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Oranienburg Vorzeige-Edener aus Heidelberg
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16:21 17.08.2018
Tomaten im Freiland im Vogelbeerweg 136: Lieblingssorten von Michael Hackmayer sind die „Zuckertraube“ (Foto) und die „Berner Rose“. Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg

Englischen Rasen werde man bei ihm vergebens suchen, sagt Michael Hackmayer fast entschuldigend. Dafür gedeiht bei ihm eine Gemüsevielfalt, die doch ein wenig neidisch macht. Aber der Mann ist vom Fach und bringt natürlich auch Edens „Sandwüste“ zum Blühen. Seit drei Jahren ist er mit seiner chinesischen Ehefrau und den beiden Söhnen im Vogelbeerweg 136 in Eden zu Hause.

Ihrem Jobangebot, als Korrespondentin für eine Zeitung im Reich der Mitte in Berlin zu arbeiten, ist es zu verdanken, dass es ihn mit der Familie nach Eden verschlug. Michael Hackmayer stammt aus Heidelberg, ist Gärtnermeister im Bereich Gemüsebau und hat 20 Jahre lang viele, viele Hektar Gemüse für große Landwirtschaftsunternehmen angebaut. Er kenne große Kulturen unter Glas bei Stuttgart ebenso wie kleine Gärtnerhöfe, traditionelle wie moderne Produktion, und er hat in Karlsruhe die Lehrlingsprüfung der Gärtner abgenommen.

Gemüse jeder Art im Garten von Michael Hackmayer. Quelle: Enrico Kugler

Seine einzige Bedingung, um aus Süddeutschland gen Brandenburg zu ziehen, war: „Ich möchte einen großen Garten.“ In Eden wurde er fündig. 1600 Quadratmeter beackert er nun im dritten Jahr. „Der Garten war waldähnlich, ich musste erst Beete schaffen.“ Maschinen habe er im Garten nicht. Und es gebe auch noch reichlich zu tun, sagt er und lässt den Blick schweifen. Trotzdem: Vor, neben und hinter dem Haus gedeiht bereits prächtiges Gemüse. „Das steckt so drin“, es fiele ihm nicht leicht von vielen Hektar auf die Versorgung einer vierköpfigen Familie umzusteigen. Um die Selbstversorgung geht es ihm jetzt. Beruflich hilft er zurzeit in einer Rathenower Biogärtnerei als Betriebshelfer aus.

Bei den Tomaten schwört er auf die „Berner Rose“, die habe ein „weinartiges Aroma“. Es gedeihen Gurken, Blumenkohl, Wirsing, Weißkohl, Palmkohl ... Obwohl die ersten drei Edener Jahre nicht einfach waren: das erste trocken, das zweite sehr nass und nun extrem trocken – „wird es jedes Jahr besser“. Bei Kartoffeln habe er eine Top-Ernte eingefahren. Allerdings gediehen die im Sand nur früh. Er bringt sie bis Anfang April in den Boden, „so reicht die Winterfeuchte bis Juni aus.“ Die Späten blieben wegen der Trockenheit klein. Und er schwört auf die Mulchtechnik. Nimmt gern den Grasschnitt und das Laub der Bäume der Nachbarn auf. Grasschnitt gibt er im Sommer unter die Kultur, „ das sorgt dafür, dass man 90 Prozent weniger Arbeit mit Unkraut hat, es hält die Feuchtigkeit im Boden und düngt noch dazu“. Mischlaub bringt der 51-Jährige im Herbst auf die Beete und gräbt es im Frühjahr unter. „Im dritten Jahr habe er schon wesentlich bessere Böden.“

Wichtig sei für den Erfolg im Gemüsegarten auch, „das zu pflanzen, was auch in hiesigen Breiten gedeiht“. Dazu gehören die Gänsefußgewächse wie Mangold, Spinat und Rote Bete – „die lieben den Brandenburger Sand“. Aber auch Salate und Kohl. „Mit Kompostgaben und tierischem Dünger gedeiht auch hier fast alles“. Nur mit Sellerie habe er bisher noch keinen richtigen Erfolg verbucht. Und experimentiert noch. Er hat auch chinesische Gurken und Blattgemüse angepflanzt. Schließlich koche sei Frau leidenschaftlich gern. „Essen ist der Himmel“ heißt es bei ihr zu Hause.

Und wie geht er mit der Dürre um? Da weiß auch er nur einen Rat: Die Gießkanne schwingen.

Sein Wissen gibt der Gärtnermeister auch gern weiter: Für September kündigt er den nächsten Workshop für Selbstversorger an. Da gibt er gern Hilfe für Anfänger und Fortgeschrittene.

In Eden fühlt sich Michael Hackmayer angekommen, schätzt „die Direktheit und Offenheit der Leute“. Im Mai hat er zum ersten Mal beim „Tag der offenen Gartenpforten“ mitgemacht. „Damals waren 100 Leute hier und ich nachmittags heiser.“ So wird es wohl am morgigen Sonntag auch wieder sein – ab 10 Uhr.

Und was isst er selbst am liebsten aus dem Garten? „Salat mit Schafskäse. Und die rotschaligen Kartoffeln sind für mich das Größte. Wie Laura und Rosara, die wachsen auch gut in Eden“, so der 51-Jährige.

Dann geht Michael Hackmayer wieder in seinen Garten: „Es ist ein Selbstversorgergarten, kein englischer mit Rosen und Rasen. Ich versorge mich hier mit guten Lebensmitteln.Wenn man sie erntet und auf dem Tisch hat, ist man zurecht ein bisschen stolz.“

Von Heike Bergt

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