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Oranienburg Wenn nicht nur die Uniform grün ist
Lokales Oberhavel Oranienburg Wenn nicht nur die Uniform grün ist
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00:23 29.09.2018
Enrico Braschat (l.) und Thomas Radloff (r.) zu Beginn ihrer Müllsammelaktion nahe der Summter Chaussee. Quelle: Privat
Oranienburg

Enrico Brasdat (31) und Thomas Radloff (38) sind einiges gewohnt. In Afghanistan und dem ehemaligen Jugoslawien sammelten die beiden einstigen Zeitsoldaten Erfahrungen, die für ein ganzes Leben reichen. Doch was die gestandenen Männer kürzlich zwischen Lehnitz und Briese entlang der Summter Chausee erlebten, verschlug ihnen die Sprache.

Voller Tatendrang hatten sich die Reservisten der Lehnitzer Kameradschaft „Roter Adler“ gemeinsam mit ihren Familien aufgemacht, um den Wald entlang der Chaussee („Das ist unser Naherholungsgebiet direkt vor den Toren der Stadt.“) von Unrat zu befreien. Innerhalb von sechs Stunden sammelte der Trupp zwei prall gefüllte Müllsäcke a 60 Kilogramm ein. Was sie da fanden, war „teils widerlich. Von Glasflaschen und Papier über Zigarettenkippen, Asbestplatten bis hin zu benutzten Damenbinden und Kondomen lag da alles, was man sich nur vorstellen kann, im Wald herum“, berichtet Radloff. Er sei während seiner aktiven Soldatenzeit dazu erzogen worden, sorgfältig mit der Natur umzugehen. „Heimatschutz ist zuallererst auch Naturschutz“, meint der 38-Jährige. „Unsere Wälder sind unser Zuhause. Du wirst niemals erleben, dass Soldaten nach Übungen und Einsätzen ihren Müll zurücklassen. Da ist nicht nur die Uniform grün.“

Erschöpft, aber zufrieden und mit jeder Menge Müll im Sack. Quelle: Privat

Umso ratloser machte die beiden das Bild, dass sich ihnen vor den Lehnitzer Toren bot. Obgleich sie auf viele Spaziergänger und Radfahrer stießen, „die sehr bewusst mit ihrem Müll umgingen“, erzählt Brasdat. Mehr Mülleimer an neuralgischen Punkten entlang der Wanderwege könnten helfen, die Müllprobleme in den Wäldern zu verringern, gibt Radloff zu bedenken.

Er hat ebenso wie Enrico Brasdat Blut geleckt. Schon bald wollen die beiden Reservisten zur nächsten Müllaktion losziehen und hoffen dann auch auf weitere Mitstreiter, nicht nur aus ihrer Reservistenkameradschaft. Die wurde 1994 unter dem Namen „Roter Adler“ in Lehnitz gegründet und zählt bis heute mit aktuell 133 Mitgliedern zu den größten Reservistenkameradschaften Brandenburgs. Als Reserve der Bundeswehr können ihre Mitglieder im Notfall eingezogen werden, zugleich aber auch Unterstützung im Katastrophenfall leisten.

Enrico Braschat (l.) und Thomas Radloff (r.) von der Reservistenkameradschaft "Roter Adler" aus Lehnitz. Quelle: Nadine Bieneck

„Es ist schön, immer mal wieder die Uniform anzuziehen“, erklärt Enrico Brasdat, der in diesem Jahr seinen Lebensmittelpunkt aus Berlin nach Oranienburg verlegte, sein Engagement im Verein. Bis heute bedauert der 31-Jährige, dass die Lehnitzer Reservisten während des Jahrhundertregens in Oberhavel im vergangenen Jahr nicht zur Unterstützung hinzugezogen wurden. Denn: „Wir standen sozusagen Gewehr bei Fuß bereit“, erinnert er sich noch gut.

Von Nadine Bieneck

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