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Oranienburg Stück für Stück: Die alte Dropebrücke verschwindet
Lokales Oberhavel Oranienburg Stück für Stück: Die alte Dropebrücke verschwindet
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13:15 29.10.2018
Viel ist von der alten Dropebrücke nicht mehr zu sehen. Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg

„Spannend ist das“, befindet Alfred Gädecke. Der 75-Jährige verfolgt die Sanierung der Dropebrücke in der Saarlandstraße seit September aus der ersten Reihe – von seinem Häuschen aus blickt er genau auf die Baustelle. Auch am Donnerstagmorgen verfolgt er gebannt, wie die Mittelteile der Brücke abgeräumt werden.

Bereits am Mittwoch war um 12.30 Uhr per Schwerlasttransport ein 500-Tonnen-Mobilkran an der Baustelle aus Richtung Robert-Koch-Straße angefahren und aufgebaut worden. Am Donnerstag kam er ab kurz nach 7 Uhr zum Einsatz, hob insgesamt acht massive Betonelemente von den Brückenstützen. Polier Thomas Schmidt, der den Abriss der alten Brücke seit dem 10. September auf der Baustelle koordiniert, war nicht nur zufrieden über den reibungslosen Ablauf des Großeinsatzes, sondern auch überrascht: „Wir hatten für jedes der acht Bauteile mit einer Stunde Abrisszeit gerechnet“, erklärte er. „Am Ende waren wir nach drei Stunden bereits fertig“, staunte er. Auch der Bauleiter war zufrieden: „Das Ganze hätte nicht besser laufen können“, befand er. „Die Truppe auf der Baustelle ist top motiviert, das sind gute Leute, die ausgezeichnet arbeiten“.

Ein 500-Tonnen-Kram kam am Donnerstag auf der Baustelle zum Einsatz. Quelle: Enrico Kugler

Anfang August begann bereits die Planung für die Entfernung des Hauptteils der Brücke. Wie kommt der Schwerlasttransport mit dem 500-Tonnen-Kran zur Baustelle? Wo soll er aufgebaut werden? Auf dem Ödland der Baustelle galt es eine entsprechende Stellfläche einzurichten. Für die wurde eigens eine 50 Zentimeter dicke Schicht aus Recyclingmaterial aufgeschüttet, um die Standsicherheit zu gewährleisten. Ein eigener Anfuhrweg für den Kran wurde geschaffen, Statiker prüften den Aufbauplan. Der mauserte sich am Ende zu einer Punktlandung, denn: „Die letzte Bestätigung des Statikers kam am Mittwoch“, verriet der Bauleiter.

Nur die Mittelstützen sind von der alten Dropebrücke noch verblieben. Quelle: Enrico Kugler

Umso gelöster war die Stimmung am Donnerstagvormittag beim Team der bauausführenden Peter TiefHoch GmbH. „Insgesamt sind wir sind genau im Zeitplan“, berichtet Thomas Schmidt. Die Dropebrücke ist für den gebürtigen Oranienburger „die achte Brücke, die ich abreiße“, verrät er. Jede sei anders, das Oranienburger Bauwerk „eine gute Herausforderung.“

Polier Thomas Schmidt aus Oranienburg. Quelle: Enrico Kugler

Mit Hilfe eines Baggers wurde am Donnerstagnachmittag das Flussbett nach versprengten Brückenteilen abgesucht, die während der Abrissarbeiten im Wasser verschwanden und im schlimmsten Fall zu Beschädigungen für Wasserfahrzeuge führen könnten. Am heutigen Freitag überprüft daher das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt die Havel im Baustellenbereich, um sie für den Schifffahrtverkehr freizugeben.

In den kommenden Tagen werden die abgerissenen Brückenteile zunächst mit einer Betonschere zerkleinert, anschließend abtransportiert und schließlich recycelt, um als Baumaterial weiterverarbeitet zu werden. Der Abriss des letztens Widerlagers auf Flusseite der Robert-Koch-Straße sowie der Abriss der Kopfbalken, die auf den Mittelstützen angebracht sind, sind die nächsten Projekte für Thomas Schmidt und sein Team. Nach derzeitigen Planungen sollen die Mittelstützen stehen bleiben und als Basis für das neue Brückenwerk dienen. Allerdings werden die beiden massiven Pfeiler derzeit auf sogenannten „Betonkrebs“ untersucht, um ihre Wiederverwendung abzusichern.

Die alten Brückenteile lagern vorerst neben der Havel und warten auf ihre Zerkleinerung. Quelle: Enrico Kugler
Anwohner Alfred Gädicke verfolgt die Abrissarbeiten gebannt. Quelle: Nadine Bieneck

Alfred Gädecke wird es also so schnell nicht langweilig werden. Trotz der aktuellen Baustelle wohnt er gern an der Saarlandstraße, liebt das Grün und den Blick auf die Havel. „Ursprünglich hatten wir hier ein Wochenendgrundstück“, erinnert sich der gebürtige Berliner. „Im Jahr 2000 haben wir dann ein Haus gebaut und sind dauerhaft hergezogen.“ Der 75-Jährige erlebte bereits den Aufbau der Brücke. „Erstaunlich, dass sie so schnell kaputtgegangen ist“, findet er. „Doch gemacht werden muss es, es geht ja nicht anders.“ Der Anwohner hat Verständnis, trotz aller Unannehmlichkeiten: „Als im Sommer die Straße zertrümmert wurde, war das ein hartes Brot. Der Lärm und der Staub, die Fenster zu öffnen unmöglich.“

Von Nadine Bieneck

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