tun. Derzeit beißen vor allem Aal und Wels.

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Der Vorstand ist Männersache: Frank Penkuhn (Finanzchef), Fabian Kulow (Öffentlichkeitsarbeit), Peter Stöwe (2. Vorsitzender), Olaf Wusterbarth (1. Vorsitzender) und Jugendwart André Stöwe (v. l.).

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. Wann wer den dicksten Brocken je am Haken hatte, damit wollen die Männer einfach nicht rausrücken. Da denke doch gleich jeder an Anglerlatein! „Aber aus dem Lehnitzsee sind schon Welse von 2,10 Metern rausgezogen worden und auch Hechte von 1,30 Metern schwimmen da drin rum“, weiß Olaf Wusterbarth. Wenn das mancher Badegast ahnte, würde ihm vielleicht mulmig“, sagt der Kreisanglerverbandschef und lacht.

Rund 600 Hektar Gewässer stehen Anglern in Oberhavel zur Verfügung: Seen, eine Vielzahl von Kanälen, kleine Kiesgruben, „Und hier kommt eigentlich alles vor an Süßwasserfischen: Hecht, Schlei, Karpfen, Wels, Aal, Plötze und auch in guter Größe“, ist Wusterbarth zufrieden. So wie die „Drei-Sommer-Karpfen“, besonders beliebt in der Küche. Und dass das so bleibt, dafür tragen auch die Angler Sorge, „denn angeln ist mehr als Fische aus dem Wasser ziehen.“

Seit Herbst letzten Jahres wurden zum Beispiel 3,5 Tonnen junge Karpfen eingesetzt. „Sie laichen zwar hier, aber die Gewässer sind nicht lange genug warm, deshalb geht die Brut ein. Zudem gibt es den Freßdruck anderer Fische“, erklärt Wusterbarth. Dem Zander hingegen fehle das Planktonangebot in hiesigen Gewässern und Aalen sind die Wanderweg versperrt. Deshalb werden auch davon Jungtiere eingesetzt. 15 Ehrenamtler zähl des „Bewirtschaftunskollektiv“ (BWK) des Kreisanglerverbandes. Sie starten Bestandskontrollen im Frühjahr und Herbst und sorgen für den Besatz mit Nachwuchs.

Dabei gibt es immer wieder Verschiebungen bei den Beständen. Zum Beispiel, weil sich die Wasserqualität verbessert hat. Eine gute Sache, aber schlecht für den Zander, der liebt trübes, futterkrebsreiches Wasser. Aber andere Arten profitieren. Auch konnte durch die jahrelange Unterschutzstellung von Ukelei und Gründling erreicht werden, dass sich Bestände erholten, erinnert André Stöwe. Wegen des trockenen Sommers fehlen dem Lehnitzsee und auch anderen Gewässern derzeit „rund ein Meter Wasser. Sauerstoffmangel leiden die Tiere aber nicht“, so der Jugendwart.

Jeden ersten Sonnabend im Februar ist in Oberhavel zentraler Hegetag: „Wir sind bemüht, die Gewässer und Ufer begehbar zu halten.“ Dann werden ehrenamtlich Hecken gestutzt und Bäume, aber vor allem Müll weggeräumt. Auch unter Wasser. Was da die Angler schon ans Tageslicht geholt haben: Vom Tresor, über Geldkassetten, Fahrräder, Kühlschränke und Kinderwagen bis zu einem Badeofen. Von Oranienburgs Brücken werde so manches entsorgt. Drei bis vier Arbeiteinsätze gibt es im Jahr beim Verband. Und auch die Nachwuchsarbeit ist Ehrensache: Gemeinsam geht es ins Ferienlager mit den Kindern. Allerdings werde es immer schwerer, junge Leute in Leitungspositionen oder für ehrenamtliche Arbeit im Verband zu gewinnen, bedauert Wusterbarth.

Dass sich bei Hitze kein Fisch vom Wurm verleiten lässt, stimme übrigens nicht: „Mein größter Aal ging mal um 13 Uhr an den Haken“, erinnert er sich. Was im Moment am besten beißt? Aal und Wels sind sich die Männer einig. Na dann: Petri Heil!

Der Kreisanglerverband zählt aktuell rund 5500 Mitglieder. Es ist der Kreisverband in Brandenburg mit den meisten Kindern: 552 Kinder- und Jugendliche werfen die Angel aus.

Der Kreisverband hat einen zwölfköpfigen Vorstand: 1. Vorsitzender ist Olaf Wusterbarth, 2. Vorsitzender Peter Stöwe.

Zur Pflege der Bestände und damit die Angler etwas an den Haken bekommen, wurden seit Herbst 2015 unter anderem 3,5 Tonnen junge Karpfen eingesetzt, 60 Kilo Glasaal und 800 Zander. Ein Kilo junge Glasaale kostet um die 300 Euro. Finanziert wird der Fischbesatz der Gewässer vom Landesverband, der dafür jährlich insgesamt 1,5 Millionen Euro ausgibt.

Die Geschäftsstelle des Kreisanglerverbandes befindet sich in der Heidelberger Straße 34 (03301/52 41 48).

Von Heike Bergt

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