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Oranienburg Gelegenheit macht Diebe
Lokales Oberhavel Oranienburg Gelegenheit macht Diebe
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13:04 31.10.2018
Die Polizei sieht sich das ganze Jahr auch in Kleingartenanlagen um, kann aber nicht zu jeder Zeit ein wachsames Auge darauf haben. Quelle: Lauterbach
Oberhavel

Frank Riemer schaut ängstlich nach links und rechts. Dann beugt sich der 58-Jährige leicht vor und sagt fast im Flüsterton: „Ich habe eine Alarmanlage. Die funktioniert aber nicht immer einwandfrei. Ich hoffe, dass in meiner Abwesenheit keiner hier einsteigt.“

Man möchte nicht, dass ein Unbekannter einbricht

Frank Riemer, der in Berlin wohnt, hat seit mehr als 20 Jahren in Liebenwalde ein kleines Gartengrundstück, auf dem eine Laube mit angebautem Schuppen steht. Schon die Schwiegereltern haben sich dort an Wochenenden und im Urlaub immer prima erholt. „Klein aber fein und mein“, sagte er und lacht. Dann werden seine Gesichtszüge wieder ernster und er sagt: „Gibt ja eigentlich nichts zu holen hier, aber man möchte trotzdem nicht, dass ein Unbekannter einbricht.“

Ein Gewähr gibt es nicht

Wie Frank Riemer geht es vielen Kleingärtnern. So langsam bricht die Zeit heran, da es gilt, den Freizeit- und Feriensitz winterfest zu machen. Dazu gehört, alles gut zu verschließen. Eine Gewähr, dass Diebe nicht dennoch versuchen, an das Hab und Gut von Laubenpiepern heranzukommen, gibt es natürlich nicht.

Sicherheit fängt am Gartentor an

Das weiß auch Dietmar Sachse. Der Kriminaloberkommissar aus Oranienburg, der im Dezernat „Schwere Kriminalität“ arbeitet, gibt im Gespräch mit der MAZ einige Hinweise, die mögliche Einbrecher abschrecken könnten. „Sicherheit fängt am Gartentor an“, sagt der Beamte und rät dazu, auf Buntbartschlösser zu verzichten, da sie sich mit einem Dietrich öffnen lassen. Besser seien Zylinderschlösser und Sicherheitsschließbleche. Das gilt natürlich auch für die Eingangstüren des Häuschens. Wenn vorhanden, sollten Fensterläden geschlossen werden und möglichst von innen verriegelbar sein. Sinn würden auch abschließbare Fensterschlösser machen. Sogenannte Not- oder Zweitschlüssel bitte nicht irgendwo unter Blumenvasen oder in Dachrinnen verstecken, sondern lieber beim Nachbarn oder einer anderen Person des Vertrauens deponieren.

Alle Besitztümer wegräumen

„Stellen Sie Besitztümer nicht öffentlich zur Schau. Das lockt Einbrecher an“, rät Dietmar Sachse. Gartenmöbel, Gartengeräte oder sonstiges Inventar am besten wegschließen. Es heißt nicht umsonst: Gelegenheit macht Diebe. In diesem Zusammenhang kann es sich durchaus lohnen, auch die Satelliten-Schüssel abzubauen. Das macht zwar Arbeit, bewahrt aber vor Verlust und weist Langfinger nicht schon von außen darauf hin, dass hier ein Fernsehgerät zu holen ist.

Zugezogene Vorhänge sind verdächtig

Wenn keine Wertgegenstände im Gebäude verbleiben, kann es nach Ansicht des Kriminaloberkommissars sogar ratsam sein, auf Gardinen an den Fenstern zu verzichten. Diebe könnten auf der Jagd nach Beute so schnell sehen, dass es vor Ort nichts zu holen gibt. Dagegen seien zum Beispiel zugezogene Vorhänge ein Zeichen dafür, dass der Inhaber etwas vor den Augen anderer verbergen möchte.

Steckdosen abklemmen

Außensteckdosen sollten abgeklemmt werden. Mancher Einbrecher, so der Kriminaloberkommissar, habe derartige Stromanschlüsse schon genutzt, um beim Einbruch eine Flex oder andere elektrische Werkzeuge zu benutzen.

Innen und außen Fotos machen

„Machen Sie Bilder von Ihrem Grundstück und von den Räumen des Hauses“, empfiehlt Dietmar Sachse. Das könne später im Falle eines Einbruchs helfen, gegenüber der Versicherung das Vorhandensein bestimmter Gegenstände nachzuweisen. Es ist auch nicht verkehrt, sich bestimmte Individualnummern von Inventar zu notieren oder sich charakteristische Merkmale von Gegenständen zu merken. Das ermöglicht bei der Sichtung von Diebesgut später eine zweifelsfreie Zuordnung.

Abwechselnd und in unregelmäßigen Abständen nach dem Rechten zu sehen, kann ebenfalls dazu beitragen, dass Einbruchsrisiko zu minimieren.

Von Bert Wittke

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