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Singen im Chor beugt Einsamkeit vor

Flatow Singen im Chor beugt Einsamkeit vor

„Mögen Engel dich begleiten auf dem Weg, der vor dir liegt“, sangen die Sänger des Kirchenchores Flatow am Sonnabend im Sommerkonzert in der Flatower Dorfkirche. Bei jedem Ton strahlten die Gesichter und leuchteten die Augen der Chorsänger zwischen 18 und 85 Jahren, die wegen der Urlaubszeit nicht in voller Chorstärke antreten konnten.

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Über 60 Chorsänger musizierten in Flatow gemeinsam.

Quelle: Ulrike Gawande

Flatow. „Mögen Engel dich begleiten auf dem Weg, der vor dir liegt“, sangen die Sänger des Kirchenchores Flatow am Sonnabend im Sommerkonzert in der Flatower Dorfkirche. Bei jedem Ton strahlten die Gesichter und leuchteten die Augen der Chorsänger zwischen 18 und 85 Jahren, die wegen der Urlaubszeit nicht in voller Chorstärke antreten konnten.

Die Kirche in Flatow

Die Kirche in Flatow

Quelle: Ulrike Gawande

Und so hatten sich die Flatower für das Sommersingen zum 85.Geburtstag ihres Kirchenchores Verstärkung aus Bötzow, Ketzin und Nauen eingeladen. Praktisch, dass Chorleiterin Anne König als Kantorin in Nauen auch die anderen Kirchenchöre sowie die Flötengruppe, die mit schwungvollen Hits wie dem irischen Volkslied „Whiskey in the jar“ begeisterte, leitet. So wurde es ein bunter Nachmittag, und alle konnten mit ihren Kräften bei der großen Hitze haushalten.

Die Flötengruppe aus Nauen

Die Flötengruppe aus Nauen

Quelle: Ulrike Gawande

Die Zuhörer in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche waren angetan, als neben bekannten Kirchenliedern wie „Lobe den Herrn meine Seele“ und unbekannteren auch Spirituals, die Gesänge der nordamerikanischen Sklaven, angestimmt wurden. So überzeugten die Flatower mit „Kum ba jah“ (Komm hier her) und die Nauener erzählten in „Swing Low“ von der Geschichte Elias aus dem Alten Testament.

Chormusik macht glücklich

Chormusik macht glücklich!

Quelle: Ulrike Gawande

Dass Kirchenchöre auch abseits geistlicher Pfade musikalisch unterwegs sein können, bewiesen die 23 Sänger aus Nauen bei „Wenn ich einmal reich wär“ aus dem Musical „Anatevka“, das gesungen von Ivan Rebroff weltberühmt wurde. Doch seien sie nicht die Sängerknaben, verriet Chorleiterin Anne König in einer humorvollen Chorbetrachtung, weil sie schließlich auch noch Damen haben. Überhaupt sei ein Chor eine überaus gute Idee: „Wer den Ton nicht kann, der hat ja noch den Nebenmann.“ So war es wirklich ein Ohrenschmaus, als alle Sänger, zusammen etwa sechzig zum Konzertabschluss gemeinsam sangen.

Vier Chöre sangen gemeinsam

Vier Chöre sangen gemeinsam.

Quelle: Ulrike Gawande

Die vermutlich glücklichste Zuschauerin aber war Karin Thomsen, die 27 Jahre lang bis 1998 als Pfarrerin den Kirchenchor geleitet hatte, und nun in Dänemark lebt. Jedes Jahr zum Chortreffen käme sie jedoch zu Besuch nach Flatow. „Es ist ein gutes Gefühl zu sehen, dass es weitergeht.“ Auch Anne König ist noch immer begeistert, wenn sie daran denkt, dass der Chor, bis sie die Leitung übernahm, sich auch ohne Chorleiter jede Woche zum Singen getroffen hat. „Es war eine Kirche ohne Pfarrer, aber mit Chor.“

Seit 1931 gehört der Chor zur Kirche, zum Ort. Hat unzählige Gottesdienste, Feste und Kirchentermine musikalisch umrahmt. König: „Singen kann harte Arbeit sein, aber es macht Spaß und den Kopf frei.“ Flatows Ortsvorsteher Gert Dietrich ergänzte: „Und Singen im Chor beugt der Einsamkeit vor.“

Von Ulrike Gawande

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