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Oranienburg „Wenn der Rufbus kommt, sind wir abgehängt“
Lokales Oberhavel Oranienburg „Wenn der Rufbus kommt, sind wir abgehängt“
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18:37 12.02.2019
Um die Buslinie 805 ranken sich die Gespräche und der Ärger. Die Busse sollen Wensickendorf künftig nicht mehr anfahren. Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg

Der Anschluss des Tierparkes Germendorf und des Ortsteils Wensickendorf an das Busliniensystem sind die großen ÖPNV-Themen in Oranienburg – eine Lösung ist noch nicht in Sicht. Weil sie sehr sensibel sind, „will ich hier keine Kampfabstimmung sehen“, so der Linken-Fraktionschef Ralph Bujok. Das war der allgemeine Tenor am Ende der zähen Diskussion am Montagabend im Oranienburger Hauptausschuss. Über das ÖPNV-Paket besteht noch mehr Redebedarf. Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos): „Wir verweisen den Punkt zurück in einen Extra-Bauausschuss.“

„Bitte dämonisieren Sie den Rufbus nicht“

Der Begriff „Rufbus“ avanciert in Wensickendorf zu einem Reizwort. Er soll eingeführt werden, um die Buslinie 805 (OranienburgLiebenwalde) zu „begradigen“. Der Bus fährt traditionell einen Schlenker über Wensickendorf (Schmachtenhagen, Wensickendorf, Zehlendorf). „Die Einführung eines Rufbusses wäre ein Rückschritt“, sagt der Wensickendorfer Ortsvorsteher Heinz Ließke (Freie Wähler) zu der beabsichtigten Heraustrennung. „Wir werden auf diese Weise abgehängt!“ Und weiter: „Wir fühlen uns so nicht zu Oranienburg gehörig.“ Alexander Laesicke wurmt diese Argumentation. „Der Rufbus ist wie ein Taxi, also ein kleiner Bus“, sagt er. „Ich bin mir sicher, dass der Rufbus auch in Oranienburg und seinen Ortsteilen gefragt sein wird.“ Er sei auch schon längst in anderen Städten ein gängiges Transportmittel. „Bitte dämonisieren Sie den Rufbus nicht. Es wäre schön, wenn Sie sich auf ihn einlassen würden“, sagte Laesicke in Richtung der Stadtverordneten. Wer den Rufbus in Anspruch nehmen möchte, muss dies spätestens 90 Minuten vorm eigentlichen Fahrtermin telefonisch anmelden.

„Für entvölkerte Regionen gedacht“

Die Einführung eines Rufbusses „ist für uns nicht praktikabel“, sagt SPD-Fraktionschef Dirk Blettermann. „Der ist für entvölkerte Regionen gedacht, aber bei uns wachsen auch die Ortsteile.“ Seiner Meinung nach sollte gegenüber dem Landkreis – er ist zuständig für den öffentlichen Personennahverkehr – eine Maximalforderung aufgesetzt werden. Ralph Bujok kann nicht erkennen, „dass dieses ÖPNV-Konzept eine Verbesserung bringt“. Wenn Unverständnis herrsche, müsse etwas falsch sein.

Angebot von Torsten Eichholz an Abgeordnete

Nach wie vor keine einheitliche Meinung besteht über die Anbindung des Tierparkes Germendorf an das Liniensystem (zumindest saisonal). Alexander Laesicke bleibt bei seiner Auffassung, dass Betreiber Torsten Eichholz selbst bei der Oberhavelverkehrsgesellschaft anrufen müsse, um sich für eine Anbindung stark zu machen. „Das heißt nicht, dass er allein gelassen wird. Ich helfe gern“, so der Bürgermeister. Torsten Eichholz kann die Ablehnung nicht verstehen. „Ich lade all die Leute ein, die dagegen sind. Sie sollen im Rollstuhl vom Oranienburger Bahnhof mit dem Bus nach Germendorf fahren und sich von dort zum Tierpark schieben lassen. Und da sind es dann noch einmal 6,7 Kilometer Wege auf unserem Gelände“, so der Betreiber.

Er machte sich über eventuelle Alternativen Gedanken: einen Shuttle zum Beispiel. Am Dienstag holte er eine Kutsche aus Bayern. „Die könnte dafür verwendet werden. Wie das aber alles funktionieren soll, weiß ich noch nicht.“ Einen Fürsprecher gibt es mit Ralph Bujok. „Der Tierpark ist eine Attraktion der Stadt. Also sind wir in der Pflicht. Die Frage ist: Wie gehen wir vor? Ich erwarte ein Umdenken bei dem Thema.“

Klarheit im Sonderausschuss

In den vergangenen Monaten hatte es bereits drei Workshops einer „ÖPNV-AG“ gegeben, in der verschiedene Varianten für die künftige Gestaltung des öffentlichen Personennahverkehrs skizziert wurden. Jetzt soll ein Sonderausschuss mehr Klarheit bringen. Der Wunsch des Grünen-Fraktionschefs Heiner Klemp: „Wir sollten das Konzept noch in dieser Legislatur beschließen.“

Von Stefan Blumberg

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