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Oranienburger Bahnhofsumfeld bombenfrei

Oranienburg Oranienburger Bahnhofsumfeld bombenfrei

Keine Ironie: Oranienburg ist bombenfrei. Zumindest das 25 Hektar große Areal rum um den Bahnhof. Das verkündete Dienstag die Deutsche Bahn AG auf einer Feierstunde – einen Tag vor der heutigen Bombenneutralisierung am Alten Halfen.

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Erleichterung: Für Karten Wartenberg (Mitte) war es das erste große Projekt, das er betreuten durfte. Foto: Enrico Kugler.

Oranienburg. Keine Ironie: Oranienburg ist bombenfrei. Zumindest das 25 Hektar große Areal rum um den Bahnhof. Das verkündete Dienstag die Deutsche Bahn AG auf einer Feierstunde – einen Tag vor der heutigen Bombenneutralisierung am Alten Halfen.

Feierlaune, trotz tausender Menschen, die immer wieder evakuiert werden müssen? Vielleicht ein wenig. Verkehrsministerin Kathrin Schneider sieht das so: „Wir wollen deutlich machen, dass man auch vorwärts kommt auf einem Weg, der uferlos erscheint.“ Als „Tor für die Stadtentwicklung“ bezeichnete sie die Erlangung der Kampfmittelfreiheit auf den Bahnanlagen. Ihr Wunsch: Sozialer Wohnungsbau. „Ich hoffe, dass wir da einmal ins Geschäft kommen“, richtete sie das Wort an Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke.

Laesicke brachte Stein ins Rollen

7000 Menschen steigen täglich in die Züge des Regionalverkehrt, 5500 in die S-Bahnen. Oranienburg ist ein wichtiger Knotenpunkt im Bahnverkehr. Dass dieser jetzt ein Stück mehr an Sicherheit ausstrahlt, ist Laesicke zu verdanken. Vor sechs Jahren schrieb dieser einen Brief an Rüdiger Grube, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bahn AG. Er wies auf die Gefährdung und Belastung Oranienburgs durch Blindgänger hin. Entstanden ist ein öffentlich-rechtlicher Vertrag zur Erkundung und Beseitigung der Sprengkörper.

„Uns war schnell klar, hier herrscht dringender Handlungsbedarf“, so Dr. Richard Lutz, Vorstand Finanzen und Controlling der DB AG. „Wir haben uns dann für eine flächendeckende und systematische Untersuchung entschieden. Bundesweit haben wir mit dem hochkomplexen Projekt Neuland betreten.“ Besonders dem Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) sei zu danken. „Die Sprengmeister riskieren tagtäglich ihr Leben.“

„Eine einzigartige Aufgabe“, so der Projektleiter

Das „einmalige“ Projekt hob auch Katrin Lange, Staatssekretärin im Innenministerium hervor, „und das bei laufendem Betrieb.“ Viele Erkenntnisse konnten dabei gewonnen werden, die in anderen Ländern längst Anwendung finden. „Wir können inzwischen schon zwischen einer Badewanne und einer Bombe unterscheiden“, sagte sie lapidar. Momentan werde deshalb mit den Bund über zusätzliche Mittel gesprochen.

Dass die Kampfmittelsuche so erfolgreich war, ist vor allem Projektleiter Karsten Wartenberg zu verdanken. Es war sein erstes großes DB-Projekt, eine „einzigartige Aufgabe“, wie er sagte. Insgesamt wurden in den fünf Jahren 37 348 Bohrungen durchgeführt. „Wir haben mit teilweise 10 Bohrtrupps gleichzeitig gearbeitet“, so Wartenberg – bis in 15 Meter Tiefe wurden Bombenblindgänger sondiert.

10 Blindgänger in fünf Jahren

Im Gleisbereich konnten in eineinhalb Meter Tiefe über 2600 Verdachtspunkte ausgemacht werden. 284 Anomalien in bis zu sieben Meter Tiefe wurden aufwendig im sogenannten Halbschalenverbau oder mit Spundwandkästen überprüft. Kosten pro Spundwandkasten: 120 000 Euro. „Wir haben das Gelände wie einen Schweizer Käse ausgebohrt“, so Johannes Köppler vom DB-Sanierungsmanagement.

„Zehn Blindgänger wurden in der gesamten Zeit ausfindig gemacht“, sagte Projektleiter Wartenberg. Einer musste kontrolliert gesprengt werden. Mehr Zahlen: Bei den Arbeiten wurden 20 Kilometer Gleisanlagen, sechs Bahnsteige, das große Empfangsgebäude mit verschiedenen, komplexen Ebenen, die S-Bahn-Anlage sowie das S-Bahn-Instandsetzungswerk untersucht.

20 Millionen Euro

Eine 25 Hektar große Fläche hat die Deutsche Bahn AG in den vorigen fünf Jahren rund um den Bahnhof (DB eigene Fläche) untersucht.

Die Kosten des Projekts belaufen sich auf knapp 20 Million Euro. Damit ist die Bahn nach eigenen Angaben unterhalb den prognostizierten Kosten geblieben.

Die DB AG und
die Stadt Oranienburg hatten 2011 den öffentlich-rechtlichen Vertrag zur Kampfmittelerkundung und -räumung geschlossen.

Von Marco Winkler

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