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Oranienburg Wo Butter und Joghurt unter die Lupe genommen werden
Lokales Oberhavel Oranienburg Wo Butter und Joghurt unter die Lupe genommen werden
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18:15 10.09.2018
Während Irena Dimitrova-Möbus verschiedene Geruchsproben zeigt, fragt sich SPD-Politiker Björn Lüttmann, was das für ein Saft ist – Direktor Michael Behr (mi.) weiß es. Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg

Weil der SPD-Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann selbst jeden Tag ein Glas Milch trinkt, gerne Joghurt und Käse isst, hat er Donnerstag im Rahmen seiner Sommertour den Verein „Milchwirtschaftliche Lehr- und Untersuchungsanstalt Oranienburg“ besucht, kurz MLUA (seit 1923 am Standort). „Unser Institut gliedert sich in drei Bereiche – in die Untersuchung von Milch und deren Produkte, in die Forschung und Ausbildung“, sagt Institut-Direktor Michael Behr (41), während wir vom Erdgeschoss eine Etage höher stapfen. Sowohl große Firmen als auch kleine Betriebe können hier ihre Milch und ihre Milchprodukte prüfen lassen – von der Konsistenz bis zum guten Bakterienstamm.   

73.054 Milch-Produkte wurden 2017 unter die Lupe genommen

73.054 Untersuchungen an Milch und deren Produkte haben die 52 Mitarbeiter 2017 unter die Lupe genommen. „Je älter ein Produkt wie Joghurt ist, je mehr von den guten Bakterien bauen sich ab“, sagt Michael Behr, der empfiehlt, aufgrund der verschiedenen Bakterienstämme in Joghurts immer mal das Produkt zu wechseln.

Stippvisite in der Lehr-Molkerei – Leiterin Ramona Sauer erklärt den Produktionsablauf. Quelle: Enrico Kugler

In der 1. Etage steht mit großen Lettern „Chemie, Physik und Mikrobiologie“ an der Tür. Aber aufmachen und eintreten? Fehlanzeige. Nur über einen Sicherheitscode ist der Zugang möglich. „Hier im Bereich Sensorik werden die verschiedenen Proben der Hersteller erfasst, untersucht und ausgewertet“, sagt Behr. Der Sicherheitsstandard gewährt, dass Proben nicht von Unbefugten manipuliert und analysiert werden können.

Ein hoher Sicherheitsstandard garantiert, dass nicht manipuliert wird

„Hier riechen Sie mal“, sagt Laborantin Irena Dimitrova-Möbus (44) und hält Björn Lüttmann einen Stift vor die Nase. „Das sind Geruchsproben, die Sachverständiger aus der Milchwirtschaft bei uns analysieren müssen“, klärt Behr auf, während Lüttmann Schokolade aus der Probe riecht. „Neben dem Geruchssinn überprüfen wir auch das Seh- und Geschmacksvermögen der Sachverständigen“, sagt Michael Behr. So können Hersteller überprüfen, ob ihre Sachverständigen noch alle Sinne beieinander haben.

Nur mit einem bestimmten Code öffnet sich die Tür zum Labor-Bereich. So wird Manipulationen vorgebeugt. Quelle: Enrico Kugler

Ein paar Räume weiter steht eine hochmoderne Maschine, mit der die Inhaltsstoffe der Milch bestimmt werden – vom Proteingehalt bis zum Nachweis, ob die H-Milch richtig erhitzt wurde. Eine andere Maschine stampft kleine Stücken Butter zusammen und misst den Widerstand, ob die Butter auch nicht zu fest ist. Bis zu 50 250-Gramm-Stücke pro Woche werden so zermalmt. Doch plötzlich macht sich ein Geruch breit wie in der heimischen Küche.

Mit Hilfe hochmoderner Technik können sämtliche Milchprodukte bis in kleinste Bestandteile analysiert und ausgewertet werden. Quelle: Enrico Kugler

Molkerei-Laboranten- und Milchtechnologen werden hier ausgebildet

Die Laborantinnen Antje Koch (60) und Anke Urbanczyk (19) zerlassen Butter im Reagenzglas und auf einem Tablett stehen offene Joghurt-Becher verschiedener Sorten. „Hier messen wir den Wassergehalt der Butter“, sagt Anke Urbanczyk. „Er darf nicht zu hoch sein. Und aus den Joghurts entnehmen wir Proben, ob der Fettgehalt im Produkt drin ist, der draußen auf der Verpackung dran steht.“ Die Milchwirtschaftliche Laborantin ist Beste ihre Jahrgangs und hier, auch im Rahmen der eigenen Lehr-Molkerei, ausgebildet worden. Sie ist eine von rund 100 Azubis, die hier pro Jahr auch zum Molkerei-Laboranten oder zum Milchtechnologen ausgebildet werden. Was die junge Frau schade findet. „Die Joghurt-Becher sind alles Proben, die nach der Analyse weggeworfen werden – leider.“

Von Jeannette Hix

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