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Oranienburg Der Suppenladen bekommt sein Zuhause
Lokales Oberhavel Oranienburg Der Suppenladen bekommt sein Zuhause
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00:24 15.09.2018
Gudrun Fromm und Hans-Jürgen Schreier vor ihrem Wagen in der Stralsunder Straße. Quelle: Stefan Blumberg
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Oranienburg

Die mündliche Zusage haben Gudrun Fromm und Hans-Jürgen Schreier bereits. „Aber wir warten noch auf die schriftliche Mitteilung, um etwas in der Hand zu haben“, sagen die Betreiber von „Cook rein“, dem neuen Suppenladen in der Stadt. Auf diesem Schriftstück soll stehen, dass sie ihren (mobilen) Standort an der Ecke Stralsunder Straße/Willy-Brandt-Straße räumen können, um wie geplant in das Geschäft in der Schulstraße 4 bis 8 zu ziehen. Am Donnerstag geht das Schreiben spätestens raus, versicherte Constanze Gatzke, Pressesprecherin des Landkreises Oberhavel.

Genau dort wollte das Startup-Unternehmen am 2. Juli Eröffnung feiern. Aber dem eingereichten Bauantrag fehlte die Kampfmittelfreiheitsbescheinigung. Für das Duo schwer nachvollziehbar, weil es zuvor einen Backshop in genau den Räumen gegeben habe. Für den war 2006 eine Nutzungsgenehmigung erteilt worden. Das Problem: Die beiden Unternehmer hatten bereits angefangen, den Laden umzubauen und schufen in dem Zuge Sitzmöglichkeiten. „Damit handelt es sich baurechtlich um einen Gastronomiebetrieb“, sagt Constanze Gatzke.

Gudrun Fromm von Cook rein“ Quelle: Enrico Kugler

Gudrun Fromm und Hans-Jürgen Schreier stehen seitdem mit ihrem mobilen Wagen an der Ecke Stralsunder Straße/Willy-Brandt-Straße. Eine festgefahrene Sache. „Es haben uns viele Menschen unterstützt. Die Tür öffnete vermutlich Nicole Walter-Mundt“, sagt Hans-Jürgen Schreier. „Ich habe als Vorsitzende des Petitionsausschusses des Landkreises Akteneinsicht gefordert und eine Anfrage an den Landkreis gestellt“, sagte sie auf Nachfrage der MAZ. „Es kam Bewegung in die Situation.“

Der Landkreis hält dagegen, dass es schon vor Monaten das Angebot gegeben habe, die Nutzungsgenehmigung aus dem Jahre 2006 in Anspruch zu nehmen – mit dem Hinweis, dass es jedoch keine Sitzgelegenheiten geben darf. „Allerdings ist darauf nicht eingegangen worden“, so Constanze Gatzke.

Am Montag gab es ein Gespräch mit den Antragstellern und Vize-Landrat Egmont Hamelow als zuständigem Dezernenten, am Dienstag folgte mit dem Leiter des Bauordnungsamtes, Oliver Grützmacher, ein Vor-Ort-Termin. „Man hat sich darauf geeinigt, dass die Bauherren die Sitzgelegenheiten zurückbauen, die beiden Stehtische und die Hocker können bleiben. Stattdessen wollen die Betreiber wohl eine Kühlvitrine zusätzlich aufstellen, wo Salate, etc. zum Verkauf angeboten werden“, so Constanze Gatzke.

Hier kann bald Suppe gegessen werden. Quelle: Enrico Kugler

„Dass wir keine Sitzgelegenheiten anbieten können, trifft uns natürlich“, so Hans-Jürgen Schreier. Dabei wird es vermutlich (vorerst) auch bleiben, denn ohne Kampfmittelfreigabebescheinigung gibt’s keine Genehmigung für einen Umbau. Der Bereich in der Schulstraße war vor Jahren bereits einmal abgesucht worden. Aber durch neuere Erkenntnisse und Vorschriften müsste das Areal bei einer Umnutzung erneut abgesucht werden. Das Grundstück befindet sich auf einer Kampfmittelverdachtsfläche.

Anfang Oktober, so hoffen Gudrun Fromm und Hans-Jürgen Schreier, könne der Umzug vom mobilen Wagen in die Räume in der Schulstraße erfolgen. Nicole Walter-Mundt ist zufrieden, dass Bewegung in die Sache gekommen ist. „Schließlich geht es für die beiden auch um die Existenz.“

Weitere Reaktionen: Dirk Blettermann, Ortsvereinsvorsitzender und Kreistagsabgeordneter: „Eine wirklich gute Nachricht aus dem Landratsamt. Umso unverständlich war die destruktive Haltung vom stellvertretenden Landrat Egmont Hamelow (CDU), der es in den letzten Monaten nicht geschafft hat, eine verträgliche Lösung herbeizuführen. Das Amt für Wirtschaftsförderung hat einen nachhaltigen Schaden genommen, weil der Eindruck entstanden ist, dass hier durch Paragraphenreiterei, eine Investition verhindert wurde. Es wird Zeit, dass sich Herr Hamelow endlich wieder den Interessen der Menschen Oberhavels widmet. Das Team von „cook rein“ hat jetzt alle Unterstützung verdient, um noch mehr Menschen von ihrem Angebot überzeugen zu können.“

Björn Lüttmann, stellvertretender Ortsvereinsvorsitzender und Landtagsabgeordneter: „Ich freue mich sehr für das Team von „cook rein“, die mit ihrer leckeren und gesunden Küche eine große Bereicherung für die Stadt sind. Die Ausnahmegenehmigung ist zudem wichtig für die weitere Stadtentwicklung Oranienburgs. Denn nur wenn wir schnelle und rechtssichere Verfahren der Kampfmittelfreigabe schaffen, kann die Modernisierung Oranienburgs weitergehen. Darüber hinaus hoffe ich, dass sowohl der Bund wie auch das Land in den nächsten Monaten positive Signale für die weitere Kampfmittelbeseitigung setzen. Der Bund muss die unterstützende Richtlinie verlängern und das Land das Budget für den Kampfmittelbeseitigungsdienst vergrößern!“

Von Stefan Blumberg

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