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Oranienburg Neue Führungsspitze für die Lehnitzer Feuerwehr
Lokales Oberhavel Oranienburg Neue Führungsspitze für die Lehnitzer Feuerwehr
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01:15 07.02.2019
Pascale Döring und Christian Woelke (r.) vor der Wache in Lehnitz. Quelle: Enrico Kugler
Lehnitz

23 und 32 Jahre alt ist die neue Ortswehrführung der Freiwilligen Feuerwehr Lehnitz, die seit Jahresbeginn im Amt ist. Die alte Wehrführung war zurückgetreten, unterstützt die beiden Neulinge jedoch bei ihrem Start ins Amt.

Glürckwünsche an die neue Ortswehrführung kommen auch von Ortsvorsteher Matthias Hennig (r.) Quelle: Enrico Kugler

Pascale Döring, ist zwar erst Anfang zwanzig, doch kann der stellevertretende Ortswehrführer schon auf zehn Jahre Mitgliedschaft bei den Kameraden in Lehnitz zurückblicken. Damals zog der Student der technischen Informatik – er studiert an der Beuth-Hochschule in Berlin – mit seinen Eltern vom Schwarzwald nach Lehnitz und sein erster Weg führte ihn zur Feuerwehr. „Ich fand das cool.“ Da konnte das runde Leder im Fußballverein nicht mithalten. Die Kameradschaft und das Familiäre habe ihn überzeugt, sagt er. „Das gab es beim Fußball nicht.“

Etwas fürs Leben lernen

Zudem könne man bei der Feuerwehr etwas fürs Leben lernen. „Das hat nicht jedes Hobby!“ Und Döring mag die Herausforderung, das Anwenden von theoretisch Gelerntem in die Praxis. An einen Einsatz kann sich der 23-Jährige daher noch gut erinnern: Es war der 14. Dezember 2014, ein Sonntag, als in den Morgenstunden die Wache der Kameraden in Germendorf in Flammen stand. „Es war mein erster Einsatz als Atemschutzgeräteträger, nach drei Wochen Lehrgang“, berichtet Döring. Ein Einsatz, der wahrlich in Erinnerung bleiben wird.

Pascale Döring Quelle: Enrico Kugler

Ebenso wie seine Einsätze im Sommer 2018 bei den Waldbränden in Treuenbrietzen und Fichtenwalde, als Pascale Döring dort im Rahmen der Brandschutzeinheit Oberhavel aktiv war. Über 24 Stunden waren sie dort eingesetzt. Doch aufgrund der hohen Munitionsbelastung in den Wäldern, konnten sie keine direkte Brandbekämpfung durchführen, berichtet der Student. Einmal wurden sie sogar evakuiert. Dafür habe man bei diesen Einsätzen die Wertschätzung der Menschen vor Ort sehr gespürt, erinnert sich Döring. Sogar die Verpflegung der Kameraden hätten die Bürger übernommen. „Das Dankesschönfest der Bürger war sehr schön.“

26 aktive Kameraden

Ansonsten haben die derzeit 26 Aktiven (davon sieben Frauen) – seit Jahresbeginn gab es zwei Ab- und zwei Neuzugänge – nicht mehr allzu viele Brände zu löschen. Die Hauptaufgaben liegen im Bereich der technischen Hilfeleistung: Große und kleine Verkehrsunfälle, Äste oder Bäume auf den Straßen, Beseitigen von Ölspuren oder zunehmend auch Türnotöffnungen. 2018 gab es insgesamt 54 Einsätze. Ein durchschnittliches Jahr. Doch die Tageseinsatzbereitschaft der Lehnitzer Kameraden liegt statistisch bei Null. Ein Problem, dass die Lehnitzer Wehr, die 1923 gegründet wurde, mit vielen anderen Wehren im Land teilt. Für Einsätze stehen in dem im Dezember 2000 eingeweihten Gerätehaus ein Tanklöschfahrzeug TLF 20-40, ein Löschfahrzeug LF 20-16 und ein Mannschaftstransportwagen MTW sowie ein Rettungsboot zur Verfügung.

Ortswehrführer Christian Woelke Quelle: Enrico Kugler

Mit diesem Boot, das flexibler ist als das der hauptamtlichen Kameraden, seien sie alleine 2018 vier Einsätze gefahren, berichtet der neue Ortswehrführer Christian Woelke. Oft wegen Ölspuren auf dem Wasser. Woelke gehört seit 1996 zur Feuerwehr in Lehnitz. Damals war er gerade zehn Jahre alt und wohnte in Oranienburg, doch die Oranienburger nahmen in ihre Jugendfeuerwehr erst Kinder ab zwölf Jahren auf. Also entschied sich Woelke für Lehnitz und blieb. „Seitdem bin ich Feuer und Flamme für die Feuerwehr“, beschreibt er den Reiz und den Adrenalinausstoß, wenn der Pieper geht. Aber auch das Gefühl, alles getan zu haben, um anderen Menschen zu helfen. Mittlerweile wohnt der junge Familienvater auch selbst im Ort. Töchterchen Emmalie (3) ist stolz auf ihren Vater. „Schön“, findet sie es, was der Papa macht. Später möchte sie mit ihm zusammen Feuer löschen gehen, sagt sie.

Emmalie ist stolz auf ihren Papa. Quelle: Enrico Kugler

Im Hauptberuf ist der 32-jährige Hauptlöschmeister als Qualitätsmanagementbeauftragter im Stahlwerk Hennigsdorf tätig, wo er auch schon seine Ausbildung als Werkstoffprüfer absolviert hat. „Ich habe einen sehr guten Arbeitgeber“, ist Woelke im Hinblick auf die Einsätze bei den Waldbränden dankbar, als man ihn als abkömmlich aus der Firma nach Fichtenwalde fahren ließ. Doch er würde nie auf die Idee kommen, nach Hennigsdorf zu ziehen, verrät Woelke, der auch noch als Sanitäter und Maschinist beim Deutschen Roten Kreuz in der schnellen Einsatzeinheit aktiv ist.

Dank bei Starkregeneinsätzen

An seinen allerersten Einsatz als Feuerwehrmann kann sich der junge Ortswehrführer noch gut erinnern. „Es war ein Verkehrsunfall mit einem Todesopfer.“ Das sei ihm damals sehr nahe gegangen, denn sie hätten die Person aus dem Auto geschnitten. „Ich dachte, sie schafft das. Es war meine erste Erfahrung mit einem Todesopfer.“ Lange habe ihn das Gesicht des Todesopfers begleitet, erzählt er, um dann auch die schönen Momente des Helferseins zu beschreiben. Wie beim Starkregen 2017. „Da sagten die Leute: Danke, dass ihr da ward. Wir bekamen Kaffee und Bananen. Das kommt sonst selten vor!“

Feuerwehr Lehnitz mit neuer Führung Quelle: Enrico Kugler

Aktuell bereiten Woelke und Döring ihre erste Hauptversammlung im März vor. Sichten Papierkram, aktualisieren Listen für Beförderungen und planen für den Sommer einen Tag der offenen Tür.

Von Ulrike Gawande

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