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Oranienburg Illegale Mülldeponie im Wald entdeckt
Lokales Oberhavel Oranienburg Illegale Mülldeponie im Wald entdeckt
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00:21 15.03.2019
Martin Krummel (l.) und Gerald Ziegler sehen sich den Fund an. Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, sind gern gesehen. Quelle: Stefan Blumberg
Schmachtenhagen/Grabowsee

Den Anruf bekam Martin Krummel am Sonnabend. „Da wurde mir der Fund gemeldet“, sagt der Forstoberinspektor und Leiter des Reviers Oranienburg. Zwei Berge mit Autositzen hatte der Anrufer entdeckt. Ausrangierte Autositze. Die liegen an der Straße Schmachtenhagen – Grabowsee mitten im Wald. Einfach abgekippt. Müllentsorgung auf die perfide Art.

„Wir vermuten, dass der oder die Täter mit einem Transporter samt Anhänger an die Stelle gefahren sind und beide Ladeflächen leergeräumt haben“, glaubt Gerald Ziegler, Leiter des Landeswaldreviers Schmachtenhagen. Das sei die wahrscheinlichste Variante. Zweimal an die selbe Stelle  zu fahren, sei zu riskant, wenn man nicht erwischt werden wolle.

Anzeige bei der Polizei erstattet

Alte Autositze liegen im Wald herum. Quelle: Stefan Blumberg

Allein aus dem Grund hat er den Müll nicht gleich entsorgen lassen, damit die Polizei – wenn sie etwas unternimmt, um den Täter zu fassen – den Tatort im besten Falle selbst noch untersuchen kann. An einigen Autositzen sind noch Herstellernummern zu erkennen. Opel-Sitze und VW-Sitze sind auf jeden Fall dabei.

Der Steuerzahler muss einstehen

Die Forstbehörde ist laut Waldgesetz für die Beräumung verantwortlich – ob es eine Bierbüchse oder ein Auto ist. In der Regel geschieht das mit eigenen Mitarbeitern. Funde wie die im von Gerald Ziegler betreuten Waldstück werden bis nach Lehnitz gebracht. Dort gibt es einen Übergabeplatz. Der aus dem Wald geschaffte Müll wird dort dem Landkreis Oberhavel übergeben. Der wiederum entsorgt ihn dann. „Das geschieht alles auf Kosten der Steuerzahler. Wir bezahlen das alle“, so Gerald Ziegler.

Mitarbeiter der Forstbehörde würden regelmäßig und planmäßig losziehen, um den Wald vom Müll zu befreien. Das ist ihre Pflicht, wenn auch eine kostspielige. „Wir haben richtige Gruppen, die für solche Aufräummaßnahmen da sind und jeden Tag unterwegs sind“, sagt Martin Krummel. Mitarbeiter des Landesbetriebs haben im gesamten Kreis Oberhavel im vergangenen Jahr insgesamt 2584 Stunden im Wald zugebracht, um Müll herauszuholen (ohne Sondermüll). Das allein entspricht Kosten in Höhe von 41 480 Euro.

Fast 3000 Euro an Kosten fielen 2018 für die Entsorgung an

Neben Autositzen wird auch Hausmüll oder Sondermüll entsorgt. Es kommt immer wieder vor, dass die Forstmitarbeiter Batterien, Farben, Lacke, Öle, Asbestplatten, Dämmstoffe wie Styropor im  Wald  finden.  Dabei gibt es extra dafür ein kostenloses Abholangebot. Aber wenn Sondermüll im Wald landet, müsse auch eine Spezialfirma anrücken, um diese Hinterlassenschaften wegzuräumen.

Im vergangenen Jahr betrugen die Kosten für die Beräumung des Sondermülls aus Oberhavel-Wäldern 2890 Euro. Martin Krummel hat noch weiteren Zahlen aus dem Jahr 2018 parat: In seinem Bereich gab es 82 Ordnungswidrigkeiten; 60 Prozent davon wegen Befahrens der Wälder, 16 Prozent wegen Hantierens mit Feuer, zehn Prozent wegen Müllabladens sowie wegen kleinerer Delikte. Die Menge an Abfällen, die 2018 aus den Wäldern getragen wurde, beträgt 390 Kubikmeter, 181 Kubikmeter waren Sondermüll.

Von Stefan Blumberg

Aufgepasst: Die Polizei in Oberhavel ist auch am Mittwoch mit dem Radarmessgerät unterwegs und kontrolliert die Einhaltung der Geschwindigkeitsvorschriften.

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