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Oranienburg Tausende Euro für die Klinik
Lokales Oberhavel Oranienburg Tausende Euro für die Klinik
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18:12 13.10.2015
Schulleiter Uwe Zietmann (am Mikrofon) sagte, er sei sehr stolz auf die Schülerinnen und Schüler und alle diejenigen, die zu dem Ereignis beigetragen hätten. Quelle: Uwe HALLING
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Gransee

Der Applaus sprach Bände. Die Schüler im proppenvollen Foyer der Strittmattergymnasiums Gransee klatschten, als Landrat Ludger Weskamp am Dienstagmorgen die Zahl verkündete: 22.638,74 Euro. So viel Geld kam beim 11. Benefizlauf am 9. September zusammen. Es klingelte in der Kasse. Von einem „Glücksmoment“ sprach Schulleiter Uwe Zietmann. Matthias Bormeister gingen schon die Superlative aus: „Phänomenal, großartig, zutiefst menschlich.“ Der Zahnarzt ist der Verbindungsmann zwischen Schule und der Organisation „Ärzte helfen“, die das Geld bekommt. Unterstützt wird eine kleine Klinik in Serrekunda (Gambia). Sie hat sieben Behandlungszimmer und 25 Betten.

Mit der oben genannten Summe ist es noch nicht genug. Der Gutengermendorfer Tierarzt Eckhard Schönberg übergab dieser Tage noch einen dicken Briefumschlag. In dem befanden sich 1000 Euro, so dass sich die Gesamtsumme auf 23.638,74 Euro erhöhte. Eine großartige Geste, findet Matthias Bormeister. „Wer Tiere zu behandeln hat, bringt sie am besten zu ihm.“ Den größten Beitrag an der Gesamtsumme spendierte das in Oranienburg produzierende Pharma-Unternehmen Takeda. 5000 Euro flossen auf das Konto des Schulfördervereins. Dafür mussten Landrat Ludger Weskamp, sein Vize Egmont Hamelow, Landkreispressesprecher Ronny Wappler und Uwe Zietmann Runden drehen. Der Schulleiter sprach mit einem Augenzwinkern von einer „hochkarätigen Staffel“. Einen Muskelkater bekam der Landrat nicht.

Auf kuriose Art füllte die Zwölftklässlerin Friedericke Stendel den „Jackpot“. Während sie lief, rief sie ihre Schwester an, die in einem Berliner Personaldienstleistungsunternehmen arbeitet. „Sie fragte, ob die Firma nicht Geld für die eigene Laufleistung spenden könnte“, erinnert sich Uwe Zietmann. Da die Chefin zu dem Zeitpunkt nicht im Hause war, lief Friedericke weiter. Eine Stunde später trudelte die Chefin ein. Noch einmal wurde telefoniert, die Firmenchefin ließ zehn Euro pro Runde springen. Da Friedericke Stendel 72 Runden hinter sich brachte, wurden 720 Euro fällig – und gezahlt.

Rund um den Benefizlauf

Bei der 11. Auflage des Benefizlaufes des Erwin-Strittmatter-Gymnasiums Gransee am 9. September liefen allein die Vertreter des Strittmattergymnasiums 6911 Runden, das sind umgerechnet 2764,4 Kilometer. Dazu kamen 1071 Runden von den Grundschülern (Stadtschule Gransee, Havellandgrundschule Zehdenick, Lindengrundschule Zehdenick, Theodor-Fontane-Schule Menz) – 428 Kilometer. In der Summe wurden an dem Tag auf dem Sportplatz in Gransee 7982 Runden absolviert – umgerechnet 3192,8 Kilometer.


14 Ultraläufer wurden gezählt. Sie bewältigten alle mindestens 14 Runden, Alex Dehne allein 79. Im Vorjahr hatte sich René Dietrich Striche auf den Arm gemacht, damit er beim Zählen nicht durcheinander kommt.


Die Havellandschule Zehdenick brachte es auf mehr als 400 Euro, die anderen drei Grundschulen auf bis zu 400 Euro. Auch Kinder der Kita Bärenwald beteiligten sich (60 Euro).


Die Klasse 10/3 gewann die Spiele im Rahmenprogramm des Laufes und erhält eine Einladung für einen sportlichen Wandertag in der Europäischen Sportakademie in Lindow.


Das Geld befindet sich noch auf dem Konto des Schulfördervereins. Von dort wird es auf das Konto von „Ärzte helfen“ überwiesen.

Matthias Bormeister weiß, „dass diese Spendengelder, die sein Verein weiterreicht, so gut wie eins zu eins bei denen ankommen, die es benötigen. Der Verwaltungsaufwand geht gegen null“. Vereinskassenwart Robert Köhler bestätigt das: „Die geringen Verwaltungskosten begleichen wir aus den Beiträgen unserer 40 Mitglieder.“ Die Granseer Hilfe wird in Serrekunda sehr benötigt. Unter bescheidenden Bedingungen – es praktiziert mittleres medizinisches Personal in einem kleinen Haus – wird Großes geleistet. Schwere Missbildungen oder exzessiv wachsende Tumore sind Normalität. Der Verein hilft mit Medikamenten oder klinischen Gebrauchsgegenständen wie Handschuhen, Desinfektionsmittel, Mundschutz oder OP-Equipment. Matthias Bormeister: „Ich habe das schon oft gesagt. Aber ohne diese Unterstützung würde die Klinik nicht mehr existieren.“

Von Stefan Blumberg

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