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Sensationsfund wieder im Schloss

Oranienburg Sensationsfund wieder im Schloss

Nach 190 Jahren kehrt er heim: Ein kleiner Goldbecher, der im Oranienburger Schloss gegossen wurde. Ein einzigartiger Fund. Es war ein Geschenk an Friedrich Wilhelm III. Lange galt er als verschollen. 2013 tauchte er plötzlich auf dem deutschen Kunstmarkt wieder auf.

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Der Becher ist wieder an seinem Ursprungsort.

Quelle: Marco Winkler

Oranienburg. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes eine kleine Sensation: Der aus purem Gold bestehende Becher, welcher ab kommenden Sonntag, 4. September, wieder im Schloss zu sehen sein wird. Hier wurde er vor knapp 190 Jahren hergestellt.

Lange galt das nur 6,6 Zentimer hohe und nicht einmal 49 Gramm leichte Schmuckstück als verschollen, bis es 2013 die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berliner-Brandeburg (SPSG) erwarb.

Ursprünglich entstanden zwei Goldbecher

„Der Becher tauchte ganz plötzlich im deutschen Kunsthandel auf“, so Sammlungskustodin Claudia Meckel von der SPSG. Erstaunt ist sie nicht. So etwas passiere. Kunst verschwindet, taucht Jahre später auf dem Markt wieder auf. „Wir wussten aus einer archivarischen Quelle, dass dieser Becher in Oranienburg hergestellt wurde“, so Meckel.

Die Quelle: Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge. Aus seinem Nachlass geht ganz deutlich hervor, dass zwei Goldbecher als Geschenk an König Friedrich Wilhelm III. dienten. Zumindest einer hat den Weg zurück gefunden. „Wo der andere ist und ob er wirklich existiert, wovon wir allerdings ausgehen, wissen wir nicht genau“, so Kunsthistorikerin Meckel.

Der Goldbecher aus dem Jahr 1827

Der Goldbecher aus dem Jahr 1827.

Quelle: Winkler

Am Mittwoch bereitete sie die Vitrine für den Zeitzeugen aus Gold vor. Gläser wurden gründlich poliert, das Licht ausgerichtet. Der historische Fund entstand wohl um 1827, wie eine Widmungsgravur verrät. „Aus 500 Thaler preußischer Scheidemünzen durch Schwefelsäure geschieden Oranienburg 1827“, steht dort.

Eine weitere Inschrift am Standring besagt: „Dem gütigen Landesvater der dankbare Chemiker.“ Georg Friedrich Hempel, der 1814 im Schloss eine chemische Fabrik samt Betrieb einer patentierten Silberaffinierung im Schloss gründete, schenkte den Becher Friedrich Wilhelm III.

Kustodin Claudia Meckel geht vorsichtig mit dem fragilen Objekt um

Kustodin Claudia Meckel geht vorsichtig mit dem fragilen Objekt um.

Quelle: Winkler

In einem so genannten Affinierungsverfahren konnte mit Hilfe von Schwefelsäure Silber von Kupfer und Gold von Silber getrennt (geschieden) werden. Das Ausgangsmaterial: Scheidemünzen, die als „unterwertig“ galten. Nach den Kriegen gleich zu Beginn des 19. Jahrhunderts sowie der französischen Besatzung Preußens waren viele Münzen mit sehr geringem Gehalt an Edelmetall im Umlauf. Per Edikt verfügte Wilhelm III. den Einzug dieser Münzen. Sie sollten geschmolzen und aus dem darin enthaltenen Silber neuwertige Taler gegossen werden.

Gold fiel dabei recht wenig ab. Deshalb brauchte es für einen einzigen kleinen Goldbecher ungefähr 5000 Münzen. Trotz der Masse an Ausgangsmaterial, sei der Becher sehr leicht, so Meckel. Fragil, filigran gearbeitet. „Er ist eine kleine Sensation und einzigartig in seiner Form“, schwärmt sie.

Friedrich Wilhelm III. ehrte den Becher, bewahrte ihn im späteren Kronprinzenpalais auf. Irgendwann ging er verloren – bis jetzt, wo er seinen Platz an seinem Entstehungsort wieder einnehmen kann.

Sonderpräsentation am 4. September

„Als in Oranienburg Gold gemacht wurde“ ist die Sonderpräsentation des Goldbechers am Sonntag, 4. September, überschrieben. Kustodin Claudia Meckel wird einen Vortrag halten.

Die Veranstaltung der SPSG beginnt um 11 Uhr im Schlossmuseum. Der Eintritt kostet sechs, ermäßigt fünf Euro.

Von Marco Winkler

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