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Oranienburg Radfahrerin beim Abbiegen überfahren: Lkw-Fahrer kommt frei
Lokales Oberhavel Oranienburg Radfahrerin beim Abbiegen überfahren: Lkw-Fahrer kommt frei
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01:16 16.02.2019
Das Verfahren gegen den Fahrer wird eingestellt. Quelle: dpa
Oranienburg

Am Mittwoch ging es am Amtsgericht um einen tragischen Verkehrsunfall am 15. Oktober 2015 in Oranienburg. Wieder war es ein rechts abbiegender Lkw-Fahrer, der eine Radfahrerin übersah. Die 58-jährige verstarb infolge drei Tage danach. Der Fahrer Ronny K. kam nun glimpflich davon.

Die Frau kam aus der Breite Straße und wollte in Richtung Schlossbrücke. Bei der Überquerung der Berliner Straße wurde die Frau von einem rechts abbiegenden Kühltransporter mit dem rechten Vorderrad überrollt. Beide fuhren bei grün. „Ich habe die Radfahrerin nicht gesehen, so Ronny K. unter Tränen. „Drei Jahre stelle ich mir immer die gleiche Frage, wie mir das passieren konnte“, so der 40-jährige Oranienburger. Er saß wegen fahrlässiger Tötung auf der Anklagebank. Augenzeugen bestätigten, dass der Lkw erst auf ihre Zurufe stoppte. So auch Lars K., der mit seinem 40-Tonner als Linksabbieger von der Schlossbrücke kommend bei rot an der Ampel wartete. Er sprang heraus, rannte zum Unfall-Lkw, riss die Fahrertür auf, griff ins Lenkrad und stoppte den Unfallwagen.

Die Frau reagierte nicht auf Rufe

Unklar blieb, ob das Opfer die Fahrradspur oder den parallelen Fußweg benutzte oder über die Freifläche vor der Hecke zum Parkplatz zur Ampel fuhr. Die Zeugin Anja K.: „Ich rief der Frau zu. Stopp, Stopp! – aber sie reagierte nicht. Weshalb sie weiter gefahren ist, ist mir ein Rätsel“. Der Sachverständige Nico G. stellte klar, dass der Angeklagte die Radfahrerin hätte sehen müssen, wenn sie auf dem Radweg war. Auch wenn sie über die Freifläche gekommen wäre, hätte er spätestens nach der Kollision bremsen müssen. Sie wäre in beiden Fällen aus dem toten Winkel heraus gewesen. Der Unfall war vermeidbar, so sein Fazit.

1800 Euro für den ADFC

Der Unfall-Lkw zeigte keinerlei technische Defekte. Das Auslesen des Kontrollgerätes ergab ebenfalls kein Beanstandungen, bezeugte Andreas S.. Der darauf spezialisierte Polizeibeamte wurde zu dem Unfall hinzugezogen.

Der angeklagte Ronny K. fährt seit 10 Jahren unfallfrei. Es gibt keine Eintragungen im Verkehrsregister, noch ist er vorbestraft.

Das Gericht verkündete danach seinen Beschluss, das Verfahren gegen eine Geldauflage vorläufig einzustellen. Nach Zahlung von 1 800 Euro an den ADFC wird das Verfahren eingestellt. K. behält seinen Führerschein.

Von Helmut Schneider

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