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Oranienburg Freud und Leid dicht beieinander
Lokales Oberhavel Oranienburg Freud und Leid dicht beieinander
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00:24 14.10.2018
Die Anforderungen an die Feuerwehrleute und die Technik werden immer größer. Quelle: Bert Wittke
Oberhavel

Die Würfel sind gefallen. Die Mehrheit der Kreistagsmitglieder hat in der jüngsten Sitzung am Mittwochabend dafür plädiert, das Technik- und Ausbildungszentrum für den Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Oberhavel (TAZ) am Standort Oranienburg zu errichten. Am Ende fiel die Entscheidung deutlicher aus als erwartet. 35 Kreistagsmitglieder befürworteten als Standort die kreiseigene Fläche in der Germendorfer Allee16 b, zehn votierten dagegen, vier enthielten sich der Stimmen. Dieses Votum ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass auch Kreistagsmitglieder aus dem nördlichen Teil Oberhavels für Oranienburg gestimmt haben. So zum Beispiel Olaf Bechert (CDU). Der Fürstenberger bedankte sich am Mittwochabend im Kreistag für die Solidaritätsbekundungen mit dem Norden und die Forderung nach Ausgleichsmaßnahmen für die Region. Viele Gespräche mit Feuerwehrleuten hätten ihm gezeigt, dass die Mehrheit der Kameraden für den Standort Oranienburg bevorzugt. Dem wolle er sich letztlich nicht entgegenstellen und somit womöglich eine Umsetzung des Projektes blockieren. Die Vernunft genieße folglich eine höhere Priorität als das Bekenntnis zu der Region, aus der er komme.

Das Echo, dass die Standortentscheidung unter den Feuerwehrleuten des Kreises hervorgerufen hat, ähnelt der Diskussion und dem Abstimmungsergebnis im Kreistag. Während die Wehren aus dem Süden die Entscheidung begrüßen, mehren sich in Richtung Norden Stimmen, die das Abstimmungsergebnis skeptisch und auch kritisch sehen.

Oranienburgs stellvertretender Stadtwehrführer Jens Pamperin sprach am Donnerstag von einer „optimalen Lösung“ für die 240 freiwilligen und hauptamtlichen Kräfte der Oranienburger Feuerwehr. Durch die Nähe zur B 96 sei das TAZ für alle Wehren gut erreichbar.

Befürwortet wird der Standort Oranienburg auch von Robert Röhl. „Wir sparen künftig viel Zeit, wenn wir Einsatzmaterial wie Pressluftatmer, Sauerstoffmasken oder Sauerstoffflaschen benötigen“, so der Stadtbrandmeister von Hohen Neuendorf. Die wenigsten Feuerwehren hätten eine eigene Atemschutzwerkstatt.

„Es kann uns gar nichts besseres passieren“, sagt Cornel Gratz. Jahrelang, so der Ortswehrführer, sei man nach Gransee gefahren. Nun würden die Wege kürzer werden, wobei die Lage des neuen und vor allem hochmodernen Zentrums unweit der B 96 aus allen Himmelsrichtungen gut erreichbar sei.

„Für Oberkrämer ist die Entscheidung gut“, meint Gemeindewehrführer David Ostwald. Wichtiger sei, dass jetzt ein Campus entstehe, der qualitativ hochwertig ist und sowohl den Kameraden als auch ihrer Technik zugute komme. Zu Lehrgängen müsse man künftig nicht mehr so weit fahren.

„Ich hätte mir mehr einen zentraleren Standort im Kreis gewünscht“, bekräftigt Dirk Stolpe. Etwa in Nassenheide oder einem anderen Ortsteil des Löwenberger Landes. Für Fürstenbergs Wehren, so deren Stadtbrandmeister, bedeute der Standort Oranienburg einen deutlichen Mehraufwand. Habe er bislang auch mal einige Dinge schnell während der Arbeitszeit erledigen können, sei dies künftig nicht mehr möglich. Da hätten es Wehren im Süden leichter. Obendrein gebe es dort auch hauptamtliche Feuerwehrkräfte, über die der Norden nicht verfüge. Was er gut finde, so Dirk Stolpe, sei die Tatsache, dass die Ausbildung in einem neuen Zentrum künftig aufgrund der Ausstattung mit modernster Technik hochwertiger sein werde.

Gransees Amtsdirektor Frank Stege dankte noch einmal allen Kreistagsabgeordneten, die parteiübergreifend einen Standort im Norden unterstützt haben. Ihm sei aber auch bewusst, dass die Mehrheit der Feuerwehrleute des Kreises den Standort Gransee nicht wollte. „Für uns“, so Frank Stege , „ist das schon ein Rückschlag.“ Und er sei auch traurig darüber. Was tröstend ist, sei die Zusage des Kreises , als Ausgleich eine Reihe von wichtigen Investitionen in Gransee tätigen zu wollen. „Entsprechende Verhandlungen mit dem Kreis“, so Frank Stege, „geben uns Hoffnung.“

„Ob wir nach Gransee oder Oranienburg fahren, macht für uns zeitlich keinen Unterschied“, unterstreicht Heiko Müller. Fakt sei, so der Stadtbrandmeister von Liebenwalde, dass es für das neue TAZ höchste Zeit werde. „Das hätte schon viel früher passieren müssen“, ist sich Heiko Müller sicher. Der Stand der Technik und die Ausbildungsmöglichkeiten in Gransee seien zuletzt alles andere als günstig gewesen. Künftig könne die gesamte Kreisausbildung an einem Standort durchgeführt werden.

„Ich finde es schon etwas schade, dass alle wichtigen Dinge im Oranienburg zentralisiert werden“, sagt Sven Lauble. Der Gruppenführer aus Teschendorf und Gemeindejugendwart des Löwenberger Landes glaubt, dass sich bestimmt auch in Gransee ein passendes Grundstück für das TAZ hätte finden lassen. Auf der anderen Seite würden die Anforderungen an die Feuerwehrleute heutzutage immer größer werden. Dazu bedürfe es einer Ausbildung in einem Zentrum, das mit modernster Technik ausgestattet und über ausreichend Platz verfügt.

Von Bert Wittke

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