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Oranienburg Was sagen die Oberhaveler zu EU-Plastikverbot?
Lokales Oberhavel Oranienburg Was sagen die Oberhaveler zu EU-Plastikverbot?
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18:18 26.10.2018
Imbissbetreiber, wie Frank Mohnke aus dem Terpark Germendorf (Archivbild), müssen zukünftig umdenken. Quelle: Jeannette Hix
Oberhavel

“Längst überfällig, schwierig, wichtig“ – die Meinungen in Oberhavel über das vom Parlament der Europäischen Union erlassene Verbot von Plastik- und Einwegverpackungen ab 2021 sind geteilt. Wenngleich sich grundsätzlich die Oberhaveler darüber einig sind: Dass weltweite Müllproblem muss gelöst werden.

Kleine, wichtige Schritte in die richtige Richtung

„Es ist wird Zeit, dass sich die Leute dazu mehr Gedanken machen“, findet Andreas Lück, Rewe-Marktleiter Rewe in der Oranienburger Lehnitzstraße. „Ich finde die Flut an Verpackungen, die ich auch privat im gelben Sack entsorge, enorm. Aus unserem Markt sind schon vor zwei Jahren die Einkaufstüten verschwunden, die Mehrwegtaschen nehmen die Leute gut an“, berichtet er. Ganz neu seit dieser Woche könne man das Obst im Rewe-Markt in der Lehnitzstraße ab sofort in kleinen Netzen kaufen und brauche keine Plastiktüten von der Rolle mehr. Die Netze seien waschbar, ihr Gewicht werde an der Kasse abgezogen. „Die erste Charge der Netze ist schon ausverkauft“, berichtet Lück, der auch die Idee begrüßt, den zum Abkassieren benötigten Zahlencode, wo es möglich ist, auf Früchte oder Gemüse lasern zu lassen. „Das alles sind kleine, aber wichtige Schritte, um Plastikverpackungen zu reduzieren“, findet er.

„Uns als kleinen Laden trifft das hart“

In der Baguetteria „Annabell“ in Velten würden die Einwegverpackungen enorm fehlen, ihr Verbot das Lokal hart treffen. „Wir verpacken unsere Speisen in Plastiktüten, Soßen und Salate kommen in Schalen aus Plastik“, sagt Sven Fischer, der das „Annabell“ mit seiner Frau Ricarda Bergmann-Fischer in der Bergstraße betreibt. Im Sommer, zur Cocktail-Hochsaison, nutzen die Wirte auch Plastikhalme für die Drinks. „Ich kann verstehen, dass es auf der Welt zu viel Plastikmüll gibt, aber uns als kleinen Laden trifft ein Verbot schon hart“, findet Sven Fischer. Denn Alternativen zu Einwegartikeln, wie etwa wiederverwendbare Trinkhalme, wären sehr teuer in der Anschaffung.

Vehlefanzer Heimatverein bereits auf gutem Weg

Beim Heimatverein in Vehlefanz ist man da schon einen Schritt weiter. Bereits seit diesem Jahr wird dort auf Plastik verzichtet. „Wir wollen langsam weg davon“, erklärte Roswitha Pasche, Mitglied im Vorstand des Vereins, bereits beim traditionellen Matjesfest im Juli. Einweggeschirr ist bei allen Festen des Vereins tabu. Stattdessen werden Gäste bei der Anmeldung schon gebeten, Geschirr und Besteck mitzubringen. „Es ist nur ein kleiner Anteil, den wir leisten, aber wenn man nicht damit anfängt...“, findet Roswitha Pasche. Bislang klappt das Vorhaben gut. Nicht nur beim Matjesfest, sondern auch beim Oktoberfest am „Haus der Generationen“ in Vehlefanz vor wenigen Wochen.

Grit Glowacki: „Diese Entscheidung ist längst überfällig“

Gejubelt über das EU-Verbot hat hingegen Grit Glowacki. „Die Entscheidung ist längst überfällig, es ist allerhöchste Eisenbahn für ein Verbot von Einwegmüll“, findet die Inhaberin des Oranienburger Naturkostladens „Oranjeboom“. Sie begrüßt das Verbot ausdrücklich, findet eher „traurig, dass es erst jetzt kommt“. Die Edenerin, die seit 2017 in ihrem Geschäft in der Lehnitzstraße den Fokus auf Bio- und Naturprodukte legt, bietet ihren Kunden zunehmend auch unverpackte Ware an. „Es ist wichtig, dass das Thema immer wieder in die Öffentlichkeit kommt, damit wirklich jeder versteht, wie unglaublich viel Müll gerade die ganzen Einwegverpackungen ausmachen und dass wir selbst dafür verantwortlich sind.“ Immer öfter fänden Kunden den Weg in ihr Geschäft, „die einkaufen wollen, ohne dabei solche Mengen an Müll zu erzeugen. Es ist erschütternd, wie schwer einem das eigentlich gemacht wird“, findet sie.

Von Marco Paetzel, Robert Tiesler, Heike Bergt, Knut Hagedorn und Nadine Bieneck

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