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Oberhavel: 25 Jahre Märkischer Sozialverein

Jubiläum: Selbsthilfe und Bürgersinn Oberhavel: 25 Jahre Märkischer Sozialverein

32 Gründungsmitglieder, kurz nach der Wiedervereinigung: Sie gründeten 1991 den Märkischen Sozialverein (MSV). Arbeitslosigkeit griff um sich, vertraute soziale Strukturen verschwanden, Unsicherheit machte sich breit. Der MSV sprang ein, fing sich verloren fühlende Menschen auf – bis heute.

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Geschäftsführerin Gabriele Wolff (auch ohne Blumen glücklich) dankte dem ehrenamtlich arbeitenden Vorstand: Jens-Peter Riedel, Anja Rebbert-Schröder und Detlef Weiner.

Quelle: Marco Winkler

Oranienburg. Die 32 Gründungsmitglieder füllten eine Lücke in einer bewegten Zeit, politisch und gesellschaftlich. Kurz nach der Wiedervereinigung gründeten sie 1991 den Märkischen Sozialverein (MSV). Arbeitslosigkeit griff um sich, vertraute soziale Strukturen verschwanden, eine große Unsicherheit machte sich breit. Der MSV sprang ein, fing sich verloren fühlende Menschen auf. Am 12. April 1991 fand die Gründerversammlung in Liebenberg statt, ein gutes halbes Jahr später wurde der Verein offiziell eingetragen.

Erstes Projekt war der „Soziale Wegweiser“ (Auflage: 5 000), eine Art Bestandsaufnahme der Angebote in Gransee, Templin, Neuruppin und Oranienburg. Sozialministerin Regine Hildebrandt schrieb das Grußwort: „Der Märkische Sozialverein hat mit der Herausgabe des ‚Sozialen Wegweisers’ ein nachahmenswertes Beispiel für gelungene Selbsthilfe und aktiven Bürgersinn gegeben.“ Die Informationen über Hilfsangebote trügen dazu bei, in „einer unübersichtlich gewordenen Welt wieder Orientierung“ zu finden.

Viele Mitglieder bleiben dem Verein jahrelang treu

Grundsatz des MSV war damals und ist es heute noch: „Wir sind für jeden da, der Hilfe braucht, um sich im Dschungel der Behörden zurecht zu finden.“ Das sagte die Vorstandsvorsitzende Anja Rebbert-Schröder auf der Festveranstaltung am Dienstag. Seit 16 Jahren ist die gelernte Rechtsanwältin im Verein. Es sei erstaunlich, was ein „paar Bürger, die selbst von der Arbeitslosigkeit betroffen sind, schaffen können“, sagte sie über die Gründungszeit.

Glückwunsche der Gäste der Festveranstaltung zum Jubiläum

Glückwunsche der Gäste der Festveranstaltung zum Jubiläum.

Quelle: Marco Winkler

Viele bleiben dem Verein treu. So wie Marina Schläfke und Liane Hoffmann. Sie waren die ersten Beraterinnen der im Januar 1992 gegründeten Geschäftsstelle in Zehdenick. Aktuell arbeiten im MSV 40 Frauen und 11 Männer. Die Angebote reichen von der Schuldnerberatung über Kinder- und Jugendhilfe bis zu Selbsthilfegruppen.

Hilfsbedürftige Menschen sind auf den MSV angewiesen

Seit 2006 gibt es ein neues Logo in der Farbe Oranienburgs: Orange. „Es symbolisiert den Brückenschlag zwischen den Menschen, denen wir in schwierigen Zeiten zur Seite stehen“, so Anja Rebbert-Schröder. Selbst Schwankungen – Negativ-Schlagzeilen, Gerichtsverfahren, Verleumdungen – hätten der Stabilität des Vereins nicht schaden können.

Die Menschen sind auf den MSV angewiesen. 2015 suchten rund 700 Klienten die Schuldnerberatung auf. Weiteres Beispiel: Im vorigen Jahr kümmerten sich 72 Helfer in 5000 Einsätzen (12 000 Stunden) um Menschen mit Demenz und Angehörige. Oder: 21 Kinder und Jugendliche werden in drei Kinderhäusern betreut. Fachkräftemangel? Gibt es. Aber der MSV beugt vor, bildet aktuell zwei berufsbegleitende Erzieher aus. Anja Rebbert-Schröder hob zudem die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis (größter Fördermittelgeber) sowie den Kommunen hervor.

Geschichte des sozialen Vereins

Gegründet wurde der Märkische Sozialverein am 12. April 1991 unter dem Motto „motivierend, sozial, verantwortlich“. Das erste Projekt war der „Soziale Wegweiser“ im Februar 1992.

Am 1. Januar 1993 wurde die Geschäftsstelle Zehdenick eröffnet. Die Schuldnerberatung startet am 1. Dezember desselben Jahres in Oranienburg. Zu der Zeit wurde der Arbeitslosentreff Fürstenberg aufgebaut. 1994 eröffnete die Tagesgruppe in der Kreisstadt. 1995 zog die Geschäftsstelle nach Oranienburg.

Ein Jahr später beginnt der Aufbau der Selbsthilfe-Kontakt- und Informationsstelle (Sekis). 1998 wird das erste Kinderhaus in Malz eröffnet, 2001 kommt ein zweites hinzu. In diesem Jahr wird auch die Kontakt- und Beratungsstelle für Alzheimer- und Demenzkranke und Angehörige eingerichtet.

2006 zog die Oranienburger Geschäftsstelle in ihren jetzigen Standort, in die Liebigstraße 4. Der Märkische Sozialverein deckt zahlreiche Hilfsangebote ab, darunter auch rechtliche Betreuung und Beratung.

Von Marco Winkler

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