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Oranienburg Takeda: Digitalisierung hält mehr und mehr Einzug
Lokales Oberhavel Oranienburg Takeda: Digitalisierung hält mehr und mehr Einzug
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21:12 13.02.2019
Produktionsleiterin Friederike Traulsen und Wirtschaftsminister Jörg Steinbach. Quelle: FOTOS: Stefan Blumberg
Oranienburg

Es war wie ein Stadtbummel – mindestens so lang und mit einigen Sehenswürdigkeiten gespickt. Dabei war es lediglich ein Rundgang durch das Oranienburger Takeda-Werk, den der Brandenburger Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) am Mittwoch vornahm. Genauer gesagt: ein Produktionsrundgang. Die Produktionsleiterin Friederike Traulsen gab dem Minister, seinem Stab und Pressevertretern einen Einblick in den Ablauf der Produktion von Tabletten. Für den Chemieingenieur Jörg Steinbach kein Neuland, aber doch schon eine andere Welt, weil er schon mehr als 20 Jahre aus der Branche raus ist.

Lange Wege im Unternehmenskomplex

Friederike Traulsen erklärte die Abläufe vom „Bereich Einwaage“ bis hin zum Coating. Bei ersterem werden die Rohstoffe zusammengeführt, mittlerweile alles gestützt von modernster Technik. Tastaturen, Monitore, Scanner – das System schummelt nicht, in den Chargen ist immer der gleiche Rohstoff. Das Gemisch in den Containern, die Feuchtgranulation, Tablettenpresse bis hin zu jenem Coating – dem Beschichten der Tabletten oder Kapseln – all das findet in der „Kleinstadt „ von Takeda in Oranienburg statt (manche Mitarbeiter laufen täglich acht bis zehn Kilometer in dem riesigen Gebäude in der Lehnitzstraße).

Computerführerschein im Angebot

Bei Takeda ist man dabei, so ziemlich alle Prozesse – wo nicht schon vorhanden und wo es möglich ist – zu digitalisieren. Das war auch das eigentliche Thema, weshalb Jörg Steinbach dem Pharmaunternehmen einen Besuch abstattete. Wie sieht die Pharma-Industrie der Zukunft aus? Digitalisierung, Innovationen und Perspektiven des Konzerns wurden mit der Firmenspitze in Oranienburg erörtert. „Noch arbeiten wir an vielen Stellen, zum Bespiel bei der Dokumentation, mit Papier. Das wollen wir Stück für Stück ändern“, sagt Friederike Traulsen. Im April vergangenen Jahres sei bereits damit begonnen worden. Inzwischen habe das Unternehmen noch einmal technisch draufgesattelt. „Aber wir werde nicht alles mit einem Mal umstellen, sondern Stück für Stück.“ Es sei für das Unternehmen eine große Herausforderung, alle Mitarbeiter mitzunehmen. „Es ist nicht so, dass sich jeder mit der digitalen Technik auskennt. Deshalb bieten wir sogar für Anfänger den sogenannten Computer-Führerschein an“, so die Produktionsleiterin.

„Es geht um Patientenschutz“

„Für mich ist es sehr beeindruckend, wie Takeda das Thema Digitalisierung angeht und dranbleibt, um sie in den Produktionsprozess einzubinden.“ Er hält dies aber auch für unausweichlich, „denn schließlich geht es um den Patientenschutz. Und da brauchen wir einen maximalen Standard“. Das sieht auch René Walther, Associate Director Finance & Compliance, so: „Bei Takeda stehen Patienten im Mittelpunkt. Die Digitalisierung kann uns helfen, diesem Anspruch noch stärker gerecht zu werden. Außerdem können durch Digitalisierung und Automatisierung unsere Mitarbeiter entlastet werden.“

Der Wirtschaftsminister, der seit September  vergangenen Jahres im Amt ist, bedauert es, dass sich die Pharma-Unternehmen als harte Konkurrenz sehen und sich nicht mehrere Unternehmen zusammentun, um die  Entwicklung gemeinsam voranzutreiben und eventuelle „Kinderkrankheiten“ gemeinsam beheben.

Im Oranienburger Werk werden von den 750 Beschäftigten (davon 200 in der Produktion) circa 6,4 Milliarden Tabletten und Kapseln produziert.

Von Stefan Blumberg

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