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Volkslieder ohne Staub

Trio Rosenrot trat im Oranienburger Kulturkonsum auf Volkslieder ohne Staub

Kann man dem Publikum noch mit Volksliedern kommen? Und ob! Sie seien, so die Künstler vom Trio Rosenrot, zwar angestaubt, aber in Anbetracht der in ihnen steckenden Gefühle aktueller denn je.

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Hub Hildenbrand war am Freitagabend einer Musiker des Trios Rosenrot, das im Kulturkonsum Oranienburg auftrat.

Quelle: FOTO: FRITZ HERRMANN KÖSER

Oranienburg. Die Supermärkte rüsten sich schon für Ostern, und auch das Trio Rosenrot scheint in Frühlingslaune zu sein. Trotz eisiger Januartemperaturen.

„Nun will der Lenz uns grüßen“, jubiliert die Sängerin mit glockenheller Stimme im sehr gut besuchten Oranienburger Kulturkonsum. So weit, so gut, so konventionell. Doch Schlagzeug und Gitarre verwandeln ein eigentlich profanes Liedchen plötzlich in ein interessantes akustisches Erlebnis. Alte Weisen, neu interpretiert. Angereichert mit experimentellen Klängen, mit Improvisationen aus Jazz und Weltmusik, manchmal muten die langen Soli sogar geradezu psychedelisch an. Denis Stilke bearbeitet sein Schlagzeug gelegentlich mit bloßen Händen, bringt so das Becken zum Raunen. Dann wieder drischt er regelrecht auf die Trommeln ein. Es wird laut, aber das muss so sein, warnt die Sängerin das sehr zufrieden wirkende Publikum einmal vor einem Stück.

Mit den drei Musikern treffen Welten aufeinander. Hub Hildenbrand ist der Kopf des Trios. Mal zupft, mal zerrt er an den Saiten der Gitarre, sein Spiel, mal sanft, mal dynamisch, entführt die Zuhörer in den Orient und noch weiter. Er war Schüler am Konservatorium für Türkische Musik in Berlin und verbrachte einen fünfmonatigen Studienaufenthalt in Kalkutta, wo er sich intensiv mit nordindischer Musik beschäftigte. Denis Stilkes Schwerpunkte liegen im Jazz und in der afrikanischen Musik.

Dana Hoffmann wiederum hat klassischen Gesang an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin studiert. Vor einem zünftigen Jodler schreckt sie an diesem Abend dennoch nicht zurück.

„Die Volkslieder tragen reichlich Staub auf dem Buckel“, erklärt die Sängerin, „den wollten wir abschütteln“. Schade, dass diese Lieder ein so negatives Image haben, fährt sie fort. Vielen gelten sie als altbacken oder sogar reaktionär. Dabei stecke in ihnen viel Existentielles, es gehe auch um die Sorgen und Nöte der Menschen. So mancher Song stamme aus dem 30-jährigen Krieg, erklärt sie. Dennoch seien sie, was die Gefühle in ihnen anbelangt, aktueller denn je.

Dann  stimmt sie ein melancholisches  Lied  an,  es  geht um einen Traum von  einem Rosmarinstrauch, der in einem Garten wächst. Klingt harmlos, aber tatsächlich geht es  um die Vorahnung von etwas Schrecklichem. Rosmarin galt einst als Symbol für Tod und Trauer, erklärt sie. Anschließend verliest sie einen Feldpostbrief aus dem Ersten Weltkrieg.

Zwischendurch rührt sie die Werbetrommel für die CD des Trios. Manche Stücke darauf waren auch an diesem Freitagabend zu hören, doch sie klangen völlig anders. Weil die beiden Herren immer wieder neu improvisieren. Wie auch immer, nur zugreifen. Dana Hoffmann: „Nehmen Sie uns mit nach Hause“.

Von Fritz Herrmann Köser

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