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Oranienburg Platzeck über Oranienburgs Entwicklung
Lokales Oberhavel Oranienburg Platzeck über Oranienburgs Entwicklung
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07:40 21.09.2016
Brandenburgs ehemaliger Ministerpräsident Matthias Platzeck. Quelle: Marco Winkler
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Oranienburg

Oranienburg hat sich positiv entwickelt – zumindest seit der Landesgartenschau 2009. In einer nichtöffentlichen Gesprächsrunde, initiiert vom SPD-Landtagskandidaten Björn Lüttmann, bestätigte Matthias Platzeck, Brandenburgs ehemaliger Ministerpräsident (2002 bis 2013), Oranienburg wachsende Attraktivität.

Etwa 30 geladene Gäste nahmen am Gesprächskreis in der Stadtbibliothek teil. Platzeck als eine Art Stargast (voriges Jahr wohnte Dietmar Woidke der Runde bei). Er sprach über die Entwicklung der Kreisstadt und Oberhavels sowie über politisch aktuelle Themen.

„Oranienburg ist eine boomende Stadt“, so Lüttmann. Schwierigkeit: genügend Kita- und Schulplätze bereitzustellen. Hat sich Platzeck die Entfaltung der Stadt so vorgestellt? „Vorgestellt und gehofft“, sagte er. Zu Beginn seiner Ministerkarriere bot sich noch ein anderes Bild: Hohe Arbeitslosenquoten, leere Kranken- und Rentenkassen in ganz Brandenburg. „Die Arbeitslosenquote von 20 Prozent hat mich besonders belastet. Wir mussten neue Schulden aufnehmen.“ Deutschlandweite Konsequenz der Lage: Hartz IV. Doch das Blatt wendete sich – zum Guten.

Die Herren der Gesprächsrunde gönnten sich ein Krombacher. Quelle: Winkler

Oranienburg könne für die Entwicklung exemplarisch genannt werden. Einst assoziierte der gebürtige Potsdamer Oranienburg nur mit „Armee“ und wusste nicht genau, wo die Mitte der Stadt ist. Dann kam die Landesgartenschau. In der Planung arbeitete er mit Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke zusammen. „Er wollte ganz oder gar nicht“, so Platzeck. Die Zusammenarbeit sei streitig gewesen, aber fruchtbar. „Das Verhältnis der Oranienburger zur Stadt ist aber jetzt inniger.“ Die Verbundenheit löse zwar nicht alle Probleme, „aber sie ist die Basis.“

Zwei Jahre war er jetzt nicht hier und am Montag erstmals in der neuen Stadtbibliothek. „Ihr kleckert nicht, ihr klotzt“, so sein Kommentar. Die Bibliothek und die neue Comeniusschule führte Björn Lüttmann für große Investitionen an. „Das können andere nicht stemmen.“ Und doch sei es eine Herausforderung, nötige Gelder in Ballungsräume zu stecken und gleichzeitig den Orten in der Peripherie nicht das Gefühl zu geben, sie zu vernachlässigen.

Dorfsterben, AfD, Kita-Gebühren und Kreisgebietsreform

Nirgendwo sei der Gegensatz dicht und dünn besiedelter Räume so hoch wie in Brandenburg, so Platzeck. „In dem Spannungsgefüge müssen wir bestmöglich Balance halten.“ Das noch vor 25 Jahre prophezeite Dorfsterben sei jedenfalls bisher nicht eingetreten. „Die Dörfer sind noch da, aber sie verändern ihren Charakter.“

Die Gesprächsrunde wurde auch genutzt, um Fragen zu stellen. Matthias Platzeck, der in seiner Amtszeit gerne aneckte, lieferte offene Antworten. Umgang mit der AfD: „Da habe ich kein Patentrezept. Aber ich entdecke hier eine Wandlung der Sprache, die mir zuwider ist.“ NPD: „Noch ist sie nicht verboten. Das wäre ein monströser Eingriff in das Grundgesetz, deshalb müssen die Schwellen dafür so hoch sein, wie sie sind.“ Kreisgebietsreform: „Ein Landkreis darf nicht daran scheitern, dass das ganze Geld nur für die Verwaltung drauf geht.“ Befreiung der Kita-Gebühren: „Ja, aber nur wenn die Kita-Qualität und der Betreuungsschlüssel gut sind, bis dahin bin ich skeptisch, halte die Staffelung für sinnvoll.“

Von Marco Winkler

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