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Oranienburg Wehren gegen Teer-Gestank in Oranienburg
Lokales Oberhavel Oranienburg Wehren gegen Teer-Gestank in Oranienburg
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07:25 10.05.2016
Dirk Blettermann vor der Ursache des Geruchs, dem Asphaltwerk in der Rewestraße. Quelle: Marco Winkler
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Oranienburg

April 2016. Dirk Blettermann hat Urlaub, zehn Tage. Der Oranienburger Ortsvereins- und Fraktionschef der SPD ist Frühaufsteher und holt jeden Morgen gegen 7 Uhr die Tageszeitung ins Haus. Da fällt ihm auf: es riecht. Aber nicht nur ein bisschen. „Es stinkt richtig nach Teer.“ Permanent, sagt er. Nicht nur ein, zwei Tage lang. „Als würde die Straße direkt vor uns gerade asphaltiert werden“, beschreibt er die Geruchsbelästigung. Der Grund könnte rund 300 Meter Luftlinie entfernt liegen.

April 2013. „Gegen der Willen der Stadt Oranienburg“, wie Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke damals sagt, beginnt am 2. Mai der Bau einer Asphaltmischanlage im Gewerbepark Süd. Ausführend: Die Firma M-Asphalt. Die Stadt hatte dagegen geklagt – erfolglos. Die Genehmigung kam vom Landesamt für Umwelt (LfU). Oranienburg muss die richterliche Anordnung akzeptieren. Laesicke verweist jedoch auf eine Aussage vom Landesumweltamt, dass „die entstehende Asphaltmischanlage keine unzulässigen Belastungen für die Bewohnerinnen und Bewohner von Oranienburg-Süd mit sich bringen wird.“

Stadtverwaltung soll Druck ausüben

Mai 2016. „Schon kurz nach der Inbetriebnahme gab es erste Gerüche“, sagt Dirk Blettermann. Im Urlaub sei ihm der Gestank besonders aufgefallen. „Je nach Windlage muss Leegebruch noch stärker betroffen sein“, sagt er. Daraufhin wendete er sich ans Umweltamt, bat um Stellungnahme. Die kam auch prompt.

Fazit: Das Asphaltmischwerk halte sämtliche Gesetze und Vorschriften ein. „Alle drei Jahre soll die Anlage überprüft werden“, so Blettermann. „Ich erwarte von der Stadtverwaltung, dass sie Druck ausübt, sollten die Beschwerden massiv werden.“ Genau der Punkt sei erreicht. Deshalb führt Dirk Blettermann Geruchstagebuch. Offizielle Bezeichnung: Erfassungsbogen für Beschwerdeführer. Das LfU hat ihm die Unterlagen geschickt.

„Sie haben dort schon einige Beschwerden wegen der Geruchsbelästigung erhalten.“ Im März 2014 wurde jedoch die „ordnungsgemäße Ausführung der Errichtung der Anlage“ bescheinigt, eine repräsentative Messung gasförmig anorganischer und organischer Stoffe sowie krebserregender Stoffe durchgeführt. Kein Wert überschritt die Grenzwerte. Für Dirk Blettermann hält das Schreiben des LfU aber einen Hoffnungsschimmer bereit: Wenn das fertige Mischgut in die Transportfahrzeuge gekippt wird, könnte es zur Geruchsbildung kommen. Aktuell werde in dem Bereich eine „mögliche Optimierung“ der Maschinenteile und -einstellungen geprüft.

„Industrieanlage wird immer mal hier und da riechen“

Stephan Morgenroth, Geschäftsführer der Oranienburger Anlage, weiß von den Beschwerden. „Eine Industrieanlage wird immer mal hier und da riechen“, sagt er. „Aber wir nehmen die Probleme der Anwohner äußerst ernst.“ Momentan werden mit dem Landesumweltamt mehrere Lösungsansätze geprüft, um die Geruchsbelästigung einzudämmen. „Wir sind auch mit dem Schweizer Anlagenhersteller in Kontakt und arbeiten an Lösungen“, so Morgenroth.

Mit seinem Geruchstagebuch will Dirk Blettermann, der betont, dass er in dieser Sache als „normaler Bürger“ auftritt, einen Schritt schneller voran kommen – und möglichst viele Betroffene in sein Boot holen. „Mein kurzfristiges Ziel ist die Überprüfung der Emissionsmessungen.“ Laut LfU werden solche Gerüche erst dann als Belästigung eingestuft, wenn „in mehr als 10 bis 15 Prozent der Stunden eines Jahres ein Umfeld von diesen Gerüchen belastet wird.“

Geruchstagebuch führen

Wer ein Geruchstagebuch führen und damit Dirk Blettermann bei seinem Anliegen unterstützen möchte, wendet sich direkt an ihn. Entweder per E-Mail an  dirkblettermann-spd@web.de oder per Post ans SPD-Bürgerbüro, Bernauer Straße 52, in Oranienburg. Die Tagebücher werden dann ausgefüllt direkt ans Landesumweltamt gesendet.

Laut eigener Auskunft gewährleisten die Mischwerke des Unternehmens M Asphalt Werke die Versorgung von Straßenbauprojekten mit „hochwertigem Asphalt“. Solche Werke stehen an folgenden Standorten: Oranienburg, Gardelegen, Luckau und Großräßschen (Ortsteil Freienhufen).

Von Marco Winkler

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