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Sachsenhausen-Schild wird oft geklaut

Oranienburg Sachsenhausen-Schild wird oft geklaut

Bis zu fünf Ortseingangsschilder werden pro Jahr in Oranienburg entwendet. Besonders „beliebt“ sind die Schilder von Lehnitz, Friedrichsthal – und Sachsenhausen. Ganz so pauschal kann es nicht gesagt werden, aber ein rechtsextremistischer Hintergrund kann dabei nicht ausgeschlossen werden.

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„Beliebt“ unter Langfingern: Das Sachsenhausen-Schild

Quelle: Marco Winkler

Oranienburg. „Wer dabei erwischt wird, für den wird’s richtig teuer.“ Das sagte Gerd Weidemann kürzlich in einem MAZ-Gespräch. Gemeint hat der Sachgebietsleiter des Stadthofs den Diebstahl von Ortseingangsschildern. Zu dem Zeitpunkt fehlte ein solches in der Granseer Straße. Mittlerweile wurde es ersetzt. Der Rahmen des Friedrichsthaler Schildes wartet immer noch auf neuen Inhalt.

Etwa vier bis fünf Ortseingangsschilder werden pro Jahr in Oranienburg samt Ortsteilen entwendet. Besonders „beliebt“ bei Langfingern sind dabei die Schilder von Lehnitz, Friedrichsthal – und Sachsenhausen. „Das ist schon auffällig“, so Stadtsprecherin Susanne Zamecki. Ganz so pauschal würde sie es nicht sagen, aber ein rechtsextremistischer Hintergrund sei in diesem Fall nicht auszuschließen.

Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr

Wenn ein Schild geklaut wird, schreiben das Menschen, denen der Diebstahl auffällt, der Stadt beziehungsweise hinterlassen eine Notiz auf dem Beschwerde-Portal „Maerker“. Die Meldung geht sofort ins Tiefbauamt. Dort werden neue Aluminium-Tafeln bestellt. Dem Amt liegt eine Liste mit Firmen vor, welche die genormten 120 mal 85 Zentimeter großen Ortstafeln anfertigen. So kommen zum Beispiel die „Willkommen in Oranienburg“-Schilder aus Neuruppin.

Die Ortstafeln dienen nicht nur als Kennzeichnen für den Beginn einer geschlossenen Ortschaft, sondern auch als Verkehrszeichen des Straßenverkehrsrechts, sprich: für den Beginn einer Geschwindigkeitsbeschränkung von 50 km/h. Insofern kann der Diebstahl auch einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr (§ 315 b StGB) nach sich ziehen.

Schild kostet bis zu 100 Euro, Diebstahl bis zu 10 Jahren Haft

Nach der Bestellung dauert es ungefähr einen Monat bis das angeforderte Ortseingangsschild Oranienburg erreicht. Ein neues kostet zwischen 80 und 100 Euro, je nach Angebot der jeweiligen Firma.

Die Aufklärungsrate solcher Diebstähle geht jedoch gegen Null. Kaum ein Krimineller wird gefasst. Übrigens sind auch die Verkehrszeichen mit der Tempo-Beschränkung 30 und 50 beliebtes Diebesgut. Sie werden zu runden Geburtstagen verschenkt. Ein neues Schild kostet die Stadt bis zu 40 Euro. Eine läppische Kleinigkeit, denkt jetzt vielleicht der ein oder andere. Aber es handelt sich keineswegs um einen Kavaliersdelikt.

Das Strafmaß für besonders schweren Diebstahl, das vor allem greift, wenn ein Unfall aufgrund des entwendeten Schildes passiert, liegt bei einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren, teilt die Polizeidirektion Nord mit. In einem einfachen Fall (ohne Unfall) können bis zu fünf Jahre Freiheitsentzug verhängt werden.

Von Marco Winkler

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