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Theater über sexuelle Gewalt in Torhorstschule

Oranienburg Theater über sexuelle Gewalt in Torhorstschule

Es gab einige Fälle von Mobbing im Internet, verbunden mit einem sexuellen Hintergrund, in der Torhorstschule. Schulsozialpädagogin Brigitte Kirschke weiß, wie sehr das Schüler belastet. Als präventive und aufklärende Maßnahme holte sie ein Theaterstück des Vereins „Dreist“ in ihre Schule, das Ängste der Jugendlichen nehmen sollte.

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Den eigenen Körper erkunden – und den des Partners.

Quelle: Marco Winkler

Oranienburg. Gefühlt wird im digitalen Zeitalter immer sorgloser mit Gefühlen umgegangen, Liebe und Körper werden schnell verschenkt oder im Internet preisgegeben. Oft fahrlässig teilen Jugendliche auf diversen Plattformen leicht bekleidete oder gar hüllenlose Fotos und Videos von sich.

„Wir hatten in letzter Zeit vermehrt mit sexuellen Übergriffen im Internet zu tun“, sagt Brigitte Kirschke. Sie ist Schulsozialarbeiterin in der Torhorstschule. Manche Schüler belaste es sehr, wenn mit ihren im vermeintlichen Vertrauen geteilten Fotos Schindluder betrieben wird. Manchmal ging es sogar so weit, dass die Polizei eingeschaltet werden musste. „Die Eltern haben in den Fällen Anzeige erstattet“, so die Sozialpädagogin. Fortbildungen für Eltern hätte es deshalb gegeben.

Trotz Omnipräsenz: Kein einfaches Thema

Um die Jugendlichen an ihrer Schule zu stärken und ihnen Mut zuzusprechen, hat Brigitte Kirschke ein pädagogisches Projekt von „Dreist“ für zwei neunte Klassen eingeladen. Andrea Metzner, Dieter Bolte und Martine Schoenmakers spielten in ihrem vorgetragenen Stück „KörperGrenze“ unverkrampft mit dem Thema Sexualität. Liebe machen, Beischlaf, rammeln, bumsen, ficken, Sex miteinander haben. „Es ist nicht ganz so einfach, darüber zu reden“, so Theaterpädagoge Dieter Bolte.

Und das, obwohl das Thema in den Medien omnipräsent ist. Aber am Anfang steht das Kennenlernen: in der Schule, im Freundeskreis, in einer Disco oder im Internet. Es folgt das erste Anlächeln, der erste Kuss, das erste Mal. Das Theaterstück stellt dabei in Frage, dass Mädchen gleich Schlampen sind, wenn sie mit mehreren Jungs schlafen. Jungs hingegen als „tolle Hechte“ gefeiert werden, wenn sie viele Mädchen „abschleppen“.

Schuld sind nie die Opfer

Thematisiert wird ferner der Konsum von Pornos. „Da entsteht ein verwirrender Eindruck“, so die diplomierte Theaterpädagogin Martine Schoenmakers. „Die Männer haben gigantische Penisse, die Frauen dezente Schamlippen und riesige Brüste.“ Was Sex spannend mache, fehle im „Industrieprodukt Porno“: Gefühle. Genau die sollten nicht verletzt werden. Es gibt persönliche Grenzen. „Im schlimmsten Fall werden diese mit Absicht übertreten“, so Medienpädagogin Andrea Metzner. Stichwort: Einvernehmlichkeit. Keiner sollte zu Handlungen gezwungen werden.

Besonders im Netz sollten Jugendliche wachsam sein und nicht arglos Fotos verschicken. „Einmal im Internet, immer im Internet“ lautet ein allzu wahrer Satz. Ein weiterer: „Schuld sind nie die Opfer.“

Brigitte Kirschke hofft, mit dem Theaterstück Präventionsarbeit geleistet zu haben. „Ich wollte die Jugendlichen für das Thema sensibilisieren, gerade weil sich in letzter Zeit die Fälle des Cyber-Mobbings mit sexuellen Hintergrund gehäuft haben.“

„Dreist“ und Hilfsangebote

„Dreist“ ist ein Verein aus Eberswalde. Er steht für geschlechtsspezifische Bildungs-, Sozial- und Beratungsarbeit. Themen sind Sex, Missbrauch, Internet.

Ziel ist es , ein selbstbestimmtes Handeln und positives Selbstwertgefühl der Jugendlichen zu fördern sowie Lebensfreude zu vermitteln.

Beratung für Mädchen : Wenn Mädchen Probleme mit Freunden oder Zukunftsängste oder sexuelle Übergriffe erlebt haben, können sie bei „Dreist“ anrufen unter Tel. 03334/226 69

Beratung für Jungs : Hier gibt es verschiedene Beratungsstellen von Vereinen wie Dissenz, Tauwetter, Berliner Jungs (Tel. 030/23 63 39 83) und KiZ. Homosexuelle Jungs finde bei der Berliner Schwulenberatung Hilfe: montags bis freitags von 9 bis 20 Uhr ist diese unter 030/233 690 70 zu erreichen.

Nummer gegen Kummer : Kostenlos und anonym kann jeder Jugendliche montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr anrufen: Tel. 0800/11 61 11

Von Marco Winkler

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