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Oranienburg Tankstelle macht tausende Euro minus
Lokales Oberhavel Oranienburg Tankstelle macht tausende Euro minus
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01:16 14.03.2019
Für den Tankstellenpächter ist die Baustelle eine Katastrophe. Quelle: FOTOS: Enrico Kugler
Nassenheide

Das Nadelöhr B 96 in Nassenheide bleibt Gesprächsthema und artet bisweilen zu einem Aufregerthema aus, in einem Fall sogar zum einem wirtschaftlichen Desaster. Ursache ist der Bau der Bushaltestelle samt Haltebucht, die im Zuge des Radwegebaus Nassenheide-Teschendorf direkt vor der Sprint-Tankstelle entsteht. Beginn der Bauarbeiten war am vergangenen Montag, 4. März 2019. Der Verkehr wird seitdem per Ampel geregelt, allerdings in unterschiedlicher Art und Weise; zunächst rollte er auf einer Spur wechselweise in beiden Richtungen rund um die Uhr. Dann wurde die Ampel nur während der Bauarbeiten (8 bis 16 Uhr) geschaltet. Aber nur einen Tag, bevor wieder auf den vorherigen Modus zurückgestellt wurde. Der Verkehr staut sich so oder so.

Bis zu 45 Minuten im Stau

Roxana Wilke wohnt in Nassenheide, muss viermal täglich durch die Baustelle, um ihre große Tochter zur Schule nach Germendorf zu bringen, ihr Baby sitzt mit im Auto. Sie sagt: „Es ist eine Zumutung, jeden Tag mit einem heulenden Baby im Stau zu stehen. Das dauert schon mal bis zu 45 Minuten.“ Drastische Folgen hat die Baustelle für Andreas Storl, den Pächter der Sprint-Tankstelle. „Ich habe Umsatzeinbußen von 50 Prozent. Seit dem vergangenen Montag habe ich einen Verlust von 15 000 Euro eingefahren. Benzin und Diesel haben wir 40 000 bis 50 000 Liter weniger verkauft. Besonders fallen die fehlenden Einnahmen im Store und Bistro ins Gewicht.“ Negativ wirkte sich aus, dass eine der beiden Zufahrten dichtgemacht wurde. Seit Freitag ist sie wieder offen. Andreas Storl wird vermutlich den Klageweg beschreiten, „was uns aber jetzt auch nicht hilft, denn mir fehlt das Geld aktuell“. Dass die Bushaltestelle gebaut werde, dafür habe er Verständnis – nicht aber dafür, dass ein Betrieb mit elf Mitarbeitern gefährdet wird.

Einspuriges Fahren, weil die Straße so eng ist

Hans-Jürgen Otte vom Landesbetrieb für Straßenwesen klärt auf, wie und warum die Ampeln geschaltet sind. „Die einspurige Regelung muss sein, weil die B 96 an der Stelle so schmal ist (6,30 m).“ Somit dürften zwei Lkws nicht aneinander vorbeifahren. „Uns fehlen 30 Zentimeter.“ Das direkt neben der Straße liegende Baufeld sei nicht gesichert, wenn der Verkehr zweispurig rollen sollte. Der Zustand vor Ort gebe es auch nicht her, dass die Straße nach Feierabend wieder geöffnet werde. Ronald Bogade wohnt ebenfalls in Nassenheide: „Ich verstehe, dass man sich an die Sicherheitsvorgaben hält, allerdings finde ich, dass an der Stelle durchaus zwei Lkws aneinander vorbeifahren können.“

Nur kurzzeitig über zwei Spuren

Wenn die Bordsteine gesetzt sind (vermutlich in der nächsten Woche) werde der Landesbetrieb laut Hans-Jürgen Otte versuchen, zumindest für eine kurze Phase den Verkehr zweispurig laufen zu lassen – aber nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Haltestellenbucht in Angriff genommen wird. Dann wird es wieder einspurig. Dass die Ampeln am vergangenen Wochenende zum Teil sogar aus waren, habe nichts mit einer beabsichtigten Schaltung zu tun. Otte: „Dann muss die Anlage defekt gewesen sein.“

KOMMENTAR

Fiasko droht

Eine Baustelle ohne Ärger – gibt es nicht. Die in Nassenheide, ein Nadelöhr auf der Bundesstraße  96, durch das sich täglich tausende Fahrzeuge mit noch mehr Menschen hindurchzwängen, schon gar nicht. Zu spätes Erscheinen auf der Arbeit, verpasster Zug, ewige Warterei – der Biss ins Lenkrad ist nachvollziehbar. Um so erstaunlicher die Reaktionen der Menschen, die sich direkt an die MAZ gewandt haben. Das Gros kollabierte nicht am Telefon oder explodierte auch nicht. Vielmehr lechzen die Anrufer oder Schreiber nach Informationen, nach Aufklärung, warum was und wie gemacht wird. Kein Vorwurf von „die da im Landesbetrieb für Straßenwesen“.

Diejenigen, die den Abschnitt täglich passieren, wollen wissen, was los ist und Anregungen geben, wie die Situation in den nächsten Tagen und Wochen optimiert werden kann. Das sollte einerseits den Verkehrsfluss betreffen, andererseits unbedingt die Sprint-Tankstelle. Denn deren Existenz ist akut gefährdet. Wenn sie mit ihren elf Mitarbeitern nicht überlebt, dann avanciert die Baustelle zu einem wahren Fiasko.

Von Stefan Blumberg

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