Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oranienburg Test: gute halbe Stunde durch die vollgestopfte Stadt
Lokales Oberhavel Oranienburg Test: gute halbe Stunde durch die vollgestopfte Stadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:16 10.12.2018
Bürgermeister Alexander Laesicke (l.) und Stefan Gebhard betrachten die Situation. Quelle: Stefan Blumberg
Oranienburg

Der Test fiel ernüchternd aus: Für die 3,4 Kilometer vom Bahnhof Oranienburg über die Stralsunder Straße, Bernauer Straße bis zum Kreisel Berliner Straße/Saarlandstraße braucht man mit dem Fahrzeug eigentlich fünf Minuten. Seit dem Beginn des Abrisses der Dropebrücke vervielfacht sich diese Zahl (siehe Übersicht). Im ungünstigsten Fall brauchte ein MAZ-Reporter bei seiner Testfahrt 35:12 Minuten. Andere Kraftfahrer sprechen von viel längeren Zeiten. Das Nadelöhr ist die Kreuzung am Schlossplatz, wo die Linksabbiegerregelung als Übeltäter ausgemacht ist. Staus auf der Berliner Straße (bis zur Melanchthonstraße) und Bernauer Straße (bis zur Greifswalder Straße) sind an der Tagesordnung.

„Meine Mitarbeiter stehen ständig im Stau“

Thomas von Reichardt, Geschäftsführer von Küchen-Paeske (Bernauer Straße 64), kann ein Lied von den Beeinträchtigungen singen. „Meine Mitarbeiter stehen ständig im Stau, 30, 40 Minuten und mehrmals täglich. Das erzeugt hohe Kosten“, klagt der Unternehmer. Das sei nicht alles: „Die Kunden trauen sich gar nicht mehr, uns anzusteuern. Andere suchen sich andere Strecken. Diese Kunden kommen nie wieder her. Die Verkehrsführung ist für mich unverständlich.“ Er beobachtete auch, dass der Verkehr von der Sachsenhausener Straße/Chausseestraße besser abfließe als von der Bernauer Straße.

Konkrete Vorschläge eines Berufskraftfahrers

Ein Berufskraftfahrer, der die Oranienburger Innenstadt mehrmals täglich durchfährt (Berliner Straße, Schlossbrücke, Schmachtenhagen sowie zurück über die Sachsenhausener Straße), hat zwei konkrete „Grüne-Welle-Vorschläge“ zu machen: das Linksabbiegen von der Berliner Straße Richtung Breite Straße und das Linksabbiegen von der Bernauer Straße Richtung Berliner Straße untersagen. Der Verkehr müsse demnach über die Breite Straße, Kreisverkehr Kremmener Straße und Melanchthonstraße in die Berliner Straße (und umgekehrt in die Bernauer Straße) geleitet werden. „Ich bin mir zu 98 Prozent sicher, die Staus zu vermeiden“, so der Kraftfahrer.

Kreisverkehr nicht leistungsfähig genug

Der Oranienburger Tiefbauamtsleiter Stefan Gebhard kennt diese Varianten. „Sie wurden untersucht. Der Kreisverkehr in der Kremmener Straße ist nicht leistungsfähig genug. Der Stau würde sich nur verschieben.“ Den Verkehr von der Berliner Straße betrifft das auch. Außerdem würden Ortsunkundige bis zur Kreuzung am Schloss vorfahren und dann ungewollt in die Stadt abbiegen müssen. „Die Ampelschaltung wurde optimiert und ist am Limit.“ Bürgermeister Alexander Laesicke ist ebenso involviert und sagt: „Wir sind für jede kluge Idee dankbar, die uns hilft, den Verkehr flüssig laufen zu lassen.“

Ständiger Abstimmungsprozess

Irina Schmidt, Pressesprecherin des Landkreises, versichert, „dass die Verkehrsbehörde permanent in den Prozess involviert ist und sich regelmäßig mit der Stadt Oranienburg austauscht“. Hinweise von Verkehrsteilnehmern würden geprüft und möglichst berücksichtigt. Das Umleitungssystem sei ein komplizierter Prozess, bei dem jeder Eingriff zu unerwünschten Folgen an anderer Stelle führen könne. Der Kreis stünde intensiv mit der Signalbaufirma in Kontakt. Die Pressesprecherin erklärt: „Die Dropebrücke zählt zu den Hauptverkehrsadern der Stadt Oranienburg. Bei solch einer großen Baumaßnahme ist immer mit erhöhtem Umleitungsverkehr zu rechnen. Im Vorfeld der Bauarbeiten haben Stadt, der Landesbetrieb Straßenwesen und der Landkreis darauf hingewiesen, dass die Sperrung zu Staus und längeren Wartezeiten für die Verkehrsteilnehmer führen wird.“ Laut Irina Schmidt habe es vorbereitend umfassende Abstimmungen zwischen den beteiligten Akteuren gegeben, um diesen Einschränkungen zu begegnen. „In Zusammenarbeit der Behörden wurden die Programme der Ampelanlagen in Oranienburg an das aktuelle Verkehrsaufkommen - das zuvor durch Verkehrszählungen erfasst worden war - angepasst.

„...und wenn ein Polizist den Verkehr regelt“

Stefan Gebhard schätzt ein, „dass es zu Stoßzeiten beschwerlich bleiben wird“. Gefühlt habe der Verkehr jetzt – in den kühleren Monaten – zugenommen; vermutlich, weil die Radfahrer aufs Auto umgestiegen seien.

Thomas von Reichardt ist sehr verärgert über die Gesamtsituation. Er könne gut damit leben, zu unkonventionellen Mitteln zu greifen. „Und wenn es ein Polizist ist, der in Stoßzeiten den Verkehr regelt.“

Von Stefan Blumberg

Der Maler und Lackierer Klaus Prosetzky aus Lehnitz machte vor fünf Jahrzehnten seinen Meister. Sein Sohn Thoralf ist heute Innungschef und ehrte seinen Vater anlässlich dieses Jubiläums.

10.12.2018

Rund hundert Besucher ließen es sich am Freitagabend trotz Nieselregens nicht nehmen, zur Aktion „Oranienburg zeigt Herz“ auf den Schlossplatz zu kommen, um sich mit gemeinsam gesungenen Liedern auf Weihnachten einzustimmen.

07.12.2018

Seit Monaten steht ein VW mit bulgarischem Kennzeichen am Rand der Dr.-Kurt-Schumacher-Straße gegenüber der Dekra-Niederlassung. Jetzt ermittelt die zuständige Behörde.

07.12.2018