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Oranienburg Frust bei Zulassungsdiensten und Autohäusern
Lokales Oberhavel Oranienburg Frust bei Zulassungsdiensten und Autohäusern
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17:58 26.06.2018
Gregor Bartels (l.) und Manuel Potzner ärgern sich über die Zustände in der Zulassungsstelle. Quelle: Foto: Helge Treichel
Oranienburg

Wer schon einmal ein Fahrzeug an-, ab- oder ummelden wollte, weiß es: Für die Kfz-Zulassungsstelle muss man Zeit und Geduld mitbringen. In den vergangenen Tagen musste die Ausgabe von Wartemarken vorzeitig eingestellt werden. Nur so lasse sich „eine Bearbeitung innerhalb des jeweiligen Servicetages garantieren“, ist auf der Homepage zu lesen. Deshalb sind viele Fahrzeughalter froh, wenn das Autohaus den Behördengang übernimmt. Doch genau damit gibt es ab sofort Schwierigkeiten, wie Gregor Bartels und Manuel Potzner vom Oranienburger Autohaus Kaufmann berichten. Für Zulassungsdienste soll der Service auf fünf Vorgänge pro Tag begrenzt werden, wobei das An- und Abmelden zwei Vorgänge sind. „Die Bombe ist in der vergangenen Woche explodiert“, sagt Gregor Bartels.

Vorteil für private Kunden, Ärger für gewerbliche

Die Regelung soll ermöglichen, dass Privatkunden in der Zulassungsstelle besser zum Zuge kommen. Eine solche Verfahrensweise sei aber nicht nur existenzbedrohend für die Dienstleister, sondern würde das Problem auch nicht lösen. Dann würde nämlich die Zahl der Privatkunden sprunghaft ansteigen, was die Arbeit in der Zulassungsstelle zusätzlich erschweren würde, weil die viel schlechter vorbereitet sind: Unterlagen fehlen, Formulare sind falsch oder unvollständig ausgefüllt und ähnliches. „Die Zulassungsdienste bekommen den schwarzen Peter zugespielt, obwohl sie eigentlich von Vorteil für die Mitarbeiter der Zulassungsstelle sind“, sagt Gregor Bartels.

Unverrichteter Dinge weggeschickt

„Das Problem werde nur verlagert, nicht gelöst“, meint Kollege Manuel Potzner. Der 36-Jährige hatte am Freitag um 9.15 Uhr eine reguläre Wartemarke für Privatkunden gezogen, da er lediglich ein Fahrzeug abmelden und ein neues anmelden wollte. 12.55 Uhr wurde er jedoch unverrichteter Dinge mit der Begründung nach Hause geschickt, dass er zu einem Autohaus gehört. Dabei sei üblich, erst ab drei Vorgängen eine Marke für Gewerbekunden zu ziehen. „Nur weil mein Gesicht bekannt ist, wurde ich des Zimmers verwiesen“, so Potzner. Sein Kunde habe seinen Urlaub daraufhin nicht wie geplant mit dem neuen Auto antreten können. „Das ist Schikane“, ärgert sich Potzner. Auch Mitarbeiter von anderen Händlern seien einfach abgewiesen worden: „Das geht so nicht.“

Wartemarkenvergabe vorzeitig eingestellt

Während die Antragsbearbeitung für die Zulassungsdienste zunächst unverändert fortgeführt wurde, musste die Ausgabe von Wartemarken an Private jeweils bereits früh am Tage beendet werden, beschreibt Kreissprecherin Constanze Gatzke die Ausgangssituation. Das habe zu umfangreichen Serviceeinschränkungen geführt. „Daher sahen sich die Verantwortlichen dazu gezwungen, das Aufkommen vorübergehend auch im Bereich der Zulassungsdienste weiter zu regulieren.“ Bereits am Mittwoch dieser Woche soll diese Maßnahme „planmäßig enden“, so die Sprecherin. Das Vorgehen sei via Internetseite als auch vor Ort durchgehend transparent gemacht worden. Wegen krankheitsbedingter personeller Engpässe in der vergangenen Woche hätten Mitarbeiter/innen freiwillig ihren bereits geplanten Urlaub zurückgezogen. Zudem seien Mitarbeiter aus anderen Bereichen eingesetzt worden. „Das ausnehmend hohe Antragsaufkommen konnte bedauerlicherweise dennoch nicht in Gänze bearbeitet werden“, so Constanze Gatzke.

An der Kfz-Zulassungsstelle im Landratsamt an der Adolf-Dechert-Straße 1. Quelle: Robert Roeske

Das eigentliche Problem sei die personelle Besetzung in der Zulassungsstelle, sind die beiden Autoverkäufer überzeugt. 14 Stellen gebe es, lediglich fünf Mitarbeiter seien derzeit durch Krankheit und Urlaub verfügbar. „Das Problem der personellen Besetzung wurde von der Hausleitung erkannt, umfassende Gegenmaßnahmen wurden im Rahmen einer Prozessoptimierung bereits ergriffen“, antwortet Constanze Gatzke. Diese sollen ab dem 1. August schrittweise wirksam werden. Dazu gehöre unter anderem auch die Nachbesetzung offener sowie neu geschaffener Stellen. Das Auswahlverfahren laufe aktuell. Nach dem Ende der Bewerbungsfrist stünden Vorstellungsgespräche in der 28. Kalenderwoche an. Ausreichend qualifizierte Bewerber vorausgesetzt, sollen hier bis zu drei neue Sachbearbeiter/innen für die Zulassungsstelle eingestellt werden, so die Sprecherin.

Autohaus vorab informiert

Das Autohaus Kaufmann sei am vergangenen Freitag auf Anfrage telefonisch vorab darüber informiert, dass eine Bearbeitung des Anliegens außerhalb der regulären Annahmezeiten für Gewerbetreibende –wie gewünscht – nicht erfolgen kann. „Dass der Mitarbeiter des Autohauses ob der klar erkennbaren Aussichtslosigkeit dennoch erschien und vergebens wartete, bedauern wir.“ Dies stehe jedoch in keinem Zusammenhang mit der derzeitigen und vorübergehenden Besetzungssituation.

Wartebereich der Zulassungsstelle in Oranienburg. Quelle: Enrico Kugler

Die beiden Autoverkäufer ärgert auch, dass die Barkasse nicht während der gesamten Öffnungszeiten der Zulassungsstelle verfügbar ist und ein Automat, den es früher gab, nicht mehr verfügbar ist. „Das ist einfach nicht kundenfreundlich“, sagt Gregor Bartels. In Bernau oder Nauen funktioniere die Zulassungsstelle auch. Oranienburg steuere dagegen auf Berliner Verhältnisse zu „Wir und am Ende die Kunden sind die Leidtragenden“, so der 49-Jährige.

Weitere Wartezeiten angekündigt

Trotz der Vielzahl der schrittweise wirksam werdenden organisatorischen Veränderungen kann es aktuell nach wie vor zu Bearbeitungsengpässen kommen, kündigt Constanze Gatzke an. Sie verweist auf die Möglichkeit, Termine online reservieren zu lassen.

Von Helge Treichel

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