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Oranienburg Wensickendorf kämpft gegen die Einführung eines Rufbusses
Lokales Oberhavel Oranienburg Wensickendorf kämpft gegen die Einführung eines Rufbusses
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19:27 30.01.2019
Ortsvorsteher Heinz Ließke ist gegen einen Rufbus. Quelle: Ulrike Gawande
Oranienburg

Rund 30 Bürger aus Wensickendorf waren am Dienstagabend in die Oranienburger Orangerie gekommen, wo der Bauausschuss tagte, auf dessen Tagesordnung auch das ÖPNV-Konzept stand. Es ist Ergebnis dreier öffentlicher Workshops, die 2018 stattgefunden hatten und die von Natalie Schneider vom Büro Planmobil vorgestellt wurden.

Protestplakate waren im Ausschuss nicht erlaubt

Die Wensickendorfer kämpfen dagegen, auch wenn sie ihre Protestplakate wieder einpacken mussten, dass das ÖPNV-Konzept in seiner jetzigen Form beschlossen wird. Denn in der sogenannten Grundvariante des Konzeptes steht unter der Maßnahmennummer 7, dass der Ort zukünftig, außer während des Schulbetriebs, nur noch von einem Rufbus angefahren werden soll. Dieser soll zwar werktags einstündig und am Wochenende im Zweistundentakt verkehren, jedoch nur, wenn der Fahrgast den Bus 90 Minuten zuvor bestellt.

Ortsteil fühlt sich abgehängt

„Ich dachte, dass sei nur in fahrgastschwachen Zeiten, um Lücken zu schließen. Dann besteht ein Vorteil, aber so bedeutet das eine Verschlechterung zum Ist-Stand“, so die sachskundige Einwohnerin Jennifer Collin (SPD). Und es sei ein deutlicher Mehraufwand für die Bürger, mahnte Wensickendorfs Ortsvorsteher Heinz Ließke in der Sitzung. Collin: „Ich habe bei der Thematik Bauchschmerzen. Der Ortsteil wird total abgehängt.“ Solch ein System sei eher für kleine Orte mit 200 bis 300 Einwohnern geeignet, so Collin.

1037 Wensickendorfer wären betroffen

Doch in Wensickendorf leben derzeit 1037 Menschen, hinzu kämen rund 500 Bürger aus Schmachtenhagen-Ost, die ebenfalls auf die Buslinie 805 angewiesen sind. „Wensickendorf ist ein lebenswertes Dorf, aber ein Rufbus gehört nicht dazu“, so Ließke, der in einer langen Stellungnahme die Sorgen des Ortsbeirates formuliert hatte. Er brachte Gegenbeispiele für den Unsinn der Maßnahme, wie die Schüler, die derzeit zum Sport nach Zehlendorf fahren, doch durch die neue Streckenführung wäre das zukünftig nicht mehr möglich. Ebenso erinnerte er an die Bewohner der Caritas-Einrichtung, die in Oranienburg arbeiten und auf eine regelmäßige Busverbindung nach Schmachtenhagen-Ost angewiesen seien, weil sie kein Mobiltelefon haben. Er führte auch den Arztbesuch an, dessen Dauer und so auch die Rückfahrt nicht 90 Minuten im voraus planbar sei. Oder die Pendler aus Liebenwalde, die von Wensickendorf mit der RB 27 nach Berlin fahren, was zukünftig nicht mehr möglich sei.

Baudezernent versuchte zu beruhigen

Baudezernent Frank Oltersdorf versuchte zu beruhigen: „Wir beschließen heute nicht die Linie X und führen sie ein, sondern nur das Konzept.“ Das Konzept sei Grundlage zu Verhandlungen, so Oltersdorf, um mit dem Träger des ÖPNV, dem Landkreis über Wünsche und Bedarfe zu reden. „Aber wenn wir keinen Bedarf formulieren, hat der Landrat keinen Grund aktiv zu werden“, warf Ließke ein. „Warum gehen wir dann nicht mit Maximalforderungen in die Verhandlungen rein“ , fragte sich auch Judith Brandt (SPD). Letztlich wurde das ÖPNV-Konzept mit nur zwei Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und sechs Enthaltungen empfohlen.

Von Ulrike Gawande

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