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Wenn Minuten über Leben und Tod entscheiden

Brand in Freienhagen Wenn Minuten über Leben und Tod entscheiden

In der Nacht zu Montag brannte eine Scheune in Freienhagen komplett aus. Ein 24-jähriger Berliner übernachtete dort gerade in seinem Wohnwagen. Er ist Einsteller der benachbarten Pferdepension und konnte sich gerade so vor den Flammen retten. Im MAZ-Gespräch erzählt er von der Horrornacht.

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Gideon Schröder rettete sich und seine drei Pferde vor den Flammen.

Quelle: Julian Stähle

Freienhagen. Manchmal entscheiden nur wenige Minuten über Leben oder Tod. Was theatralisch und leicht abgedroschen klingt, musste Gideon Schröder in der Nacht zu Montag auf dramatische Weise erfahren. „Wäre ich fünf Minuten später aufgewacht ...“, beginnt der 24-jährige Berliner einen Satz, den er nicht zu Ende denken möchte. Fünf Minuten später hätten ihn die Flammen überrollt. Es brannte eine Scheune nieder.

22.30 Uhr, Sonntag in Freienhagen. Seit August 2014 übernachtet Gideon Schröder ab und an in seinem Wohnwagen – ein Geburtstagsgeschenk seiner Eltern – mitten in einer Futterlagerscheune, um sich besser um seine drei Pferde (ein Arabisches Halbblut und zwei Welsh-Ponys) kümmern zu können. Er pendelt zwischen Studium (Mathe und Physik auf Lehramt) in Berlin und Pferdeleidenschaft in Brandenburg.

„Es ist fast alles verbrannt, was ich besitze“

Kurz nachdem er sich abends ins Bett gelegt hat, hört er etwas. „Es war ein Knistern, wie bei einem Lagerfeuer“, beschreibt er das Geräusch. Er steigt aus seinem Wohnwagen – und steht fast mitten im Feuer. Stroh- und Heuballen, die hier gelagert werden, brennen. Gideon Schröder ruft die Feuerwehr, holt sich schnell ein paar Sachen aus dem Wohnwagen und rettet seine Pferde.

Der 24-Jährige vor den Überresten seines Wohnwagens

Der 24-Jährige vor den Überresten seines Wohnwagens.

Quelle: Julian Stähle

„Sie standen auf der Wiese nebenan, ich habe sie weiter weg gebracht, damit sie keinen Rauch abbekommen.“ Keine Sekunde später steht alles in Flammen, der Wohnwagen und ein Pferdeanhänger („Ich habe gerade erst neue Reifen für 300 Euro aufgezogen.“) brennen komplett aus. „Es ist fast alles verbrannt, was ich besitze.“ Handy, Laptops, Reitpads, Stiefel. „Ich muss jetzt überlegen, wie es weiter geht“, sagt er einige Stunden später, noch leicht benommen.

Gideon und seine Pferde

Gideon und seine Pferde. Sie bleiben ihm noch, während sonst fast alle seine Habseligkeiten verbrannt sind.

Quelle: Stähle

Für Daniela Klein war der Brand ein Schock. Sie ist Pächterin des Grundstücks, auf dem Einsteller Schröder seinen Wohnwagen hatte. „Wir haben in der Scheune über 300 Heu- und 112 Strohballen“, erzählt die 44-Jährige. Sie betreibt das benachbarte Pferdeparadies Freienhagen, eine Pferdepension.

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17. Oktober 2016: In der Nacht zu Montag ist in Freienhagen (Oberhavel) ein Strohlager komplett ausgebrannt. Der Schaden ist immens und dürfte nach ersten Schätzungen bei rund 60 000 Euro liegen. Ein Mann konnte sich vor den Flammen retten und die Feuerwehr alarmieren.

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Der Brand trifft sie hart. „Jetzt ist fast mein ganzer Jahresvorrat an Nahrung für unsere 30 Pferde weg“, sagt sie. „Mit dem, was wir noch haben, kommen wir höchstens bis Februar aus.“ Neben der emotionalen Belastung ist der Scheuenbrand vor allem eine finanzielle. „Ich muss Geld für Stroh und Heu vorstrecken. Meine Pferde warten kein Jahr bis die Versicherung zahlt. Der Brand kann also existenzschädigend sein.“

Brandstiftung nicht ausgeschlossen

Um 22.32 Uhr wurde am Sonntag der Brand gemeldet. Es rückten 60 Kameraden aus Liebenwalde, Nassenheide und Teschendorf mit 12 Fahrzeugen an.

Den bisherigen Schaden beziffert die Polizei mit 60 000 Euro.

Der Kriminaldauerdienst (KDD) untersuchte am Montag die Brandstelle. Noch gebe es keine Erkenntnisse, es werde in alle Richtungen ermittelt. Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen. In der Scheune verliefen keine Stromkabel.

Der Brand ereignete sich auf dem Grundstück der Agrarproduktion GmbH Neuholland-Freienhagen. Geschäftsführer Nils Fischer: „Die Scheune diente als Futtermittellager und Unterbringung von Pferden.“

Von Marco Winkler

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