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Wenn der Bruder verschollen ist

Suchdienst des DRK sucht Helfer Wenn der Bruder verschollen ist

Der Suchdienst des DRK in Oranienburg sucht derzeit selbst: ehrenamtliche Helfer. Diese kommen zum Einsatz, wenn Menschen sich aus den Augen verloren haben, aber auch bei einer Hochwasserflut oder bei einer Großveranstaltung. Zweidrittel der Gesuchten findet das Team des Kreisauskunftsbüros (KAB). Und das kostenlos.

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Peter Lück (l.), Leiter des Kreisauskunftsbüros des DRK in Oranienburg, und Detlef Schulze mit dem Koffer voller Formulare und vier PC, mit denen sie am Einsatzort das mobile Büro sofort aufbauen können.

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. Der Fall liegt etwa vier Jahre zurück: Eine Ehepaar aus Oberhavel bat Peter Lück und Detlef Schulze um Hilfe. Sie sollten Cousin und Cousine in Australien ausfindig machen, die den Sommer stets auf einem Boot verbrachten. Doch es gab kein Lebenszeichen mehr von ihnen, seitdem schwere Unwetter die Region heimgesucht hatten. Das Kreisauskunftsbüro (KAB) des DRK machte sich in die Spur. Und konnte helfen. Es machte die Betroffenen über den Suchdienst des Internationalen DRK in Genf ausfindig. Zwar mussten sie erfahren, dass das Schiff gesunken war, konnten aber den interfamiliären Kontakt wieder hergestellt. Wie auch im Fall eines Mannes, der noch immer seine fünf Brüder suchte, die er auf dem Treck zu Kriegsende verloren hatte. Das KAB fand sie: in Kanada, den USA und in Deutschland. Auch die 90-jährige Tante einer 82-jährigen Oranienburgerin. Die Freude sei unermesslich gewesen auf beiden Seiten.

„Bei 70 Prozent der Suchanfragen werden wir fündig“, sagt Peter Lück. 19 Ehrenamtliche hat der Leiter des KAB zur Seite, das drei Aufgaben erfüllt: die Suche von Vermissten und Verschollenen, Hilfe bei Großveranstaltungen und in Katastrophenfällen wie einem Bahnunglück oder Hochwasser. So waren Lück und sein Team auch beim Hochwasser 2013 in Kyritz im Einsatz. Werden sie vom Land oder Bund angefordert, reisen sie mit ihrem „Einsatzkoffer“ an und schlagen ihr mobile „Personenauskunftsstelle“ auf. Alle am Einsatzort erhobenen Daten bekommt das KAB und ermöglicht über die Suchdienst-Software Xenios den Überblick: Wer liegt in welchem Krankenhaus? Wer konnte in welcher Turnhalle untergebracht werden? Wer ist verletzt oder evakuiert. So bekommen verzweifelte Angehörige auch Auskunft, sollten Mobilfunknetze oder Internet lahm liegen im Krisengebiet. Mit dem aktuellen Flüchtlingsthema befassen sie sich nicht. Noch nicht, „aber wir müssen vorbereitet sein.“

Allerdings ist die Gruppe ist geschrumpft und das KAB sucht deshalb Nachwuchs. In Kursen wird dieser mit der Technik vertraut gemacht, im Umgang mit Menschen in Ausnahmesituationen geschult.

Der frühere Polizeibeamte Peter Lück aus Berlin ist schon 21 Jahre dabei. Er kenne den Suchdienst noch aus Kindertagen. Detlef Schulze arbeitete bei der Gedenkstätte Sachsenhausen, „das Thema war mir deshalb nicht fremd“. Beide helfen gern. Nur einen Wermutstropfen gibt es: Sie stellen zwar den Kontakt zwischen Suchendem und Wiedergefundenen her. Ob daraus ein Happy End geworden ist, „erfahren wir leider kaum“, bedauern sie.

Der Suchdienst befindet sich beim DRK, Berliner Straße 104 in Oranienburg, und ist dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr erreichbar (03301/2 00 96 80), jederzeit unter peter.lueck@drk-mos.de oder detlef.schulze@drk-mos.de.

Von Heike Bergt

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