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Oranienburg Sorgen um die Friedrich-Wolf-Gedenkstätte in Lehnitz
Lokales Oberhavel Oranienburg Sorgen um die Friedrich-Wolf-Gedenkstätte in Lehnitz
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20:59 28.01.2019
Tatjana Trögel schätzt die Vielfalt am Erbe ihres Großvaters Friedrich Wolf, der Schriftsteller, Arzt und Rundfunkpionier war. Quelle: Robert Roeske
Lehnitz

Die Friedrich-Wolf-Gedenkstätte im Kiefernweg 5 in Lehnitz ist in Wolfs ehemaligen, denkmalgeschützten Wohnhaus, Teil einer ebensolchen Siedlung, untergebracht, das fast noch im Originalzustand erhalten ist. Inklusive der Inneneinrichtung in Bauhaus-Tradition. Betrieben wird die Gedenkstätte von der Friedrich-Wolf-Gesellschaft, der rund 200 Mitglieder in ganz Deutschland angehören.

Eine Handvoll Kümmerer

Doch nur eine Handvoll kümmert sich um die Gedenkstätte vor Ort, um den Erhalt des Gebäudes sowie um die Organisation von Veranstaltungen im Wohnzimmer oder Garten der Familie Wolf oder die Zusammenarbeit mit Schulen, erklärt Tatjana Trögel, die Leiterin der Gedenkstätte. „Die Aktivsten sind über 70.“ Auch sie ist bereits 69 Jahre alt. „Das schlaucht, irgendwann sind die Kräfte erschöpft.“ Denn auch in Berlin kümmert sie sich um das Erbe ihres Großvaters, organisiert Filmreihen oder arbeitet mit Wissenschaftlern zusammen. „Dort könne man ein breiteres Publikum erreichen. Denn das Interesse am Werk Friedrich Wolfs ist groß.“

Man möchte in der Region mehr machen

Doch Trögel würde gerne mehr in der Region wirksam werden und zitiert Außenminister Heiko Maas, der jüngst gemahnt hatte, dass die Erinnerungskultur bröckele. Da könnte man mit Friedrich Wolf viel machen, ist Trögel überzeugt. Derzeit gebe es bereits eine gute Zusammenarbeit mit dem Mosaikgymnasium und der Grundschule Lehnitz, die den Namen des Schriftstellers trägt, der mit seinem Werk zum literarischen Erbe Deutschlands des 20. Jahrhunderts zählt.

Wichtige kulturelle Bedeutung für den Ortsteil

Auch für den Ortteil ist die Gedenkstätte ein wichtiger Bestandteil kultureller Identifikation. Und so will die Fraktion der Linken der Gesellschaft helfen und hat einen Antrag für den Oranienburger Doppelhaushalt 2019/2020 eingereicht, in dem 10 000 Euro als jährliche Mittel für die Gedenkstätte eingeplant werden sollen. Bisher gab es 2000 Euro von der Stadt als Betriebskostenzuschuss, so Trögel. Auch die Veranstaltungen seien nicht kostendeckend. Doch daran arbeite man.

Antrag der Linken

Im Ortsbeirat stellte Elke Kästner (Linke) den Antrag der Linken vor, bevor er am Donnerstag im Sozialausschuss diskutiert wird. Man macht sich Sorgen, dass die Gedenkstätte an das Land Brandenburg zurückfallen und dann verkauft werden könnte, wenn die Wolf-Gesellschaft nicht mehr alleine die Unterhaltung stemmen kann. Dem will man entgegen wirken. Doch im Ortsbeirat stieß die Idee nicht nur auf Begeisterung, auch aufgrund des „linkslastigen Image“ des Hauses, so Ortsvorsteher Matthias Henning (SPD), der sich jedoch für den Erhalt der Gedenkstätte einsetzt.

Wie kann man die Gedenkstätte dauerhaft erhalten?

So regte er an, dass zu prüfen sei, welche Möglichkeiten es gebe, die Gedenkstätte dauerhaft als solche zu erhalten mit finanziellen oder personellen Hilfen oder durch eine Übernahme in der Verantwortung der TKO/Holding der Stadt Oranienburg, die dann das Gebäude auch für andere Veranstaltungen nutzen könne. Zudem regte der Ortsbeirat an, die Gedenkstätte dann auch nach Wolfs Frau Else zu benennen, da diese stärker den Ortsteil geprägt habe – sie baute das Kulturhaus und sie ist einzige Ehrenbürgerin Lehnitz´ – als ihr Mann.

Von Ulrike Gawande

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