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Weihnachtsessen gerettet!

Germendorf Weihnachtsessen gerettet!

Am Montag wurde in Oberhavel die Stallpflicht für Geflügel ausgerufen. Auch der landwirtschaftliche Betrieb von Familie Sandig in Germendorf ist betroffen. Geschäftsführerin Nadja Sandig bekam schon besorgte Anrufe, ob es dem Geflügel denn gut gehe. Antwort: Ja. 150 Enten und 250 Gänse leben auf dem Hof.

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Seit wenigen Tagen sind die Tiere im Stall untergebracht.

Quelle: Marco Winkler

Germendorf. Ist Weihnachten beziehungsweise eher des Deutschen liebstes Festtagsschmaus, der an den beiden Feiertagen auf dem familiären Tisch landet, etwa in Gefahr? Die vom Landkreis am Montag ausgerufene Stallpflicht als Vorsichtsmaßnahme gegen die Verbreitung der Vogelgrippe lässt zumindest viele Menschen hellhörig werden.

„Wir hatten schon einige besorgte Anrufe“, sagt Nadja Sandig. Mit ihren Brüdern Peter und Heino führt sie den Landwirtschaftsbetrieb Agro in Germendorf. Hauptzweig sind die Kompostieranlage und der eigene Reiterhof.

Neugierig sind die Gänse, ganz heran trauen sie sich aber nicht

Neugierig sind die Gänse, ganz heran trauen sie sich aber nicht.

Quelle: Winkler

Deshalb erhielt die 44-Jährige aber keine Anrufe. Die drehten sich eher um die Gänse und Enten, die in Freilandhaltung auf dem Hof leben. Seit 15 Jahren sorgt der Betrieb dafür, dass die Teller bei vielen am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag nicht leer bleiben. „Erst hatten wir nur ein paar Gänse für die Familie und Freunde“, so Nadja Sandig. Mittlerweile sind es 150 Enten und 250 Gänse.

„Vom Veterinäramt habe ich zwar bis jetzt noch keine Auflage bekommen, aber wir haben alle Tiere vorsorglich im Stall untergebracht“, gibt sie Entwarnung. „Das machen wir immer bei ersten Anzeichen.“ Dem Geflügel geht es also gut, das Weihnachtessen ist gerettet. „Einige wollten die Gänse am liebsten gleich haben.“

Mitten in der Gänseschar

Mitten in der Gänseschar: Enten. Etwas kleiner und mit eher rotem Schnabel.

Quelle: Winkler

Dabei wird erst ab 18. Dezember geschlachtet. Früher würde es sich nicht lohnen. „Das wichtigste ist, dass die Tiere nicht zu viel Stress haben.“ Deshalb werden es auch nicht mehr Vögel werden. 400 ist eine Art magische Grenze. Genug Platz für diese ist vorhanden. Viel mehr aber nicht. „Das würde dann zu sehr an Massentierhaltung grenzen, auch wenn es noch keine wäre“, so Nadja Sandig.

Die Jungtiere kommen im Mai zum Familienbetrieb – als Küken, wenige Wochen alt. In Germendorf wachsen sie in Ruhe auf, haben eine Auslauffläche, einen Stall. „Sie bekommen jeden frisches Tag Weidegras im Sommer und Hafer.“ Mais und Schrot gibt es nicht. „Sie sollen ja nicht nur fett werden, sondern auch Muskelmasse aufbauen.“ Damit die Ente zu Weihnachten nicht hohl ist. „Wir mästen hier nicht.“ Deshalb werden sie auch nicht vor Mitte Dezember geschlachtet.

Ein Familienbetrieb

Der Familienbetrieb Agro ist eine GbR. Anfang 1992 wurde es von Frieder Sandig und Ralf Jentzsch gegründet – mit dem Kauf der LPG-Pflanzenproduktion Germendorf.

Bewirtschaftet wurde anfangs eine Fläche von 2000 Hektar Acker- und Grünland. Später wurden noch die Anlagen der LPG-Tierproduktion übernommen, dem heutigen Sitz des Unternehmens. Heute bewirtschaftet die Agro noch rund 400 Hektar.

2001 entstand der Reiterhof Sandig mit Boxen, Weideplätze mit Unterständen inklusive voller Verpflegung für Pferde.

Die Kompostieranlage wurde 2006 in Betrieb genommen. Vorwiegend werden Holz- und Grünschnitt sowie Laub angenommen.

Als Frieder Sandig im März 2009 verstarb, konnte er seinen Kindern Nadja, Peter und Heino ein zukunftsträchtiges Unternehmen hinterlassen. Alle drei sind Geschäftsführer.

Probleme könnte nur der Fuchs machen, der dazwischenfunkt. Ab und an kommt er vorbei. „Das lässt sich nicht vermeiden.“ Der Schaden kann aber immens sein. „Wenn er denn will, reißt er in einer Nacht um die 30 bis 40 unserer Tiere.“

Um dem gefährlichen Geflügelpesterreger H5N8 aus dem Weg zu gehen, werden die Gänse und Enten nicht nur in den Stall gebracht. Es gibt einen weiteren Indikator für die Vogelgrippe: das Huhn. Erkrankt es, könnte ein Erreger nicht weit sein. Gleich mehrere leben unten den Gänsen und Enten in Germendorf.

Von Marco Winkler

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