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Oranienburg „Familien-Sport-Verein Oberhavel spielt foul!“
Lokales Oberhavel Oranienburg „Familien-Sport-Verein Oberhavel spielt foul!“
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23:36 14.06.2018
Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke (Archivbild) gab zu den Vorwürfen des FSV Oberhavel eine deutliche Stellungnahme. Quelle: Helge Treichel
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Oranienburg

Nachdem Jens-Uwe Grande, Vorsitzender des Familien-Sport-Vereins Oberhavel (FSV Oberhavel), Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke am Mittwoch, den 13. Juni 2018, in den sozialen Netzwerken ob einer Stadtwette mit dem Betreiber einer Vergnügungsattraktion auf dem am Wochenende stattfindenden Stadtfest heftig kritisiert hatte, folgte einen Tag später eine ausführliche Stellungnahme der Stadt Oranienburg und ihres Bürgermeisters zu den erhobenen Vorwürfen.

Die Förderung von Ehrenamt und Kinder- und Jugendarbeit in den Oranienburger Sportvereinen sei der Stadt ein wichtiges Anliegen, heißt es in der Pressemitteilung des Rathauses. An vielen Stellen gebe es mit den Verantwortlichen eine vertrauensvolle, konstruktive Zusammenarbeit zum Wohle der Sportlerinnen und Sportler. Es sei auch verständlich, dass Sportvereine für sich selbst und ihre Mitglieder das Beste herausholen wollen und vor allem ihre Interessen vertreten. Beim Familien-Sport-Verein sei inzwischen jedoch eine Grenze erreicht, die mit einseitigen und falschen Darstellungen, die über das Maß des Erträglichen hinausgeht, erklärt Gilbert Collé, Pressesprecher der Stadt Oranienburg, im Namen des Bürgermeisters. „Die Verantwortlichen des Vereins tun den Sportlerinnen und Sportlern mit ihrem fortwährenden Foulspiel kein Gefallen“, heißt es ziemlich deutlich.

Stadt Oranienburg redet Klartext zum Agieren des FSV Oberhavel

Aus diesem Grund wolle die Stadt Oranienburg folgende Fakten klarstellen:

– Der Familien-Sport-Verein-Oberhavel hat die Räume mit einer Größe von 208 Quadratmetern im Lindenring 20a seit 2011 als Vereinsheim und Geschäftsstelle gemietet. Dem Verein war der bauliche Zustand des Gebäudes vor Vertragsabschluss bekannt. Eine Ankündigung oder Zusage für eine Modernisierung hat es nicht gegeben. Der Verein erhält die Räume mietfrei. Er zahlt ausschließlich die bei ihm anfallenden Betriebskosten von etwa 250 € pro Monat.

– Eine Nutzung als Sportstätte war nie vorgesehen, das Gebäude ist für diesen Zweck weitgehend ungeeignet.

– Der FSV hat die Räumlichkeiten wiederholt vertragswidrig Dritten überlassen und über den vertraglich vereinbarten Umfang hinaus genutzt. Die Vertragsverletzung wäre alleine schon ein Grund, dem Verein die Räumlichkeiten zu kündigen. Alleine zum Schutz der Ehrenamtlichen sowie der Sportlerinnen und Sportler hat die Stadt bislang darauf verzichtet, Konsequenzen aus diesem Verhalten zu ziehen.

– Auf Wunsch des Vereins hat die Stadt 2016 die Vergabe des Gebäudes in Erbbaupacht an den Verein auf den Weg gebracht, und ist dabei, zum Beispiel durch die Erstellung eines Verkehrswertgutachtens, auch finanziell in Vorleistung gegangen. Ein Angebot hat der Verein dann ohne Angaben von Gründen nicht abgegeben. Die Stadt hat deshalb entschieden, für die zukünftige Nutzung in einer Machbarkeitsstudie eine zukünftige Nutzung für verschiedene Zwecke der sozialen Infrastruktur und den dafür notwendigen Sanierungsbedarf zu prüfen. Das schließt eindrücklich eine weitere Nutzung durch den Familien-Sport-Verein Oberhavel mit ein.

– Die Behauptung, dass die Stadtverwaltung den FSV Oberhavel schlechter als andere Sportvereine behandeln würde, ist falsch.

– Neben der mietfreien Überlassung der Räume im Lindenring 20a (andere Nutzer zahlen hier durchaus Miete) nutzt der Verein in größerem Umfang städtische Sportstätten zum Beispiel die Sporthalle Havelschule II (ehemals Torhorst) zu den gleichen Konditionen, die auch andere Sportvereine erhalten. Zudem unterstützen die Stadt und die städtischen Gesellschaften den Verein bei Veranstaltungen, wie zuletzt beim Familienlauf im Oranienburger Schlosspark.

– Von einem Fördermittelbescheid, der dem Verein vorliegen soll, ist der Stadt nichts bekannt. Sollte ein solcher Bescheid tatsächlich vorliegen, täte der Verein gut daran, ihn der Stadtverwaltung schnellstmöglich vorzulegen. Die Stadt hat in der Vergangenheit immer alles getan, damit Sportvereine Fördermittel umsetzen können und würde dies auch in diesem Fall tun. Anstatt eine Neiddebatte über die Förderung anderer Sportvereine zu beginnen, sollte der Verein hier der Verantwortung gegenüber seinen Mitgliedern gerecht werden und zu einer sachlichen Zusammenarbeit mit der Stadt zurückfinden.

Offenbar unterschiedliche Meinungen zur Nutzung des Vereinsheimes

Auslöser des öffentlich geführten Disputes war eine am Mittwoch verkündete Wette des Oranienburger Bürgermeisters Alexander Laesicke mit einem Riesenradbetreiber am Freitag, den 15. Juni 2018, zur Eröffnung des Stadtfestes. Danach soll Laesicke 192 Sportler auf dem Schlossplatz im Vereinsshirt zusammentrommeln, für den Verein, der mit den meisten Sportlern vor Ort vertreten ist, gibt es 300 Euro für die Vereinskasse.

Laut Jens-Uwe Grande fordere der Bürgermeister damit „Sportler auf, für einen kommerziellen Gewerbetreibenden Werbung zu machen, lässt sich vor dessen Karren spannen und benutzt damit das Ehrenamt.“ Grande findet das zweifelhaft und verkündete seine Meinung dazu auch öffentlich auf Facebook.

Der Grund der harschen öffentlichen Kritik ist vermutlich jedoch auch in den Differenzen zwischen Grande und der Stadtverwaltung zu finden. Denn laut Grande lässt die Stadt das Domizil des Familien-Sport-Vereins im städtischen Gebäude im Lindenring, einer ehemaligen Kita, „verrotten. Der Zustand ist für die vielen Ehrenamtlichen eine Zumutung“. Der Vereinsvorsitzende Grande vermutet gar, dass man den Verein „rausekeln“ will.

Von MAZonline

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