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Oranienburg Theatergruppe „O.B.S.T.“ mit neuem Stück
Lokales Oberhavel Oranienburg Theatergruppe „O.B.S.T.“ mit neuem Stück
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11:36 05.07.2016
Seit September 2015 proben die Jugendlichen außerhalb der Schulzeit ihr Stück, immer mittwochs im alten Runge-Gymnasium. Quelle: Marco Winkler
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Oranienburg

Seit September 2015 proben 12 Akteure der Theatergruppe „O.B.S.T.“ ein neues Stück ein. Sophie Altmann ist künstlerische Leiterin und hält sich zurück, lässt die jungen Schauspieler ihre Rollen finden. „Es ist eine gut eingeschworene Truppe, alle stützen sich gegenseitig“, sagt die 29-Jährige über die Gruppendynamik.

Drei Wochen waren die Acht- bis Zwölftklässler auf der Suche nach dem passenden Stoff für ihre Aufführung. Alles wurde in der Gruppe diskutiert, verworfen, analysiert. Am Ende stand fest: Ein Drama von Friedrich Dürrenmatt („Die Physiker“, „Der Richter und sein Henker“) überzeugt.

Doch kein Kriminalroman oder eine Komödie konnte begeistern. Die Schüler wollten in die Historie eintauchen, genauer: In den Untergang Roms. Dürrenmatts Geschichte trägt den Titel „Romulus der Große“, Untertitel: „Eine ungeschichtliche historische Komödie in vier Akten“. Natürlich wandeln die Runge-Schüler die Geschichte etwas ab, vereinfachen, verfremden, hübschen auf – und nennen sie „Make Rome great again“. Das heißt sinngemäß so viel wie: Macht Rom wieder groß und mächtig, baut es wieder zu einstiger Pracht auf.

Charlotte Rackwitz spielt Zeno, den Kaiser Ost-Roms. Quelle: Winkler

„West-Rom steht vor dem Zerfall“, erläutert Sophie Altmann ein wenig den Inhalt. „Der kleine Hofstab versucht mit Biegen und Brechen, den Staat zu retten.“ Herrscher Romulus ist von blindem Aktionismus getrieben. Hinzu kommen Bedienstete, mittendrin eine Liebesgeschichte, ein Hosenfabrikant und der Kaiser Ost-Roms: Zeno, gespielt von Charlotte Rackwitz.

Zeno sei ein „Panikschießer“, sagt die 19-Jährige. „Er ist ein ängstlicher Zeitgenosse und leidet unter Missachtung.“ Seine Besorgnis spiegele die allgemeine Situation in Rom wieder. Ihm emotional gegenüber scharwenzelt schwerfällig der Hosenfabrikant Cäsar Rupf.

Lisa Blumberg verleiht ihm Stimme und Gestalt. „Er möchte das Römische Reich mit einer Finanzspritze retten“, erklärt die 18-Jährige ihre Rolle. „Auf der Bühne trage ich einen Fatsuit, der mich kugelrund macht“, sagt sie und fügt hinzu: „Ich bin schon ein ziemlicher ekelhafter Kerl.“

Die Requisiten suchten sich die jungen Darsteller selbst zusammen. Quelle: Winkler

Der Titel „Make Rome great again“ ist dabei eine Anspielung auf den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. Einer seiner Wahlslogans: „Make America great again“. Im Stück könnten Zuschauer Ähnlichkeiten mit Lisas Rolle des protzigen Cäsar Rupf aufspüren. Zufall? Hoch politisch wird es aber nicht; der mahnende Zeigefinger bleibt aus.

Sophie Altmann sagt, sie mache kein Theater für Menschen, die Erleuchtung suchen. Spielfreude sollte im Vordergrund stehen. Deshalb hat sie ihre Schüler sich selbst überlassen. „Ich habe nur Anstöße gegeben“, sagt sie. Aus Erfahrung weiß sie, dass das reicht, hat sie doch selbst fünf Jahre bei „O.B.S.T.“ gespielt.

Mit Spielfreude sind die Darsteller dabei. Quelle: Winkler

Im Runge machte Sophie Altmann ihr Abitur, in Berlin und Paris hat sie Schauspiel und Regie studiert. Außerdem ist sie Theaterpädagogin. Das Theaterspiel sei wichtig für Jugendliche. „Es hilft, die Persönlichkeit zu erweitert“, erklärt sie.

Wenn die zwölf Schüler am Freitag die Bühne betreten, erobern sie kein Neuland. Im vorigen Jahr, als die Theatergruppe kurz vor dem Aus war, stellten sie kurzerhand ein eigenes Stück auf die Beine, waren gemeinsam kreativ. Sie haben – ganz im römischen Sinne – „O.B.S.T.“ wiederaufgebaut.

Veranstaltungstermine

Drei Aufführungen wird es geben: Am Freitag, 8. Juli, und am Sonnabend, 9. Juli, jeweils um 19 Uhr. Am Sonntag, 10. Juli, gibt es um 16 Uhr die letzte Vorstellung.

Der Eintritt kostet vier Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Diesen Preis schalen auch Schüler. Das Stück ist in der Aule des alten Runge-Gymnasiums in der Willy-Brandt-Straße 20 zu sehen.

Die Abkürzung der Theatergruppe „O.B.S.T.“ steht übrigens für Oranienburger Schülertheater. Dieses hat Heidrun Baumgardt 1989 gegründet. Im März 1991 feierte das erste Stück „Liebe Jelena Sergejewna“ seine Premiere.

Von Marco Winkler

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