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Oranienburg Suppenwagen muss die Suppe auslöffeln
Lokales Oberhavel Oranienburg Suppenwagen muss die Suppe auslöffeln
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01:16 16.07.2018
 Gudrun Fromm übergibt an diese Kundin ein leckeres Gericht. Quelle: Jeannette Hix
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Oranienbug

Mund-Propaganda ist der Grund, dass es sich rumgesprochen hat, dass es hier mundet - im Suppenwagen „Cook rein“ von Gudrun Fromm (53) und Hans-Jürgen Schreier (56). Die zwei Startups stehen von montags bis freitags immer von 11 bis 18 Uhr Ecke Stralsunder/Willy-Brandt-Straße gegenüber vom Bahnhof Oranienburg. Auch diesen Freitag hat sich vor dem weißen Verkaufswagen mit dem schwarzen Schriftzug „Alles handgemacht“ eine Warteschlange gebildet. „Hier schmeckt man, dass alles selbst gekocht ist“, sagt eine Kundin, die sich heiße Panini Sweet Chili Chicken für 4 Euro eintüten lässt. Die zwei Frauen dahinter vom Landkreis kaufen gleich für neun Kollegen ein – von der Süßkartoffelsuppe mit Hackfleisch (4,80 Euro) bis zum Milchreis mit Zimt (1,20 Euro).

Vom Dessous-Laden zur Suppenküche

Dabei hätten Gudrun Fromm und Hans-Jürgen Schreier schon längst den Wagen gegen einen gemütlichen Laden in der Schulstraße 4 -8 tauschen sollen. Alles war vorbereitet. Doch dann schlug die Absage ein wie eine Bombe: Die zwei Startups können ihr neues Geschäft „Cook rein“ nicht öffnen, weil nicht klar ist, ob auf dem Grundstück Bomben liegen. Dabei schien alles klar wie Kloßbrühe. „Ende 2016 haben wir gesehen, dass der ehemalige Dessous-Laden vermietet werden soll“, sagt Gudrun Fromm.

Doch der Laden darf nicht öffnen, weil eine Bescheinigung fehlt

Die Ex-Speditionskauffrau und der Ex- Chemiker sahen nun die Chance, einen eigenen Laden zu eröffnen. Standen die zwei Geschäftspartner mit ihrer mobilen Suppenküche doch bisher auf Märkten wie in Oranienburg, Velten und Birkenwerder. Anfang 2017 schlossen sie den Mietvertrag ab und stellten einen Bauantrag. „Schon Ende Januar kam eine Antwort, dass wir noch einige Unterlagen wie Brandschutzmaßnahmen nachreichen mussten“, sagt Hans-Jürgen Schreier. Alles schien machbar und die zwei legten los, bauten einen Tresen mit Herd und eine moderne Laden-Einrichtung ein. Am 2. Juli sollte die Eröffnung sein. „Erst am 6. Juni hat uns die Behörde mitgeteilt, dass die sogenannte Kampfmittelfreiheitsbescheinigung fehlt, die bei einer Umnutzung vorliegen muss“, sagt Hans-Jürgen Schreier.

Süßkartoffel-Suppe mit Ingwer und Hack – lecker, findet MAZ-Reporterin Jeannette Hix. Quelle: Robert Roeske

Fakt aber ist: Seit Januar zahlen die Suppen-Köche Miete. Inzwischen wurden die Geschäftsleute auch vom Kampfmittelbergungsdienst informiert, dass in Bahnhofsnähe laut den Kampfbildern Bomben gefallen sind.

Es ist unklar, wer die Kosten für die Bomben-Suchaktion tragen soll

Unklar ist jetzt, wer für die Kosten der Bomben-Suchaktion aufkommen soll. Hans-Jürgen Schreier und Gudrun Fromm hoffen nun, nicht selbst die Suppe auslöffeln zu müssen. Denn nicht nur der 66 Quadratmeter große Laden, sondern auch das 2000 Quadratmeter große Grundstück drumherum muss in die Suche einbezogen werden. „Aktuell sind wir mit dem Vermieter im Gespräch, ob er die Kosten übernimmt und ob eine Mietminderung möglich ist“, sagt Schreier, der sich darüber freut, dass er das Stromnetz der Schule anzapfen darf – der Landkreis hat das in die Wege geleitet. Schließlich sind ja einige Mitarbeiter auch Stammkunden vom mobilen Suppen-Laden.

Von Jeannette Hix

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