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Oranienburg Pläne für das ehemalige Jugendgästehaus
Lokales Oberhavel Oranienburg Pläne für das ehemalige Jugendgästehaus
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00:23 07.12.2018
Die Tischtennisplatten erinnern noch heute an die letzte Nutzung als Jugendgästehaus Friedrichsthal. Zwischen altem und neuem Haus sollen Zufahrt und Parkplätze entstehen. Quelle: Denis Düngel
Friedrichsthal

Wenn alles glatt läuft, hofft der Friedrichsthaler Bauunternehmer Denis Düngel, dass bis Ende 2019 die ersten Mieter auf dem Gelände des vor 1890 erbauten „Wirtshauses Fichtengrund“ in der Wilhelmstraße 70 einziehen können. „Dann hat Friedrichsthal auch endlich wieder einen schönen Ortseingang“, freut sich der 47-Jährige, dessen Kerngeschäft die Planung und der Bau von Einfamilienhäusern in der Region ist.

Bauunternehmer Denis Düngel mit seinen Plänen für die Wilhelmstraße 70. Quelle: Ulrike Gawande

Denn seit 2007 war das Gebäude ungenutzt, träumte das Gelände, das zuletzt als Jugendgästehaus Friedrichsthal – der Jugendverband DJO Deutscher Regenbogen hatte das Haus seit 1999 vom Landkreis gepachtet – genutzt wurde, einen Dornröschchenschlaf. Und verfiel. Geschlossen wurde es, weil die Bausubstanz zu schlecht sei und die Bettenanzahl von 47 zu gering.

Das einstige Wirtshuas Fichtengrund. Das Fachwerkgebäude (l.) wurde in den 20er Jahren abgerissen. Quelle: Repro Thomas Gentz

„Der Landkreis hätte investieren müssen“, weiß Friedrichsthals Ortschronist Thomas Gentz, der sich intensiv mit dem Ortsteil Fichtengrund und der Historie der alten Berliner Fabrikantenvillen beschäftigt hat. Auch Pläne, das Haus zur Landesgartenschau 2009 oder als Mehrgenerationenhaus (2014) zu reaktivieren, scheiterten, weiß er.

Das ehemalige Jugendgästehaus Friedrichsthal Quelle: Denis Düngel

Ebenso der Verkauf des 3000 Quadratmeter großen Geländes auf zwei Flurstücken durch den Landkreis. Und so begann Denis Düngel, der einst sogar seine Jugendweihe in dem Gebäude gefeiert hat, Erkundigungen einzuholen, welche Pläne und Vorstellungen der Landkreis hat. Mit Vater Michael holte er sich die Schlüssel und nahm das Jugendgästehaus in Augenschein. „Da könnte man was draus machen. Jeder Friedrichsthaler verbindet etwas damit“, waren sie sich einig. Doch die Bausubstanz sei stark angegriffen, so Düngel. Der Hausschwamm ein Problem.

Das ehemalige Jugendgästehaus Friedrichsthal Quelle: Denis Düngel

„Aus wirtschaftlicher Sicht hat es keinen Sinn gemacht, das Gebäude zu erhalten.“ So war der erste Plan, das einstige Wirtshaus, das für viele Reisende als „Sauers Restaurant“ bis zur Jahrhundertwende ein lohnenswertes Ziel war und das von 1929 bis 1944 als Schullandheim des Berliner Dorotheen-Oberlyzeums als Schule in ländlicher Umgebung genutzt wurde, komplett abzureißen.

Die Schule nutzte auch die Veranda, die in den 70er Jahren abgerissen wurde. Quelle: Repro Thomas Gentz

Denn es steht nicht unter Denkmalschutz. Ein großes Mehrfamilienhaus sollte entstehen, so Düngels Idee. Doch der scheiterte an der Brandenburgischen Bauordnung, die eine ortsübliche Bebauung vorsieht.

Auf dieser alten Postkarte von vor der Jahrhundertwende ist auch das Wirtshaus Fichtengrund zu sehen. Quelle: Repro Thomas Gentz

Die zweite Idee – Düngel ist seit Sommer 2018 für 99 Jahre Pächter des Grundstücks – stieß dann jedoch auf großes Interesse beim Landkreis: So sollen nun auf den beiden Flurstücken zwei ähnlich große Mehrfamilienhäuser entstehen mit zusammen 13 Wohneinheiten und 870 Quadratmetern Wohnfläche.

Nutzung als Jugendherberge Erich Weinert zu DDR-Zeiten Quelle: Repro Thomas Gentz

Der eine Teil entsteht im alten Jugendgästehaus, das zu DDR-Zeiten als Jugendherberge „Erich Weinert“ diente, und der andere in einem ähnlichen Gebäude. Sanierung und Neubau sollen dabei parallel geschehen. Doch aktuell wartet Düngel händeringend auf die Baugenehmigung, die schon längst vorliegen sollte. Denn die Finanzierung steht. Spätestens zum Jahresbeginn soll der Baustart sein. Wichtig ist ihm, dass die Erdgeschosswohnungen komplett barrierefrei und seniorengerecht gebaut werden.

So idyllisch war das Gelände als Landschulheim. Quelle: Repro Thomas Gentz

„Der Bedarf ist da, das war schon vor zwei Jahren zu spüren“, so der Unternehmer, der in das Projekt eine siebenstellige Summe investiert und die Wohnungen auch selber verwalten will. „Es soll eine kleine individuelle Wohnanlage werden.“ So würden viele ältere Friedrichsthaler gerne im Ort wohnen bleiben, doch Haus und Hof machen zu viel Arbeit. Alle Wohnungen werden deshalb auch Balkon oder Terrasse bekommen. Eine gemeinsame Grünanlage mit Teich, der nahe Wald und die Bushaltestelle vor der Tür machen die geplante Anlage im Fichtengrund zu einem idealen Wohnort.

Die Bungalows möchte Düngel gerne für die Verwaltung und als Gemeinschaftsräume aufarbeiten Quelle: Denis Düngel

Auch die alten Bungalows möchte Düngel erhalten, für die Verwaltung, als Gemeinschaftsräume oder für kleine Feierlichkeiten der Mieter. „Es soll eine Gemeinschaft entstehen.“

Von Ulrike Gawande

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