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Oranienburg Neues Besucherzentrum für Gedenkstätte
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17:37 30.08.2016
Der Neubau des Besucherzentrums. Quelle: buerozentral.architekten
Oranienburg

Funktional und modern soll es werden, das neue Besucherzentrum der Gedenkstätte Sachsenhausen. Aus dem bisherigen Empfangsgebäude wird dann als Haus für verschiedene Seminare dienen. Die Kosten werden auf 2,63 Millionen Euro geschätzt.

Das Berliner Architekturbüro buerozentral.architekten soll den Erweiterungsbau für das Besucherzentrum in der Gedenkstätte und dem Museum Sachsenhausen realisieren. Das entschied ein sechsköpfiges Expertengremium unter Vorsitz der Wittstocker Architektin Bärbel Kannenberg am Montag nach mehrstündigen Beratungen in Oranienburg.

Die Gedenkstättenstiftung hatte im Rahmen eines eingeladenen Wettbewerbs fünf Architektenbüros um Vorschläge gebeten, wie das vorhandene Besucherzentrum vor dem Hintergrund stark gewachsener Besucherströme und einer steigenden Anzahl von Seminaren und Studientagen funktional verbessert und erweitert werden kann.

Baukosten von über 2,6 Millionen Euro

Der prämierte Entwurf des Berliner Architektenbüros sieht den Neubau eines Empfangsgebäudes auf dem Platz vor dem historischen Gebäude der „Waffenmeisterei“ vor, das seit 2004 als Besucherinformationszentrum dient.

In einem großzügigen Empfangsraum befinden sich ein großer Tresen zur Ausgabe von Informationsmaterial und Audioguides sowie für die Gruppenanmeldung und ein Bereich für den Buchladen. In angrenzenden Räumen stehen Toiletten, Schließfächer, ein Veranstaltungs- und Vortragssaal für 100 Personen sowie Personalräume zur Verfügung.

Das bisherige Besucherzentrum soll zum Seminarhaus umgestaltet und künftig ausschließlich für die vertiefende pädagogische Arbeit genutzt werden. Die Baukosten werden von den Autoren auf rund 2,63 Millionen Euro geschätzt.

Derzeitiges Besucherzentrum maßlos überlastet

Die Jury-Vorsitzende Bärbel Kannenberg erklärte: „Die ausgewählte Arbeit reagiert bestmöglich auf Ort und Anforderungen und überzeugt mit funktionaler Sachlichkeit.“ Der neue Baukörper stehe selbstbewusst, „dennoch gut eingepasst am Eingang zur Gedenkstätte Sachsenhausen - eine gute Geste für die Besucher aus aller Welt.“ Stiftungsdirektor Günter Morsch begrüßte den Entwurf. „Der Neubau erfüllt nicht nur funktional und didaktisch alle Anforderungen, die wir an ein modernes Empfangsgebäude für die jährlich hunderttausenden Besucher aus aller Welt stellen“, sagt er.

Er füge sich auch geschickt in die vorhandenen Strukturen ein und setzt „bei aller Zurücknahme dennoch ein starkes architektonisches Zeichen für eine moderne, professionelle und serviceorientierte Gedenkstättenarbeit.“

Morsch ist äußerst optimistisch, dass sowohl Land als auch Bund aufgrund der „Überlastung des derzeitigen Besucheransturms“ die erforderlichen Mittel zur Realisierung bereitstellen werden.

2015 besuchten 660 000 Menschen die Gedenkstätte. Für das laufende Jahr wird mit einer weiteren Steigerung gerechnet – voraussichtlich mehr als 700 000 Besucher werden pro Jahr prognostiziert. Das derzeitige Besucherzentrum ist für rund 300 000 Besucher pro Jahr ausgerichtet.

Von MAZonline

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