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Oranienburg Sogar schwanger werden sie gemeinsam
Lokales Oberhavel Oranienburg Sogar schwanger werden sie gemeinsam
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01:17 10.09.2018
Die Zwillinge Petra (links) und Anja Laubsch mit ihren Söhnen. Quelle: Fotostudio Munkelt Oranienburg
Oranienburg

Wenn Sie sie sehen, sehen Sie doppelt. In allen Lebenslagen: in der Kita war das so, in der Schule, während der Ausbildung, im Berufsleben, im privaten Bereich sowieso. Anja und Petra Laubsch sind Zwillinge. Sie tauchen – gefühlt – nur zu zweit auf. Überall. Und sie fallen auf. Wegen ihres Aussehens (sie sind eineiige Zwillinge) und auch wegen ihres losen Mundwerks. Wo sie sind, ist Gewusel und gute Stimmung. Siamesische Zwillinge sind vermutlich weiter entfernt voneinander als die Laubsch-Schwestern aus Oranienburg. Auseinanderhalten kann man sie kaum. „Petra hat einen Leberfleck links neben der Nase und einen Knick im linken Ohr. Ich habe einen identischen Knick im rechten Ohr – wie zwei Puzzleteile, die zusammengehören“, sagt Anja Laubsch. Heute sind es Piercings: Petra hat ihren über der Lippe, Anja darunter. Die feinen Unterschiede fallen kaum auf, maximal die Haare (schwarz und braun). Die Ähnlichkeiten dominieren. Das i-Tüpfelchen auf ihre Zwillingskarriere: In diesem Jahr bekamen beide mit ein paar Tagen Unterschied sogar auch ihr erstes Baby.

„Das sind die Mutterbänder“

„Ich war zuerst schwanger“, sagt Petra Laubsch stolz. „Ich hatte die Pille abgesetzt und das meinen Eltern gesagt, meiner Schwester auch.“ Dann ging es mit ihrem Freund Christian in den Urlaub. Zwei Jahre waren beide zusammen. Und es klappte. Anja war ein Jahr mit ihrem Freund René ein Paar, auch wenn sie sich schon 18 Jahre lang kannten. Auch bei ihnen hat es nicht lange gedauert, bis klar war, dass Nachwuchs unterwegs ist. Ein Bluttest während eines Krankenhausaufenthaltes brachte Petra Laubsch die Gewissheit, dass sie ein Kind bekommt. Ihre Schwester plagte sich in den ersten Wochen mit Schmerzen herum, ahnend, dass da auch ein Baby im Anmarsch sein könnte. „Das sind die Mutterbänder“, hatten beide geflachst. Ein Test sollte schließlich die Bestätigung bringen: Auch Anja war schwanger. Sie sagte: „Klar war uns, dass wir keine große Zeitspanne zwischen unseren Kindern haben wollten, da sie zusammen aufwachsen sollen“, so die um einige Minuten ältere Anja.

Viel Spaß mit der Hebamme

Die Schwangerschaft durchlebten beide gemeinsam, sie besuchten Vorbereitungskurse oder anschließend den Rückbildungskurs, hatten dieselbe Hebamme; Heidrun Vorkel vom Hebammenstübchen in Oranienburg. „Auch wenn es uns während der Schwangerschaft nicht so gut ging, hatten wir mit ihr viel Spaß – und sie mit uns“, blickt Petra Laubsch zurück. Im Krankenhaus selbst – in den Oberhavel-Kliniken – wurden sie als „die schwangeren Zwillinge“ gefeiert. Die Geburt selbst lief bei beiden unterschiedlich, aber dennoch ähnlich ab. Petra brachte 18 Stunden im Kreißsaal zu, Anja zehn Stunden. Am Ende wurden Jörn Jörg am 27. März dieses Jahres und Lion Gabriel Laubsch am 7. Mai per Kaiserschnitt geboren. „Wir haben dabei alle italienischen Hebammen kennengelernt, die in der Klinik arbeiten. Ein Traum“, lobt Petra Laubsch das Team. „Wir haben alles durch und sind sehr zufrieden.“ Das kann man auch von den Großeltern sagen. Sie sind stolz auf die beiden süßen Jungs. Die haben – sobald sie laufen können – ein Ziel: den Schmachtenhagener Bauernmarkt. Dort arbeitet die Omi, betreibt zwei kleine Geschäfte: Spielsachen und Geschenkartikel.

Immer Seite an Seite

Inzwischen sind die beiden Schwestern dabei, peu à peu ihr verwechselbares Aussehen zurückzubekommen, so dass sie dann wieder wie ein Ei dem anderen gleichen. So wie von ihrer eigenen Geburt an. Das zog sich durch ihr Leben. Sie sahen nicht nur gleich aus, sondern taten immer das gleiche. In der Kinder- und Jugendzeit, während der Ausbildung zur Fachverkäuferin Bäckerei/Konditorei. Im dritten Lehrjahr hatten sie bereits die Verantwortung für ein Geschäft in Berlin-Hermsdorf. Zwei Monate nach der Lehre war die einzige Zeit, in der die Laubsch-Sisters beruflich nicht miteinander unterwegs waren. „Danach haben wir immer gemeinsam irgendwo angefangen“, sagt Anja Laubsch: bei McDonald’s, Subway, bei der Laga in Oranienburg, wieder bei Subway und Burger King. Seit 2013 sind sie bei Zalando in Brieselang beschäftigt. „Dort gehörten wir zu den Besten, weil wir mit den Wagen immer Wettrennen zu den Regalen veranstalteten und somit viele Pakete bewegten“, erzählt Anja Laubsch. Bis zur Schwangerschaft waren sie dort beschäftigt. Nach ihrer Elternzeit wollen sie beide dort wieder anfangen, in der Elternschicht.

18 befreundete Pärchen werden Eltern

Bis dahin sind sie dabei, sich an das Familienleben zu gewöhnen. Jeweils zu dritt. Wenn allerdings die Väter – sie arbeiten im Vier-Schicht-System – nicht zu Hause sind, dann schnappt sich Petra ihren Jörn Jörg und übernachtet schon mal bei ihrer Schwester. Beide wohnen in derselbe Straße, wo die Wohnblöcke nur von einem gemeinsamen Hinterhof getrennt sind. So helfen sich die Schwestern dann auch gegenseitig beim Wickeln oder Fläschchen geben. Am Tage sind sie oft gemeinsam unterwegs. Da treffen sie sich auch mit anderen Paaren. In ihrem Freundeskreis sind 18 Paare schwanger oder gerade Eltern geworden. „Teufelchen“ (Petra) und „Engelchen“ (Anja), wie sie früher genannt wurden, wissen schon jetzt, dass sie nicht mehr schwanger werden wollen. „Eins reicht“, sagen sie unisono und sind sich auch dabei einig.

Von Stefan Blumberg

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