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Unikate an 40 Ständen

Töpfermarkt vor Oranienburger Schloss Unikate an 40 Ständen

Zum ersten Mal fand ein Töpfermarkt am Sonnabend vor dem Oranienburger Schloss statt. Es kamen viele Besucher, Händler aus ganz Deutschland und auch dem Ausland boten ihre Waren an. Eine Neuauflage des Marktes ist nicht ausgeschlossen.

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Die Besucher des Marktes konnten an gut 40 Ständen nach ausgefallenen Stücken stöbern.

Quelle: Foto: Köser

Oranienburg. Ein merkwürdiger Krug. Auffallend, schlank, vorne rund, hinten abgeflacht. „Ein halbes Bier geht noch rein“, steht darauf. Ideal für den Freund von Hopfen und Malz, der sein Gewissen beruhigen möchte. Ebenso originell ist der Nachttopf, den Carola Richter beim Oranienburger Töpfermarkt am Sonnabend vor dem Schloss feilbot. „Mitternachtsvase“ nennt die Keramikerin dieses Gefäß, ein ideales Geschenk für Opa zum 75. Wobei der selbiges eher als Übertopf für Pflanzen zweckentfremden dürfte. Ob „Schwarzgeldkasse“ oder das „Sportgerät für Kampftrinker“, die töpfernde Sächsin aus Strehla setzt vor allem auf witzige Gebrauchsgegenstände. Sie fühlt sich sichtlich wohl auf dem Töpfermarkt. Nur könnten die Kunden vielleicht ein wenig mehr kaufen, findet sie.

Über einen Mangel an Besuchern können die Händler jedenfalls nicht klagen, tummeln sich doch reichlich Interessenten vor den gut 40 Ständen. Für Organisator Helmut Gorlewski eine gelungene Premiere, vielleicht liegt es an seinem reichlich vorhandenen Erfahrungsschatz. In den vergangenen 30 Jahren hat er an rund 1000 Märkten teilgenommen.

Schildkröten und Frösche haben es sich an seinem Stand gemütlich gemacht, auf mit Wasser gefüllten Bassins. Von einem Regal droht ein Krokodil. Schwimmende Keramik, mit Hilfe vom Formen hergestellt. Nur so sei eine hinreichend dünne Haut gewährleistet. „Sonst saufen die Viecher ab“, erklärt der Töpfer. Zudem hat er Blumenampeln und Vogeltränken im Programm, „meine Kunden mögen das einfach“. Schräg gegenüber glänzen von weitem große blaue Gefäße. Grund dafür sind Kristallglasuren, die sich während des Glasurbrands entwickeln. „So ähnlich wie Eiskristalle“, sagt Angelika Panten, die ihre Werkstatt in Belgien betreibt. Dank diesem besonderen, recht aufwendigen Verfahren sind die Gefäße teurer als bei den Mitbewerbern. Vor ihren Gefäßen glitzert Goldschmuck. Nicht aus Metall, sondern aus Porzellan, mit Gold und Platin veredelt. Hierfür sei, so die Inhaberin, ausnahmsweise ein dritter Brand vonnöten. Der Töpfermarkt gefällt ihr gut, schon wegen des stimmungsvollen Ambientes vor dem Schloss.

Auch Manuela Malenz zeigt sich „freudig überrascht“ ob der vielen Besucher. Vermutlich lag es an der guten Werbung, sagt die Keramikerin aus Velten. Schließlich sei auf das Ereignis hinreichend aufmerksam gemacht worden, sogar dem Teletext des RBB war es zu entnehmen.

Neu sind bei ihr die sogenannten Motivationsteller. Seit sechs Wochen stellt sie die her, aus eigener Erfahrung. „Ich muss mich täglich motivieren“, sagt sie. „Mein stärkster Muskel ist mein Wille“, hat sie auf einem Teller vermerkt. Das gute Stück ist längst verkauft. Vielleicht hat auch der Standort ein wenig geholfen. Der Platz vor dem Schloss bietet sich für so einem Markt einfach an, findet sie: „Wurde auch mal Zeit“.

Von Fritz Hermann Köser

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