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Solarpark weiter in der Schwebe

Mühlenbeck Solarpark weiter in der Schwebe

Seit Anfang des Jahres will eine neuer Investor einen Solarpark in Mühlenbeck bauen. Die ehemalige Mülldeponie wurde dafür sogar schon gemäht und gemulcht. Selbst Anwohner wie Jürgen Müller befürworten das Projekt. Doch das zuständige Landesumweltministerium verweigert die Genehmigung.

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Planer Karsten Bühring mit Anwohner Jürgen Müller.

Quelle: Enrico Kugler

Mühlenbeck. Jürgen Müller wohnt seit über 60 Jahren in Mühlenbeck. Der 67-Jährige lebt direkt neben der ehemaligen Mülldeponie am Ortsausgang. Als er von einem neuen Investor für den seit drei Jahren geplanten Solarpark hörte ( MAZ berichtete), war er hoffnungsvoll. „Es ist nur eine Deponie, die zwei Meter aufgeschüttet wurde“, sagt der ehemalige Hausmeister der Käthe-Kollwitz-Schule. „Es wird Zeit, dass hier etwas Positives passiert.“

Doch es passiert nichts. Zumindest nicht mehr. Das Projekt gerät ins Stocken. Projektmanager Karsten Bühring, der mit der Sunfarming GmbH die 5,5 Hektar mit Solarmodulen ausstatten und 800 Haushalten „grünem Strom“ ermöglichen will, ist nicht begeistert von dem Stillstand.

Stillstand

Stillstand: Hier passiert erst einmal nichts.

Quelle: Enrico Kugler

Erst Anfang des Jahres wurde die Deponie gemäht und gemulcht, der Boden geglättet. Doch die Robinien bahnten sich schnell ihren Weg. Jetzt ist alles verwildert – erneut. „Weil wir nicht arbeiten können. Die Planung steht. Wäre alles im Zeitrahmen gelaufen, würde der Solarpark jetzt stehen.“ Das sei kein Zustand mehr. „Wir haben schon viel Geld investiert.“

Doch das Landesumweltministerium verweigert die Zustimmung. Grund: Der Park soll in einem Landschaftsschutzgebiet (LSG) entstehen. „Nur ein paar Meter von hier, sind große Stromleitungen“, äußert Bühring sein Unverständnis darüber, dass das Gelände überhaupt als LSG deklariert ist. „Das ist doch abwegig.“

Zäune und Steinhaufen wurden Eidechsen wurden installiert

Zäune und Steinhaufen wurden Eidechsen wurden installiert.

Quelle: Enrico Kugler

Auch Jürgen Müller versteht das nicht. „Die Tiere könnten doch hier weiter leben.“ Vorteil: Die Wildschweinplage könnte sogar in den Griff bekommen werden. Selbst um die wenigen Eidechsen hat sich Bühring gekümmert. Sieben Zauneidechsen wurden in sechs Sammelaktionen gefunden und in extra angelegte Lesesteinhaufen gelockt. Die Solarmodule würden um die Echsen gebaut, so dass diese nicht beeinträchtigt würden.

Dennoch ist das Landesumweltministerium nicht zufrieden. Die Gemeindeverwaltung ist für das Projekt, auch Bürgermeister Filippo Smaldino-Stattaus (SPD) und Bauamtsleiter Werner Labitzky stehen hinter Sunfarming. Die Gemeinde legt der Landesbehörde jetzt ein erneutes Schreiben vor, in dem Vorteile aufgezählt werden. Einer wäre, dass die Gemeinde mit mehr regenerativen Energien gespeist werden könnte (bisher sind es nur drei Prozent) und es Ausgleichflächen für die Tierwelt gibt.

Für 20 Jahre will Bühring die Fläche pachten, mindestens. Bis Ende des Jahres muss die Anlage stehen, sonst geht die finanziell wichtige Einspeisevergütung flöten. Dann würde sich ein Solarpark kaum noch lohnen – und Jürgen Müller müsste weiter neben einer stillgelegten Mülldeponie wohnen, auf der Wildschweine wüten.

Von Marco Winkler

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