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Oranienburg „Wenn Gott will, hält es 150 Jahre“
Lokales Oberhavel Oranienburg „Wenn Gott will, hält es 150 Jahre“
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18:19 08.11.2018
Die Dachsanierung der Nicolaikirche ist in vollem Gang. 17703 Flachdachpfannen (Ziegel) werden von den Mitarbeitern der Firma Gollasch verbaut. Quelle: Robert Roeske
Oranienburg

Freude „mit voller Pulle“ beschreibt Pfarrer Friedemann Humburg die Tatsache, dass in diesen Tagen das Dach der Nicolaikirche in Oranienburg neu gedeckt wird. Gut ein Jahr, nachdem Sturm Xavier ganze Arbeit verrichtet und das Dach zerstört hatte, ist es jetzt nur noch eine Frage von Wochen, bis die Schäden beseitigt sind. Und nicht nur das: Das Dach wird komplett neu gemacht. Etwa 250 000 Euro werden investiert. Neue Regenrinnen, Dachlatten, Edelstahlnägel, hochwertige Unterspannbahnen, neue Flachdachpfannen (im Volksmund Ziegel) werden verbaut. Die Firma Keuf Dach- und Holzbau GmbH führt die Arbeiten seit Ende Oktober aus.

Hochwertige Kupferarbeiten

Sie hatten ein bis dahin provisorisch geschütztes Dach vorgefunden, das weitestgehend Wind und Wetter trotzte. Aber es war an der Zeit, den Schaden – das halbe Dach war abgedeckt – grundlegend zu beheben. „Man kann schon sagen, dass so ein Auftrag eine Herausforderung ist“, sagt Axel Gollasch. Es müsse viel gefalzt und geklempnert werden. Die Kupferarbeiten sind hochwertig.“ Aber das schreckt den Handwerker keineswegs zurück, denn er und seine Mitarbeiter sind erfahren mit der Sanierung von Gotteshäusern. „Es ist jetzt die 35. Kirche, an der wir arbeiten“, sagt der Firmenchef. Er freut sich über den Auftrag und insbesondere auch, dass er in der Region geblieben ist.

Die Ziegel finden in den nächsten Tagen und Wochen den Weg auf die „Lattung“. Quelle: Robert Roeske

Geklammerte Ziegel

Das Unternehmen richtet sich dabei auch nach den Wünschen des Auftraggebers, der Kirche. Ihm geht es darum, dass solche Schäden möglichst nicht mehr auftreten. „Deshalb wollte ich, dass die Ziegel geklammert werden – jeder zweite bis vierte Ziegel“, sagt Friedemann Humburg, damit der Sturm das Dach nicht mehr abdecken kann. So wird es auch geschehen. Und bei der Denkmalschutzbehörde fand er ein offenes Ohr für die Verwendung von hochwertigen Unterspannbahnen. „Der Denkmalschutz war damit einverstanden.“

Eigentlich hätte das 1200 Quadratmeter große Dach schon ein paar Wochen vorher fertig sein können. Doch der Baubeginn Mitte Juli musste verschoben werden, da die Kirche den Auftrag nicht öffentlich ausgeschrieben hatte. Zwar wirkte ein Architekturbüro mit und es wurden 15 Firmen angeschrieben, aber weil die Stadt auch Geld dazugab, musste öffentlich ausgeschrieben werden. Dadurch die Verzögerung. Die Gesamtinvestition von 250 000 Euro setzt sich aus Beträgen zusammen, die vom Kirchenkreis, der Kirchengemeinde, der Stadt und der Versicherung kommen.

Als nächstes ist die Fassade dran

Friedemann Humburg denkt schon weiter, was die Sanierung der Nicolaikirche angeht. „Im nächsten Jahr ist die Fassade an der Reihe. Wir haben im vergangenen Jahr bemerkt, dass die Fugen zum Teil ausgespült sind, Fensterstürze beugen sich schon nach außen.“ Dann soll in zwei Abschnitten gebaut werden. Den Großteil der dann geplanten 350 000 Euro wird die Kirchengemeinde tragen. „Wir sind eine starke Kirchengemeinde und haben gut gewirtschaftet, es sind ein paar Rücklagen da“, sagt der Pfarrer. Zudem besteht die Absicht, beim Kirchenkreis einen Kredit aufzunehmen.

Aber erst einmal ist das Dach an der Reihe. Axel Gollasch sagt dazu:“Wenn Gott will, hält es die nächsten 150 Jahre.“

Von Stefan Blumberg

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