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Oranienburg Brennende Notre-Dame: „Die haben ihr Leben riskiert“
Lokales Oberhavel Oranienburg Brennende Notre-Dame: „Die haben ihr Leben riskiert“
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19:17 16.04.2019
Die brennende Kathedrale Notre-Dame in Paris bewegte auch die Feuerwehrleute aus Oberhavel. Quelle: imago images/ITAR-TASS
Oberhavel

Der Großbrand in der weltbekannten Pariser Kathedrale Notre-Dame am Montag beschäftigt auch die Feuerwehrleute in Oberhavel, viele von ihnen verfolgten den Einsatz.

Bernhard Witt, Stadtbrandmeister der Feuerwehr in Hennigsdorf, war mit den Gedanken bei den Feuerwehrleuten in Paris. Schließlich habe Hennigsdorf eine Städtepartnerschaft mit Choisy-le-Roi, einem Pariser Vorort. „Da hält man dann schon mal den Atem an.“ Zudem sei da ein wahrer Schatz und Feuer und Rauch aufgegangen.

Auch Kremmens Stadtbrandmeister Gerd Lerche verfolgte die Ereignisse. Was wäre, wenn die Nikolaikirche in der Kremmener Altstadt brennen würde? „Wir haben schon mal eine Begehung gemacht“, berichtet er. Es sei darum gegangen, sich alles mal anzusehen – für den Fall der Fälle. „Dort einen Brand zu löschen, wäre eine Herausforderung, auch wenn es mit der Kathedrale nicht zu vergleichen ist. Aber wir hätten auch richtig viel zu tun.“ Er könne nur appellieren, in der Kirche vorsichtig mit Feuer umzugehen.

„Das wünscht sich kein Feuerwehrmann“

„Egal was brennt, Menschenleben stehen an oberster Stelle“, sagt Dirk Stolpe, Stadtbrandmeister in Fürstenberg. „So einen Einsatz wie in Paris – das wünscht sich kein Feuerwehrmann.“ Und zwar deshalb, weil dort viel Holz verbaut ist. Auch im Stadtzentrum von Fürstenberg gebe es noch zahlreiche Altbauten mit Holz. „Die kann man im Ernstfall nicht betreten“, so Dirk Stolpe. Erst im Januar mussten die freiwilligen Feuerwehrleute einen Brand in einem solchen Haus in der Bahnhofstraße löschen. Glücklicherweise waren zum Zeitpunkt des Feuers keine Menschen im Gebäude.

Zehdenicks Stadtbrandmeister Gerd Leege zollte der Leistung der Feuerwehrleute in Paris größte Achtung. „Die haben ihr Leben riskiert“, sagt er. Viel trockenes Holz gebe es vor allem in den Kirchen, darüber hinaus habe jeder Ort seinen Schwerpunkt. Brände, die etwas mit Chemie zu tun haben oder in Waldgebieten, beispielsweise auf dem ehemaligen Militärgelände bei Vogelsang, stellen die Freiwilligen Feuerwehren immer wieder vor große Herausforderungen. „Wenn dieses Jahr wieder so trocken wird wie das letzte, haben wir ein Problem“, so der Stadtbrandmeister.

Die brennende Notre-Dame. Quelle: imago images/Le Pictoriumimago images/Le Pictorium

Offensichtlich erhebliche Meinungsverschiedenheiten gebe es zwischen Denkmalschutz und Brandschutz, glaubt unterdessen Sven Lauble. Nach Auffassung des Feuerwehrmannes aus Teschendorf hätten im Vorfeld des Unglücks geeignete Maßnahmen getroffen werden müssen, um die gewaltigen Holzkonstruktionen des Hauptturms von Notre-Dame wirksam zu schützen. Das knochentrockene Holz brenne wie Zunder. Da könne es dann letztlich für die Feuerwehrleute, in dessen Haut er nicht habe stecken mögen, nur noch um Schadensbegrenzung gehen.

„Es ist erstaunlich, was die Kameraden dort geleistet haben“

„Erschreckend“, sagte Hans-Jörg Schüler, am Dienstag Wach- und Schichtführer der Oranienburger Feuerwehr, zu den Bildern aus Paris vom Montagabend. Man frage sich, wie das Feuer ausbrach. „Es ist erstaunlich, was die Kameraden dort geleistet haben. Natürlich wollten sie so viel wie möglich vom Gebäude und vom Kulturgut erhalten.“ Dass es in Oranienburg bestimmte Gebäude gebe, vor denen der Feuerwehrleute beim Ausbruch eines Brandes besonderen Respekt haben, kann Hans-Jörg Schüler nicht bestätigen. „Bei jedem Einsatz haben wir Respekt, insbesondere, wenn Menschen in Gefahr sind. Selbst bei einer kleinen Wohnung weiß man nicht, was auf einen zukommt.“

Unter schwierigsten Bedingungen löschten die Pariser Feuerwehrleute das Feuer in der Kathedrale. Quelle: imago images/ITAR-TASSimago images/ITAR-TASS

Den großen Verlust de Weltkulturerbes hatte Birkenwerders Gemeindebrandmeister Alexander Röseler vor Augen. „Mein zweiter Gedanke galt der Schwierigkeit der Löschaktion wegen der Höhe des Gebäudes und der hohen Brandlast.“ Hiesige Schwerpunkte seien im Gefahrenabwehrbedarfsplan für Birkenwerder enthalten, etwa die Schulen, die Klinik, der Jugendclub. Vor vier Jahren habe er die Möglichkeit gehabt, Notre-Dame zu besuchen. „Aber die Schlange war zu lang.“

Baugerüst erschwerte Löscharbeiten

Dem Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Oberhavel, Steffen Schönfeld, fiel vor allem das Baugerüst auf. Zusammen mit Schutznetzen erschwere dies die Löscharbeiten immens. Das habe er erfahren, als vor einigen Jahren ein Wohnhaus an der Ecke Bernauer Straße/Freiburger Straße in Oranienburg brannte. Man komme schlechter heran und der Wasserstrahl werde abgelenkt. Enorm finde er den Verlust unwiederbringlicher Kunstschätze. „Ich hatte einen Besuch für nächstes Jahr geplant“, verriet er.

Von MAZonline

Aufgepasst: Die Polizei in Oberhavel ist am Mittwoch mit dem Radarmessgerät unterwegs und kontrolliert die Einhaltung der Geschwindigkeitsvorschriften.

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